Zürich: Die Bäderstadt (Teil I)

Zürich: Die Bäderstadt (Teil I)

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Wenn ich als Zürcherin jeweils gefragt werde, was meine Heimatstadt so einzigartig und lebenswert macht, so antworte ich stets: die Nähe zum Wasser. Nichts ist für mich hier so selbstverständlich wie der Sprung in den See, in die Limmat oder in eines der zahlreichen Frei- und Hallenbäder, die sich in beeindruckender Dichte über die ganze Stadt verteilen. Wer sich in Zürich „like a local“ fühlen möchte, der muss unbedingt unsere Badekultur miterleben. Der Sommer bietet hierzu natürlich wetterbedingt am meisten Möglichkeiten, aber auch im Herbst, Winter und Frühling könnte sich das Mitnehmen der Badesachen nach Zürich lohnen. Gerade jetzt zum Frühlingsbeginn, wo sich die Sonne immer öfters zeigt, die Temperaturen der natürlichen Gewässer aber noch alles andere als badefreundlich sind, lockt mich das Wasser umso mehr. Daher erzähle ich euch nun, wo man als Zürich-Besucher bei kälteren Temperaturen und schlechtem Wetter die Zeit am besten badend vertreiben kann.

Wer im Wasser am liebsten Sport treibt, der ist wohl im Hallenbad City (Eintritt 7 CHF), das 2013 nach mehrjähriger Renovierungsphase in neuem Glanz erstrahlt, am besten aufgehoben. Ungeduldige Schnell-Schwimmer benutzen besser gleich von Anfang an die Bahnen auf der linken Beckenseite, denn die breite Bahn ganz rechts wird auch regelmässig von einigen Damen als Ort für Kaffeekränzchen genutzt (bitte, liebe Damen: keine ernstzunehmende Sportart kann man plaudernd nebeneinander ausführen!). Nach getaner Arbeit ist es vom Hallenbad City auch zu einer meiner Lieblingspizzerien, der Bar Basso, nur ein Katzensprung. Meine allerliebste Pizza gibt’s fünf Minuten zu Fuss im Don Leone, aber ich schweife ab…

Zürich-Hallenbad-City
Hallenbad City

Zurück also zum „sozialen“ Baden: Zu diesem Zweck empfehle ich das vor drei Jahren eröffnete, erste und einzige Thermalbad Zürichs, im Volksmund auch Hürlimann Bad genannt, wo man mit der besten Freundin oder dem Partner in alten Steingewölben, riesigen Holzfässern oder auf der spektakulären Dachterrasse mit Weitsicht über Zürich-Süd stundenlang quatschen und entspannen kann. Das Hürlimann Thermalbad ist mit einem einfachen Eintrittspreis von 32 CHF nicht gerade günstig, dafür ein geschichtsträchtiger Ort: Im Gebäude des heutigen Bads wurde 130 Jahre lang Bier gebraut (Brauerei Hürlimann, gehört heute zum Carlsberg-Konzern…).

Zürich-Thermalbad-Indoor
Thermalbad Zürich

Eine weitere schöne Erholungs-Oase an kalten Tagen ist das 2012 eröffnete Stadtbad Zürich im Volkshaus (45 CHF für Hammam und Sauna). Das kolossale Gebäude, wo auch häufig gute Konzerte stattfinden, liegt im Herzen des berühmt-berüchtigten Zürcher Langstrassenquartiers, worüber es so viel zu erzählen gäbe, dass nicht mal drei Blogbeiträge dafür ausreichen („typische zürcherische Selbstüberschätzung!“, höre ich einige Leser aus der restlichen Schweiz schon schreien :)). Deshalb mein simpler, passendster Tipp für dieses Quartier: Nach dem entspannten Bad einfach mal ohne Programm losziehen und schauen, wo der Abend noch so endet…

Da dieser Blogbeitrag eigentlich eher in die Kategorie „teures Zürich für wenig Geld“ gehen sollte, lasse ich die verschiedenen Wellness-Optionen der Luxushotels und Muckibuden hier jetzt aus und komme nun noch zu zwei Highlights für kalte Schwimmtage bei den städtischen Bädern. Das Wärmebad Käferberg im Wohnquartier Höngg (Eintritt 7 CHF) ist so ein versteckter, ruhiger Ort, wo ich immer wieder gerne baden gehe (auch wenn ich dabei den Altersdurchschnitt erheblich senke). Bei sehr thermalbad-ähnlichen 32° C Wassertemperatur kann man entspannt schwimmen und einen fantastischen Ausblick über die ganze Stadt und den Zürichsee geniessen.

WK_ 014

Zürich - Wärmebad Käferberg Ausblick
Wärmebad Käferberg mit Ausblick

Und zu guter Letzt ist es sogar möglich, im Winter in den See zu hüpfen. Nackt, wohl bemerkt. Das im Sommer sehr beliebte Seebad Enge wird von Ende September bis Anfang Mai zur Sauna am See. 27 CHF kostet der Spass. Nach dem Schwitzen in einer der drei Saunakabinen (eine ist nur für Frauen) kann man sich im kalten See erfrischen. An dieser Stelle sei aber noch drauf hingewiesen, dass der See (abgesehen vom Montag, wo das ganze Seebad den Frauen vorenthalten ist) ein gemischtgeschlechtlicher Bereich ist und man sich beim Ein- und Ausstieg vielleicht in die Quere kommen könnte…

Zürich-Seebad-Enge-Sauna-am-See
Seebad Enge / Sauna am See

Tipp 1: Das Mitnehmen von eigenen Badeschlappen und Handtüchern ist an allen hier aufgeführten Orten zu empfehlen.

Tipp 2: Wir Zürcher stillen auch unseren Durst (den auf H2O, wohlgemerkt!) meist mit „Züri“-Wasser, das hier zu ca. 70% vom Zürichsee stammt und in bester Trinkqualität auch aus über 1200 Brunnen fliesst. Wasser in Flaschen zu kaufen, kann man sich in Zürich getrost sparen. Schont die Umwelt und die Reisekasse.

Demnächst bei den Travelistas: Die Bäderstadt im Sommer

 

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