Fünf Tipps für einen Sommertag in Salzburg

Fünf Tipps für einen Sommertag in Salzburg

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Wenn man in die Stadt fährt, in der man aufgewachsen ist, sind die kurzen Wochenenden meist gepflastert mit Verwandtschafts-Besuchen und Treffen mit alten Freunden und Bekannten. Was sich in der Stadt selbst so tut, geht meist unbemerkt an einem vorüber. Und überhaupt kennt man ohnehin alles, oder? Umso schöner und überraschender, wieder einmal „Tourist“ in der eigenen Heimatstadt zu sein. Zwischen Klassikern und neuen Shops habe ich einen sehr vergnüglichen Tag in Salzburg verbracht. Hier meine Tipps:

 

Stilvoller Start in den Tag mit Frühstück im Café Tomaselli

Mehr im Geschehen kann man nicht sein. Von der Terrasse zu ebener Erde und im ersten Stock des ältesten Cafés von Salzburg, das seit 1700 besteht, hat man einen wunderbaren Blick auf das Treiben am Alten Markt mit seinen Traditionsgeschäften und der Konditorei Fürst, in der die Mozartkugel erfunden wurde. Wenn die Plätze im Freien vergeben sind, lässt es sich im getäfelten Inneren ebenfalls sehr stilvoll frühstücken. Guter Kaffee, sehr verführerische Torten und Kuchen, die von den „Kuchendamen“ auf Tableaus von Tisch zu Tisch getragen werden.

Café Tomaselli, Alter Markt 9, 5020 Salzburg; Öffnungszeiten: Mo-Sa 7-19 Uhr, So ab 8 Uhr

 

Salzburg

Salzburg anno 1825

Einen Eindruck, wie Salzburg früher ausgesehen hat, bekommt man nur wenige Gehminuten vom Café Tomaselli entfernt im Panorama Museum, in dem das Sattler-Panorama ausgestellt ist. 1825 stellte es der Maler Johann Michael Sattler im Auftrag von Kaiser Franz I her. Das 25,53 Meter lange und 4,86 Meter hohe Ölgemälde zeigt das Panorama der Stadt Salzburg und ihres Umlandes von der Festung Hohensalzburg aus. Später tourte Sattler mit dem Panorama zehn Jahre lang durch Europa, und hat so Salzburg über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Der erste Touristiker sozusagen.

Panorama Museum, Residenzplatz 9, 5020 Salzburg; Öffnungszeiten: täglich 9-17 Uhr

Bummel durch die Getreidegasse, alte Durchhäuser und den Universitätsplatz

Auch wenn die Getreidegasse zum Teil das Schicksal aller Einkaufsstraßen erleidet und immer mehr von internationalen Ketten geprägt ist: Es gibt sie noch, die kleinen, feinen Traditionsläden. Für mich ein Muss (hier habe ich als Kind meinen allerersten Schirm bekommen) – das Schirmgeschäft der Familie Kirchtag. Wunderschöne Schirme werden hier noch von Hand hergestellt, in einer Stadt, die für viel Regen bekannt ist, ein überaus nützliches Accessoire.

 

Salzburg

 

Im obersten Stock des Hauses liegt die kleine Werkstatt, in ihr fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt – keine Spur von Hightech und Digitalisierung. Selbst die Nähmaschinen sehen antik aus. Fünf Stunden Handarbeit stecken in einem Schirm und die einzelnen Bestandteile sind von besonderer Qualität. Schirmstöcke aus verschiedensten Hölzern werden ein Jahr und länger gelagert und regelmäßig geölt, bevor sie zum Schirm weiterverarbeitet werden. Für die Federn kommt Klaviersaitendraht zum Einsatz, weil dieser besonders strapazierfähig ist, das Gestänge wird aus England und Italien importiert. Den Stoff für seinen Schirm kann man sich übrigens auch selbst aussuchen. Das hat seinen Preis. Dafür bekommt man auf die Mechanik lebenslange Garantie. Viele Kunden lassen in die wertvollen Schirme ihren Namen gravieren. Und die Verkäufer warnen davor, den Schirm in öffentlichen Schirmständern abzustellen.

