Masaya-Vulkan-Nationalpark in Nicaragua: Auge in Auge mit dem Vulkan

Masaya-Vulkan-Nationalpark in Nicaragua: Auge in Auge mit dem Vulkan

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Nicht umsonst gilt der mittelamerikanische Staat Nicaragua als „das Land der Seen und Vulkane“. Neben zwei grossen Binnenseen und vielen kleinen Lagunen wird das Land von einer Kette von Vulkanen durchzogen, davon sind sieben noch aktiv. Einen davon habe ich mir im Masaya-Nationalpark aus nächster Nähe angesehen, ein Naturspektakel, das ich jedem Nicaragua-Reisenden empfehlen kann.

Nicaragua Vulkan Masaya

Es ist frühe Morgendämmerung, als wir die Posada San José in der beeindruckenden Kolonialstadt Granada verlassen und mit dem Minibus 36 km stadtauswärts fahren. Danny, der lokale Guide, verlangt 35 US Dollar pro Person für eine Tagestour zum Masaya-Vulkan-Nationalpark.

Inbegriffen ist die ca. 40-minütige Fahrt hin und zurück, der Eintritt in den Nationalpark und ein – für mich eher unfreiwilliger – Zwischenstopp auf dem lokalen Kunstmarkt in Masaya, wo wir Souvenirs erwerben können. Neben Holzfiguren, Lederwaren, Hängematten, bunten Bildern und Puppen gibt es auf dem Markt Gemüse, Früchte und eine grosse Tasse starken Kaffee.

Markt Nicaragua MasayaDer Markt in Masaya

Nindiri im Masaya-Nationalpark: Einer der aktivsten Vulkane der Welt

Als wir das Eingangstor des Nationalparks passieren, fängt es an zu regnen. Ein Glück, denn die meisten Gäste flüchten sich ins Trockene des Besucherzentrums, und wir gehören zu den wenigen, die trotz der Regenschauer zu den beiden Vulkanen „Masaya“ und „Nindiri“ (Santiago) hochfahren.

Wer mit dem öffentlichen Bus von Masaya angereist ist, muss spätestens hier in ein Auto oder auf ein Motorrad steigen, denn der Zugang zum Krater ist nur mit Fahrzeug erlaubt: Falls der Vulkan ausbricht, soll ein jeder rasch möglichst flüchten können.

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Beim Besucherparkplatz angekommen, drückt uns Danny zwei Gasmasken ins Gesicht, und wir  erklimmen die 177 Treppenstufen zum Bobadilla-Kreuz, das die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert am Rande des Santiago-Kraters errichteten, um den Teufel abzuwehren. Von hier aus blicken wir direkt in den „Höllenschlund“ (La Boca del Infierno), dem die Indios vor Kolumbus Menschen opferten, um die Hexe Chacitutique zu besänftigen, die man für den „brennenden Berg“  und die „fliegenden Steine“ verantwortlich glaubte.

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Trotz beissendem Schwefeldioxid-Geruch und herumfliegenden Aschefetzen kann ich meinen Blick kaum vom 180 Meter tiefen Abgrund abwenden, denn zwischen dicken Schwaden Rauch schimmert immer wieder Lava hindurch, welche die Spanier einst  für „flüssiges Gold“ hielten und die Gegend nach Edelmetall-Vorräten absuchten.

Nach der maximalen Aufenthaltsdauer (15-20 Minuten) auf dem „Nindiri“, der zu den aktivsten Vulkanen der Welt gehört, spazieren wir entlang einer Caldera des Masaya und steigen schliesslich hinab in die Tiefen einer Lavahöhle: Hier unten soll es ungewöhnliche Felsformationen und Stalaktiten geben, es ist kühl, feucht, rutschig und stockdunkel.

Nicaraqua Vulkan Stalaktiten Masaya

Ich spüre die Fledermäuse an mir vorbei fliegen, und bin froh, als ich das Loch nach ein paar Minuten wieder verlassen und zusehen kann, wie die Sonne hinter den Rauchschwaden des Vulkans langsam untergeht.

Vulkan Volcano Masaya Nicaragua

Pension in Granada: Posada San José, Calle La Calzada, Granada, Nicaragua, +505 2552 5463, laposadasanjose.com
Masaya Nationalpark: Zurzeit kann der Park nur beschränkt besucht werden, da die Aktivität des Vulkans kürzlich zugenommen hat.  Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 16.45 Uhr. Es gibt auch Nachttouren.
Tour-Guide: In Granada gibt es zahlreiche Anbieter, z.B. dannystour.com
Touren können auch von der Hauptstadt Managua aus unternommen werden.

Nicaragua Granada KolonialstadtDie Kolonialstadt Granada ist der Ausgangspunkt für die Reise in den Masaya Nationalpark

 

 

 

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