Wo man in Schöneberg stilvoll Cocktails genießen kann

Achtung: Ich verkündige hier keine Neuheiten, sondern weise auf meine drei Lieblingsbars in meinem Heimatkiez Schöneberg hin – allesamt Klassiker der Berliner Barszene.

Green Door: „The experience of positive drinking“

Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht, das ist das Motto der Bar, deren unscheinbare Tür sich unweit des Winterfeldtplatzes befindet. Man muss klingeln. Nach einem kurzen Gesichtscheck auf der anderen Seite, öffnet sich die grüne Tür.

Man taucht in einen dezent, aber nicht schummrig beleuchteten Raum, einem Design aus Karo-Tapeten im Sixties-Style, lustigen „Kunstwerken“ und der Hundelampe, die übrigens Moritz heißt.

Der eher unscheinbare EingangDer eher unscheinbare Eingang

Möchte man in den zwei kleinen Lounge-Ecken sitzen, sollte man vorher reservieren. Ansonsten sucht man sich einen der Barhocker am Tresen oder auf der gegenüberliegenden Seite aus – hier kommt man schnell in Kontakt. Hinterm Tresen: Vollprofis, die auch bei Andrang den Überblick behalten. Ein wenig Zeit sollte man aber einberechnen. Wie es sich in einer anständigen Bar gehört, wird das kostenfreie Wasser immer wieder nachgeschenkt.

Bei der Karte, die rund 150 Cocktails umfasst, fällt die Wahl nicht so einfach. Es gibt hauptsächlich Klassiker, aber nach ein wenig Ausprobieren findet man ja fast überall „seinen Drink“. Ich liebe den Ritz 1898 – im Green Door mit frischen Himbeeren. Köstlich.

Karo-Tapeten-StyleKaro-Tapeten-Style im Sixties-Style

Was man noch wissen sollte: Im Green Door darf man rauchen – also nichts für Zigaretten-Phobiker. Das Publikum ist recht gemischt, aber immer sehr entspannt und mittlerweile auch durchaus international. Und wer ein wenig mehr Durst hat: Die Happy Hour beginnt um 18 Uhr und endet um 20 Uhr.  www.greendoor.de

victoria bar: „Champagne for my real friends – real pain for my sham friends!“

Ja, auch hier gibt es ein Motto – dieses Mal eines von Francis Bacon, das mir persönlich äußerst zusagt 🙂 Die Einschätzung der New York Times zu dieser Bar in der Potsdamer Straße – übrigens eines der wenigen Schmückstücke dort – trifft den Nagel auf den Kopf: “Looks like a setting for Mad Men – but it´s a real place by real bartenders for real drinkers!“.

Sicht vom Eingang in die BarSicht vom Eingang in die Bar

Auch hier bedarf der Einlass einer Klingel an der Tür, die allerdings nicht grün ist. Öffnet sie sich, so gibt sie den Blick frei auf einen langen Tresen auf der linken Seite sowie einzelne Sitznischen unter der Bildergalerie auf der rechten Seite und am Ende der Bar. Holzpaneele und handbemalte Tapeten an den Wänden sowie honiggelbe Lampen schaffen eine warme Atmosphäre, in der man gerne den ein oder anderen Drink der guten Karte zu sich nimmt.

Die victoria bar, die 2001 ihre Tür öffnete, kann man getrost als Institution der Berliner Barszene bezeichnen.

Kunst in der victoria barKunst in der victoria bar

Man fühlt sich dort gleichzeitig kosmopolitisch und zuhause, man kann still genießen oder sie als Ort angeregter Gespräche nutzen. Man trifft viele Stammgäste, Menschen aus Business, Kunst und Kultur. Und so verfügt die victoria bar auch über eine kleine, aber feine Kunstsammlung. Dazu gehören unter anderem Arbeiten von Martin Kippenberger, Ugo Rondinone, Rafael Danke, Marcel Dzarma, Angela Dwyer, Gavin Turk. Die Künstler werden auch regelmäßig eingeladen, sich in einer Arbeit mit der Bar zu beschäftigen und diese dort zu präsentieren. Veranstaltungen findet man auf der Website.

Definitiv eine Bar, die Charme und Charakter hat – und eine Schar an Mitarbeitern, die meist in Uniform aufläuft und weiß, was sie tut – äh mixt. Mein Lieblingsdrink hier: Der Prince Charles 1995 mit Prince De Polignac V.S.O.P., Apricot Brandy, Angostura und Champagner. Happy Hour: 18.30 bis 21.30 Uhr.

Sollte man sich zu Herzen nehmenSollte man sich zu Herzen nehmen…

Ach ja, und wer sich selbst im Mixen, Rühren und Schütteln üben will, kann auch gleich noch den passenden Kurs dazu buchen und zwar in der „Schule der Trunkenheit‘.  www.victoriabar.de

Fotos: Die victoria bar_Sicht vom Eingang, Kunst in der victoria bar, Mad Men Szenerie, Sollte man sich zu Herzen nehmen

Bar am Lützowplatz  (für Kenner: L-Bar)

Ihr ahnt es schon – das Leitmotiv darf auch hier nicht fehlen: „Er steigt in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behänden, feurigen und ergötzlichen Bildern“ (William Shakespeare) – okay, nicht ganz so eingängig, aber nach dem ein oder anderen Cocktail ein schönes Thema zum Philosophieren 🙂

Die L-Bar hält eine große Auswahl an Cocktails bereit Die L-Bar hält eine große Auswahl an Cocktails bereit

Philosophieren kann man bei der Cocktail-Karte, die Klassiker und „Drinks am Puls der Zeit“ bietet, in jedem Fall. Mein Favorit: Der Raspberry Shrub. Außerdem gibt es jeden Monat wechselnde Special Cocktails.

Die Bar am Lützowplatz (kurz L-Bar), die fast 25 Jahre auf dem Buckel hat, hat sich bei einem Umbau letztes Jahr ein kleines Facelift verpasst: Minimalistisch und modern, durch die dominierenden Erd- und Brauntöne, aber dennoch ein warmes Interieur. Insbesondere der lange, hölzerne Tresen mit seinen vielen Barhockern lädt ein, an ihm Platz zu nehmen.

Bar am Lützowplatz

Von Donnerstag bis Samstag legen jeweils ab 21 Uhr DJ´s auf: Soul&House, Funk oder Jazz&Hip Hop stehen dabei meist auf der Agenda. Schon immer und auch immer noch eine sehr gute After-Work-Bar, da bereits ab 18 Uhr geöffnet.

Und ab Ende April gibt es ganz neu ein Bar­be­cue, dass unter dem Namen „Sunset at Bar am Lützowplatz“ laufen wird. www.baramluetzowplatz.com

 

Die Bilder der victoria bar und der L-Bar wurden zur Verfügung gestellt

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. marieke

    Ich habe an die victoria bar ganz schlechte Erinnerung. Einen so eingebildeten kellner, hab ich noch nirgendwo erlebt. Und die Cocktails waren auch nicht so besonders.
    Versteh gar nicht wieso dort son hype drum gemacht wird.

    1. Nina

      Hi Marieke, das ist natürlich echt schade. Ich habe bis dato immer sehr gute Erfahrungen gemacht, aber das ist natürlich in der Gastronomie immer Menschen- und Tagesform abhängig 🙂

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