Schirmmanufaktur Kirchtag, Getreidegasse 22, 5020 Salzburg

 

 

Salzburg

 

Die Getreidegasse ist in beide Richtungen über Durchhäuser mit ihren Parallelstraßen verbunden. In den oft unscheinbaren Gängen finden sich manchmal spannende Geschäfte – und ein winziges Fensterlokal, der Balkan Grill, in dem Salzburgs berühmte Bosna verkauft wird. Eine Bosna ist eine Art Hot-Dog, der aus gegrillten Schweinsbratwürsteln, Zwiebeln und frischer Petersilie besteht und mit einer ganz geheimen Würzmischung zwischen zwei Weißbrotscheiben gegeben wird. Die Bosna gibt es in verschiedensten Variationen, bei vielen davon ist jedoch ein anschließendes Date geruchstechnisch nicht empfehlenswert.

 

Nur ein paar Schritte weiter findet man seit Kurzem Hoobert, ein Natur-Kola aus alter Apotheker-Rezeptur. Mit dem klassischen Cola hat es geschmacklich nicht allzu viel gemein, gut schmeckt es trotzdem und die koffeinhaltige Variante macht auch munter. Der Shop am Universitätsplatz, in dem auch regionale Mitbringsel zu finden sind, ist durch sein liebevolles Design allein einen Besuch wert. An der Bar kann nicht nur das Natur-Kola verkostet werden, es gibt auch eine Reihe von Snacks für den kleinen Hunger.

Balkan-Grill, Getreidegasse 33, 5020 Salzburg; Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-19 Uhr, So 14-19 Uhr
Hoobert Universitätsplatz 11, 5020 Salzburg

 

Party-Location aus der Renaissance

Die Salzburger Fürsterzbischöfe waren nicht nur die kirchlichen Oberhäupter der Stadt, sondern auch die weltlichen, und als solche natürlich zu repräsentativen Aufgaben quasi verpflichtet. Anfang des 17. Jahrhunderts liess Fürsterzbischof Markus Sittikus daher das Schloss Hellbrunn und die dazugehörenden Wasserspiele bauen, übrigens in nur drei Jahren Bauzeit. Zum Wohnen bzw. Übernachten war das Schloss dabei nie gedacht, sondern eben nur zum Feiern – eine wahrlich prunkvolle Party-Location.

Herzstück der Anlage sind die manieristischen Wasserspiele, die heute in dieser Form einzigartig sind. Vom mechanischen Theater über wasserspeiende Hirsche bis zur auf einem Wasserstrahl tanzenden Krone – die Wasserspiele sind immer wieder ein vergnügliches Spektakel. Dank vieler versteckter Düsen, die von den Guides unvermutet angedreht werden, schafft es kaum ein Besucher, bis zum Ende der Führung trocken zu bleiben.

 

 

Ausruhen kann man sich anschliessend im weitläufigen Park, durch den es sich richtig „lustwandeln“ lässt. Oder einfach nur in der Wiese liegend die Sonne geniessen.

Wasserspiele Hellbrunn: Fürstenweg 37, 5020 Salzburg Öffnungszeiten Juli/August täglich 9-18 Uhr

Bei Schönwetter den Tag im Biergarten ausklingen lassen

Natürlich kann man sich bei Regen auch in einen der riesigen Säle setzen; besonders schön ist ein Tagesausklang in Salzburg aber im grossen Gastgarten des Müllner Bräustübls. Das vom Augustinerbräu gebraute Bier holt man sich selber mit einem mit kühlem Wasser ausgeschwenkten Steinkrug an der Ausschank. Traditionellerweise darf man sein Essen selbst mitbringen. Nötig ist es aber nicht, verschiedene „Schmankerlstände“ verkaufen zünftige Köstlichkeiten wie Radi (Bier-Rettich), Original-Bräustübl-Bierweckerl (Gebäck) oder Steckerlfisch.

Augustinerbräu Kloster – Mülln, Lindhofstraße 7, 5020 Salzburg, Öffnungszeiten täglich 15-23 Uhr, (Sa/So ab 14.30 Uhr)

 

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