Ein Stück englische Gartenkultur und grüne Oase mitten in Berlin

Ein Stück englische Gartenkultur und grüne Oase mitten in Berlin

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Durch den Schrebergarten meiner Mutter, der in diesem Jahr sein 35-jähriges Jubiläum feiert, habe ich bereits seit meiner Kindheit eine Affinität zu Gärten. Etliche Geburtstage, Parties oder einfach nur einen schönen Nachmittag habe ich in der Kolonie Spreewald seither verbracht. Nicht ganz so viele Jahre zählt das Bestehen der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem, dennoch eine wunderschöne Alternative für alle, die keinen Garten ihr Eigen nennen können.

 

Die blühende Schatzkammer im Großstadtrubel

Betritt man die Auffahrt der Königlichen Gartenakademie, so betritt man zugleich eine andere Welt – obwohl man sich nur rund acht Minuten mit dem Auto vom Kurfürstendamm, dem Herzstück der City West, entfernt befindet. Denn dem Areal wohnt ein ganz besonderer Zauber inne: Man kann Garten-Kurse belegen, sich den eigenen Garten planen lassen, Inspirationen sammeln, aber noch viel schöner: die historischen Gewächshäuser laden zum Stöbern ein und im Café kann man drinnen und draußen bei Köstlichkeiten Verweilen. Und vor allem entschleunigen – das ist es, was mich so fasziniert. Umgeben von Natur und wunderschönen Pflanzen, tickt die Uhr hier ein wenig langsamer, als sonst in der Stadt. Insbesondere das hintere Areal mit abgesenktem Teich (der Staudengarten), den man durch eine Pforte betritt, sowie der japanische Garten sind wiederum eigene kleine Oasen inmitten der Akademie.

Ohmm – der japanische Zen-Garten

Seit etwa drei Jahren gibt es den Japanischen Senkgarten, der von Christian Otto konzipiert wurde. Ein sehr moderner, meditativ anmutender Garten. Auf einer kleinen Bank kann man sich dort niederlassen und die Akkuratheit der Gartenplanung auf sich wirken lassen. Wunderbar, um seinen Gedanken einfach einmal nachzuhängen.

 

Königliche Gartenakademie

Königliche Gartenakademie

Speisen in der Gewächshausanlage

Das Café befindet sich inmitten der Gartenakademie in einer historischen Gewächshausanlage. Bei schönem Wetter sitzt man am besten im Garten des Cafés (hier kann man aber leider keine Plätze reservieren), aber auch drinnen entfaltet allein der Ort ein besonderes Ambiente – wo sonst speist man in einem Gewächshaus?

Eigentlich logisch, dass an einem Ort wie diesem, wo man umgeben ist von hochwertigen Pflanzen und schönster Natur, sich das Motto Regionalität sowie Saisonalität auch auf der Speisekarte widerspiegelt. So wurde über die letzten Monate mit den Köchen des Cafés eine neue Philosophie der Küche entwickelt, die der Ideologie der Gärtnerei nahekommt: Weniger Verschwendung von Nahrungsmitteln, mehr regionale Produkte und vor allem vermehrt saisonale Speisen. Daher wird ein Großteil der Produkte aus Berlin und Brandenburg bezogen – und sofern es möglich ist auch biozertifiziert.

Ich mag den Brunch am Wochenende besonders gerne, der jeweils von 10.00 – 14.00 Uhr stattfindet. Auf einem Buffet, das sich im Längsgang des Gewächshauses befindet, kann man sich die unterschiedlichsten Leckereien zusammenstellen und ganz gemütlich Brunchen – übrigens auch ein schönes Geschenk. Aber auch Kaffee und Kuchen bzw. Torten kann ich hier wärmstens empfehlen.

 

 

Ebenfalls im Gewächshaus, findet man das sogenannte Glashaus. Hier kann man zwischen den ausgefallensten Pflanzen, Gartenaccessoires und -möbel Stöbern. Aber auch schöne Dekoartikel, Bücher oder Geschenke findet man dort – Achtung, die Gefahr Geld dazulassen ist groß – ich spreche aus eigener Erfahrung ;). Das Ganze wird auch je nach Thema der Königlichen Gartenakademie entsprechend dekoriert. Man findet also immer wieder Neues und Überraschendes, auch beim zweiten oder dritten Besuch. Aktuell und noch bis Ende August 2018 stehen unter dem Motto „Greetings from India“ gerade alle Zeichen auf dem Staat in Südostasien. Mit der Ausstellung werden übrigens ausschließlich soziale Projekte aus kleinen Manufakturen unterstützt.

 

Königliche Gartenakademie – wer steckt dahinter?

Die Königliche Gartenakademie wurde von Gabriella Pape und Isabelle Van Groeningen am 1. Mai 2008 gegründet. Damals ein verlassener und verfallener Ort. Etwa 100 Jahre zuvor residierte hier die Königliche Gärtnerlehranstalt, die bereits 1823 vom Königlichen Gartendirektor Peter Joseph Lenné in Potsdam Wildpark gegründet wurde. Bald zog die Fakultät nach Berlin um, in die Nähe des entstehenden Botanischen Gartens, der auf dem ehemaligen Rittergut Dahlem gebaut wurde. Pape gilt als „Deutschlands beste Gärtnerin“ – die Queen reichte ihr schon die Hand und Prinz Charles ist begeistert von ihren Gärten. Isabelle Van Groeningen hingegen ist unter anderem für ihre umfassende Pflanzenkenntnis bekannt. Studiert haben beide am größten Botanischen Garten der Welt, dem Kew Gardens in London, und gestalteten in England preisgekrönte Gärten.

 

Hier gibts einen filmischen Rundgang durch die Königliche Gartenakademie in Berlin. Weitere Blogbeiträge über die deutsche Hauptstadt findet ihr unter diesem Link.

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2 responses to Ein Stück englische Gartenkultur und grüne Oase mitten in Berlin

  • Alexandra sagt:

    Da sieht es wirklich schön aus. Besonders dieser Holz“brunnen“ (?) im japanischen Garten gefällt mir gut. Ich liebe ja die Integration von viel Holz in die Gartengestaltung, auch wenn es natürlich witterungsanfällig ist.

  • Nina sagt:

    Liebe Alexandra, es ist auch wunderschön dort und wirklich einen Besuch wert. Insbesondere der japanische Garten lädt wirklich zum zur Ruhe kommen ein. Ich war erst kürzlich wieder dort und habe mich einfach ein paar Minuten auf die Bank gesetzt.

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