Geplatzte Illusionen auf den Seychellen

Sie sah aus wie ein Topmodel. Gross, schlank und doch weiblich, mit langen gewellten Haaren, die ihr noch nass vom Meer über die Schultern fielen, einen Sarong locker um die Hüften geschwungen. Die Szenerie tat das übrige: wir befanden uns vor der Grande Anse, dem Traumstrand der Seychellen schlechthin, wo auch die Bacardi-Werbung gedreht worden war, deren Musik noch jedem als Ohrwurm nachlief: „Come on, baby, have some fun“. Genau diesem Spot schien sie entsprungen zu sein.

Dennoch wartete sie, genau wie wir auf den öffentlichen Bus. Der Bus kam, wendete, und im gleichen Moment platzte mein Idealbild der Traumfrau wie eine Seifenblase: „Ochtung, drr Bus schlogt zrugg“, warnte sie ihren nicht minder gut aussehenden Begleiter in breitestem Bayerisch und mit tiefer Stimme. Die Illusion war dahin, die ganzheitliche Schönheit zerstört. Was blieb, war die Gewissheit, dass Busfahren einfach der beste Weg ist, um Land und Leute zu erleben… seien es Einheimische oder Touristen.

Die Seychellen bieten sich dazu an. Mit dem ÖV und Trekkingschuhen lassen sich die Inseln perfekt erkunden. Und zu entdecken gibt es viel: sensationelle Strände mit samtweich scheinenden Felsen, langsame Riesenschildkröten und die überdimensionalen Meereskokosnüsse, die endemischen „Coco de Mer“ im Nationalpark „Vallée de Mai“ auf Praslin. Oder Fischer, die ihren Fang aus dem Meer ziehen und bunte Märkte in der pittoresken Hauptstadt Victoria. Die Liste ist lang und so rangieren die Seychellen bis heute sehr, sehr weit oben auf meiner Favoritenliste der Feriendestinationen – egal, ob als Pärchen, mit Freunden oder der Familie.

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