Schlemmen in Verona

Schlemmen in Verona

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Wenige Touristen, null Grossstadtallüren und unzählige gemütliche Osterias mit köstlichem Wein und Aperitivo-Häppchen – Verona, die Stadt von Romeo und Julia, verzaubert nicht nur Verliebte.

Wenn ich über ein verlängertes Wochenende mal nicht in die Berge, sondern in eine Stadt fahre, dann am liebsten in eine, die gut mit dem Zug erreichbar ist, eine überschaubare Grösse hat, sich zu Fuss erkunden lässt und dennoch die ganze Palette von geschichtsträchtigen Gebäuden, charmanten Gässchen, leckeren Restaurants und gemütlichen Bars und Cafés bietet. Verona im Nordosten Italiens ist der perfekte Weekend-Tipp.

Im Vergleich zu Rom oder Florenz bleibt die Shakespeare-Stadt von den grossen Besuchermassen eher verschont. Den Übersee-Touristen ist Verona auf ihrer Europa-Rundreise maximal einen Tagesstopp wert. Mit Bussen kommen sie in Scharen an, laufen schnurstracks zur Casa di Giulietta, fotografieren den Balkon, unter dem einst Romeo seiner Julia eine Liebeserklärung gemacht haben soll (er wurde nachträglich für die Touristen angebaut), und die Liebespaare verewigen ihre Initialen auf einer Kartonwand am Eingang (die alle paar Wochen wieder abgerissen und ersetzt wird). So viel zum Sightseeing-Pflichtprogramm…

Neben dem zweiten Reiseführer-Must (Besuch des römischen Amphitheaters) bleibt in Verona vor allem eins: viel Zeit zum Flanieren, Schlemmen und sich durch die wunderschönen Gässchen und Plätze der schmucken Altstadt Treiben lassen. So landet man früher oder später in einer der vielen gemütlichen Weinbars, Osterias und leckeren Restaurants. Um die Suche etwas zu vereinfachen, nachfolgend ein paar meiner kulinarischen Entdeckungen:

Buongiorno Frühstücken in Verona

Der perfekte Start in den italienischen Tag: Ein cremiger, bodenständiger Cappuccino (ohne Badewannen-Schaumberg, Schokopulver oder sonstigem Flavour-Schnickschnack!) und ein luftiges italienisches Gebäck dazu. Mein Favorit seit Jahren: Cornetto alla nutella. Hoch kaloröse, nutellagefüllte Croissants gibts eigentlich in jeder Bar. Wer eine etwas grössere Auswahl an süssem und salzigem Gebäck möchte, geht in eine Pasticceria, z.B. ins Pancaffé. Leckeren Mandelmilch-Cappuccino (OK, ich nehme das mit dem Schnickschnack zurück… ;-)) und eine grosse Auswahl an Tramezzini und Panini gibt es im Casa Coloniale. So ist bei mir eine Bäckerei oder Bar (die in Italien eigentlich oftmals eher unserem Begriff eines Bistros näher kommt) auch stets die richtige Anlaufstelle für den kleinen Hunger zwischendurch.

Cappucino, PancafféCappuccino im Pancaffé

Aperitivo in Verona – Die glücklichste Zeit des Tages

Einer der unzähligen Gründe, warum ich Italien über alles liebe (falls man das noch nicht gemerkt haben sollte): APERITIVO! Wie in vielen anderen norditalienischen Städten wird diese Kultur auch in Verona gross geschrieben. Diverse Bars stellen ab ca. 17 Uhr ein kleines Buffet mit Häppchen auf, an dem man sich zu alkoholischen Getränken gratis (!) bedienen darf. In der Osteria Verona an der Ecke der romantischen Piazza delle Erbe sind die Häppchen so herzhaft, dass man Gefahr läuft, das Abendessen wieder abzusagen. Neben verschiedenen Antipasti, Wurst- und Käsesorten gab es bei unserem Besuch sogar kleine Tellerchen mit Trüffel-Ravioli und Meeresfrüchte-Reis! Wer wie ich mit einem schlechten Gewissen geboren wurde, gleicht die vielen Buffetabstecher mit ein paar Extra-Getränkerunden und einem guten Trinkgeld aus.

Eine weitere Bar mit leckerem Aperol Spritz und einer grossen Weinkarte ist die Osteria ai Portegheti. Das Aperitivo-Buffet beschränkt sich zwar in der Regel auf Oliven, Antipasti, Nüsschen und Chips, aber dafür ist die Atmosphäre noch etwas cooler und die Preise sind aufgrund der Lage auf der anderen Flussseite der Etsch etwas moderater.

Für den grossen Hunger – Nachtessen in Verona

Das sympathische an Verona: Null Grossstadtallüren. Auch in den besten Restaurants kriegt man ohne reserviert zu haben kurzfristig früher oder später noch einen Tisch. Wer vom Aperitivo doch noch nicht satt geworden ist, findet praktisch an jeder zweiten Ecke eine traditionelle Osteria, Trattoria oder ein edleres Ristorante. Mein Favorit nach unserem Essensmarathon: die Taverna di Via Stella. Hier überzeugte mich nicht nur die urchig-gemütliche Atmosphäre, sondern auch die restauranteigene Wurst- und Käsevitrine, an der man sich die Vorspeise gleich selber zusammenstellen kann. Und nach dem herzhaften Primo und Secondo Piatto wartet sogar noch ein Dessertbuffet mit frischen Torten, Crèmes und Tiramisù.

Verona, Taverna di Via StellaTaverna di Via Stella

Weitere Restaurants, die ich mit gutem Gewissen empfehlen kann:

Noch ein Schlummertrunk (oder zwei) – Bars in Verona

Das Mala Carne ist wohl eine der coolsten Bars von ganz Verona. Sie liegt etwa 10 Gehminuten von der Altstadt entfernt auf der anderen Flussseite im Studentenviertel Veronetta. Wie es der Name vermuten lässt, befindet sie sich in einer ehemaligen Metzgerei. Grosse Cocktailkreationen gibt es nicht, das junge Publikum (mit alternativem Touch) trinkt Bier, Wein (auch hier wird ein guter Valpolicella ausgeschenkt) oder sonstige Spirituosen. Da unsere Unterkunft gleich gegenüber lag und die Bar am Wochenende bis 2 Uhr geöffnet hat, kamen wir fast nicht drum herum, uns da jeden Abend noch einen Schlummertrunk zu gönnen…

Mala CarneMala Carne

Zusatztipp – Abstecher ins Valpolicella

Wer das Vergnügen hat und länger als drei Tage in der Region ist, sollte sich unbedingt noch Zeit für einen Abstecher in eines der bekanntesten Weingebiete der Welt nehmen: In die fantastische Valpolicella. Ab Verona werden verschiedene Tours mit Besuch zu Weingütern (natürlich inkl. Degustationen) angeboten. www.veronaround.it

ValpolicellaValpolicella

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