Von Afrika über Pakistan bis Indien – und das in Bern

Von Afrika über Pakistan bis Indien – und das in Bern

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Dass wir Travelistas gerne reisen, und dass wir unsere Passion sogar zum Beruf gemacht haben, ist bekannt. Doch es muss nicht immer Südostasien oder Afrika sein; manchmal genügt ein kurzer Abstecher nach Bern.

Für einmal will ich hier nicht die mittelalterliche, entschleunigte Berner Altstadt preisen, so attraktiv sie auch sein mag. Ich will von der Möglichkeit berichten, Bern und ferne Destinationen bequem miteinander zu verknüpfen. Dafür begeben wir uns in die Rathausgasse, die, parallel zur Kramgasse, vom Kornhausplatz hinunter zum gotischen Rathaus verläuft. Einst war sie unter dem viel weniger edlen Namen „Metzgergasse“ bekannt und hatte einen üblen Ruf als Rotlichtviertel.

Heute dominieren hier kleine Gastro-Betriebe. Schon der Eingang der Gasse wird von zweien flankiert: links vom legendären Café des Pyrenées, „Pyri“ genannt, und rechts von der neuen Espresso-Bar Colonial. Weiter geht es Schlag auf Schlag: rechts die Drei Eidgenossen, links der Goldene Schlüssel, rechts Les Amis, links das Biercafé au Trappiste, und so fort.

 

Mosaik Bern

 Mosaik – der Fernweh-Ort unter Berns Lauben

 

Doch vor allem haben sich an der Rathausgasse eine beachtliche Kollektion kleiner Ladengeschäfte halten können oder neu etabliert, von denen einige allerdings mit dem Überleben kämpfen. Denn es ist unverständlich, aber „die Berner schätzen die untere Altstadt viel zu wenig“, bedauert Monique Lazic. Sie führt im Haus Nummer 36 einen Laden namens Mosaik, und damit bin ich endlich beim Thema meines Blogs angelangt – oder auch einfach in „meinem Wohnzimmer“. Es gibt kaum ein Ort, an dem ich stundenlang verweilen und eine kleine Auszeit vom Alltag geniessen kann. Denn Moniques schmaler Laden versetzt einen, sobald man ihn betreten hat, in eine andere Welt.

 

Moasik Bern

 Monique Lazic betreibt ihren Laden seit Jahren mit viel Herzblut

 

In Moniques Mosaik ist man umgeben von unzähligen Schätzen aus fernen Ländern. Ein kosmopolitisches Sammelsurium von Schmuck, Möbeln und Ethno-Gegenständen: afrikanische Fetische, Masken und Statuen, Asiatika, Buddha-Darstellungen, Tuareg-Schmuck aus dem Niger, einfache Ethno-Möbel aus Holz, handgewebte Stoffe und vieles, vieles mehr.

 

Mosaik Bern

 Im Mosaik ist man umgeben von Schätzen aus fernen Ländern

Im Mosaik Bern Inspiration für künftige Reisen holen

Monique Lazic selber stammt aus Basel, ist aus Berns Altstadt aber nicht mehr wegzudenken. Einst liess sie sich zur Goldschmiedin ausbilden. Seit 17 Jahren ist sie selbstständig und betreibt ihren Laden mit Herzblut. Preise sind hier fast keine angeschrieben. Die begehrten Halsketten stellt sie selber zusammen, kombiniert dafür Länder und Materialien. Ihre Waren bezieht sie aus der ganzen Welt; „viele Sachen kommen relativ direkt“, sagt sie, weil sie die lokalen Händler kennt, und weil diese wissen, was sie sucht. Und dazu gehören ausschliesslich hochwertige Einzelstücke mit einer Geschichte. Es kommt aber auch vor, dass Menschen die Sammlungen ihrer Eltern auflösen und Monique alte Stücke neu inszeniert. Abgerundet wird das Angebot durch moderne, von Monique angefertigten Eigenkreationen.

 

Hochwertige Einzelstücke mit Geschichte …                         … kombiniert mit Eigenkreationen von Monique Lazic

Zur Mosaik-Kundschaft gehören bekannte Berner, Politiker ebenso wie Leute aus dem Kulturbereich, Sammler oder eben die Schreiberin dieses Blogbeitrags. „Frauen kommen gern für Schmuck, sind aber auch für anderes offen“, sagt Monique, „Männer kaufen eher Statuen. Asiatika laufen gut; afrikanische Fetische hingegen machen manchen Leuten Angst.“

 

Sammelsurium von Schmuck …                                                                             … Möbeln und Ethno-Gegenständen

Dass man das Mosaik verlässt, ohne etwas gekauft zu haben, ist unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher aber ist, dass Monique davon abrät, etwas zu kaufen, wovon sie nicht überzeugt ist, dass es zum potenziellen Käufer passt …

Moniques faszinierende Kollektion hat gegenüber den Souvenirs, die man auf Reisen zusammenkauft, zwei unübersehbare Vorteile: Erstens belastet man das eh schon zu schwere und zu sperrige Fluggepäck nicht zusätzlich. Und zweitens bekommt man statt des üblichen, oft in China gefertigten Ramsches aus den Souvenirläden dieser Welt authentische Stücke. Woher sie kommen, wie alt sie sind, welchen Zweck sie hatten: Monique weiss Auskunft und gibt diese gerne weiter.

Mosaik, Rathausgasse 36, 3011 Bern. Weitere Informationen unter: www.mosaik-bern.ch

 

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