Wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird

Wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird

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„O du fröhliche, O du selige“ – Weihnachten steht vor der Tür. Es wird kalt, das Haus ist festlich geschmückt und auf dem Tisch stehen frisch gebackene Plätzchen. Doch nicht in jedem Land wird das Fest so gefeiert, wie bei uns. Darum stelle ich im Folgenden fünf Weihnachtsbräuche und Traditionen aus aller Welt vor.

  1. Weihnachten in Indien

Weihnachten ist in Indien ist ein offizieller Feiertag. Denn die indische Bevölkerung besteht zu 2,4 Prozent aus Christen, was bei einer Einwohnerzahl von einer Milliarde etwa 24 Millionen Menschen ausmacht.

Die feierliche Überreichung einer Zitrone ist Tradition
Weihnachten beginnt an Heiligabend mit der Mitternachtsmesse. Der katholische Gottesdienst kann bis zu drei Stunden dauern. Am nächsten Morgen, dem 25. Dezember, wird ein besonderer Brauch zelebriert, der in anderen Ländern unbekannt ist: Dabei wird dem Familienoberhaupt feierlich eine Zitrone überreicht. Das Geschenk symbolisiert die Wertschätzung der Familie und geht mit Glückwünschen und Segenssprüchen für die Zukunft einher.

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Bunt, bunter, am buntesten
Bei der Weihnachtsdekoration in Indien lautet die Devise: Je bunter, desto besser. Statt Tannenbäumen schmücken die Inder Bananenstauden, Palmen oder Mangobäume mit bunten Lichterketten und schillerndem Lametta. Immer häufiger wird auch typisch westliche Weihnachtsdekoration, wie Weihnachtsmänner und Christbaumkugeln, verwendet.

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  1. Weihnachten im Libanon

Der Libanon ist die Heimat vieler Religionen. Achtzehn Religionsgemeinschaften sind hier anerkannt, darunter auch der christlich-orthodoxe und römisch-katholische Glaube. Fast ein Drittel der Menschen im Libanon sind Christen. Daher sind die wichtigsten Feiertage der größten Glaubensgemeinschaften auch offizielle Feiertage. Am muslimischen Ramadan- und Opferfest haben die Libanesen ebenso frei, wie am christlichen Weihnachtsfest.

So wie in anderen Ländern feiern die libanesischen Christen das Weihnachtsfest zwischen dem 24. und 26. Dezember. Die Vorbereitungen dafür beginnen etwa zwei Wochen früher.

Ein großes Familienfest im Haus des ältesten Familienmitglieds
Ein besonderer Brauch ist das Pflanzen von Keimlingen. Die Erbsen-, Bohnen-, Weizen- oder Leinsamen werden in Wattebäusche gepflanzt und später als Krippenschmuck eingesetzt. Die letzten neun Tage vor dem Weihnachtsfest ist die Kirche viel besuchter Gemeindetreffpunkt: Es werden spezielle Gottesdienste abgehalten und gemeinschaftliche Unternehmungen, wie das Dekorieren der Kirche, durchgeführt. Das größte Fest findet im Libanon nicht an Heiligabend, sondern am ersten Feiertag statt: Nachdem man morgens Freunde besucht, findet abends das große Familienfest im Haus des ältesten Familienmitglieds statt.

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  1. Weihnachten in Südkorea

Etwa 30 Prozent der Gesamtbevölkerung Südkoreas sind Christen, die auch Weihnachten feiern. Allerdings hat Weihnachten in Korea nicht so einen hohen Stellenwert, wie in vielen europäischen Ländern. Der 25. Dezember ist ein gesetzlicher Feiertag in Südkorea. Koreaner, die Weihnachten als religiöses Fest feiern, gehen an Heiligabend oder am Weihnachtstag zum Gottesdienst in die Kirche. Für Koreaner, die keine Christen sind, ist Weihnachten ein kommerzielles Fest. Sie treffen sich mit Freunden zu einem Christmas Dinner oder zu einer Christmas Party. Paare feiern Weihnachten wie ein Fest der Liebe und treffen sich zu einem romantischen Date.

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum
Die Weihnachtsdekoration darf auch in Korea nicht fehlen: Bäume und Kaufhäuser werden mit bunten Lichterketten festlich geschmückt. Einen echten Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehen zu haben, ist in Korea jedoch nicht üblich.

Ein dekorierter Weihnachtskuchen gehört zum Fest dazu
Zu Essen gibt es entweder koreanische Gerichte oder man geht in ein Restaurant, das ein typisch westliches Weihnachtsmenü serviert. Zur Weihnachtszeit haben die Bäckereien besonders viel zu tun, denn für viele Koreaner gehört ein dekorierter Weihnachtskuchen zum Fest dazu.

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  1. Weihnachten in Kuba

Im sozialistischen Kuba haben christliche Feiertage wie Weihnachten keinen großen Stellenwert. Man schätzt, dass nur fünf Prozent der Bevölkerung praktizierende Christen sind, obwohl offiziell fast 40 Prozent der Bevölkerung der katholischen Kirche und rund drei Prozent evangelischen Kirchen angehören. Erst seit 1998 gilt der 25. Dezember wieder als offizieller Feiertag, auf Bitten des damaligen Papstes. Das Feiern lassen sich die Kubaner am 24. Dezember aber trotzdem nicht nehmen – jedoch hat es wenig mit dem zelebrierten traditionellen Weihnachten zu tun, das in vielen europäischen Ländern gefeiert wird.

Weihnachten ist in Kuba ein Familienfest, man trifft sich mit der Familie und isst und trinkt zusammen, auf den Straßen gibt es Musik und Tanz. Kleine Geschenke, meistens nur für die Kinder, gibt es erst am 6. Januar, in Gedenken an die Heiligen Drei Könige.

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 Weihnachtsbäume gibt es bereits fertig dekoriert
Ein wenig Einfluss aus dem Ausland ist durch viele Exilkubaner auf die Insel geschwappt. So gibt es inzwischen Weihnachtsbäume aus Plastik, die man fertig dekoriert kaufen kann.

  1. Weihnachten in Tansania

Weihnachten in Tansania ist ein Familienfest. Allerdings wird die Geburt Jesu in Tansania bei 30 Grad Celsius oder mehr gefeiert, denn an Weihnachten ist dort Hochsommer. Eine wichtige Tradition ist hier, am Weihnachtsfest neue Kleidung zu tragen. Entsprechend sind neue Kleider auch ein beliebtes Weihnachtsgeschenk.

In Tansania gibt es kein typisches Weihnachtsessen. Weihnachten ist ein Festtag, und da gibt es vor allem Pilau, wie bei allen Festen. Pilau ist ein Reisgericht, das mit Kardamom und Zimt gewürzt wird. Ansonsten isst man Mandazi, eine Art süßer Krapfen.

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