Hinweis: Der Aufenthalt erfolgte auf Einladung des Auramonte.
„Ragazze!“ Der Busfahrer lacht über uns, während wir versuchen, den Koffer aus dem Kofferraum des Busses zu nehmen. Dann fährt er weg und wir bleiben im ruhigen St. Valentin auf der Haide zurück. Ein kurzer Anstieg, dann biegen wir um eine Kurve und erblicken direkt unser Ziel: Ein grosses Gebäude aus schwarzem Holz, das sofort ins Auge springt und sich harmonisch in die sanfte Landschaft der Umgebung einfügt.
Das Auramonte, wo wir die nächsten beiden Nächte verbringen werden, verbindet Tradition und Moderne. Es besteht aus zwei Häusern: dem typisch alpenländischen „Aura“, das alles bietet, was man sich von Südtirol erwarten würde, und dem modernen, minimalistischen „Monte“, das sich wie eine Neuinterpretation anfühlt und eine ruhige Hommage an die Natur des Vinschgaus ist. Ein Tunnel verbindet die beiden Häuser, die Rezeption im Bestandsgebäude vereint die Designs beider Teile geschickt.
Harmonie aus Natur und Moderne
Unser Apartment liegt im „Monte“. Das schwarze Äussere ist von der regionalen Scheunenkultur inspiriert, unser Zimmer im zweiten Stock strahlt gleich beim Betreten eine ruhige Atmosphäre aus. Der Mix aus grauen Sichtbetonwänden, hellem Holz aus heimischer Lärche und Fichte, schwarzen Oberflächen und tannengrünen Vorhängen und Sofabezügen ist zugleich beruhigend und ästhetisch. Unser Zimmer besteht aus einer grossen Wohnküche mit einer schlichten schwarzen Küche, einem Tisch und einem grünen Sofa.
Durch eine Schiebetür aus Holz gelangt man in das gemütliche Schlafzimmer und durch eine andere Tür in das Bad mit schwarzen Fliesen und Kupferamaturen. Und dann sind da noch die grossen Fenster und der Balkon mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Ortlermassivs. Die Sonne scheint herein und taucht den Raum in ein angenehmes Licht, es ist eine harmonische Mischung aus Minimalismus und Wärme, in der wir uns sofort willkommen fühlen.
Tage zwischen Frühstückskorb und Infinity Pool
Einer meiner absoluten Lieblingsorte im Auramonte war aber der Infinity-Pool im obersten Stock. Vom Pool aus sieht man über den Haidersee und die umliegende Bergkulisse, bis zum höchsten Gipfel Südtirols, dem Ortler mit fast 4000 Metern. Die Berge werden in ein sanftes rosa Licht getaucht, der Pool beginnt in verschiedenen Farben zu leuchten und die ersten Sterne tauchen am Himmel auf. Das abendliche Schwimmen im dampfenden Wasser mit diesem Ausblick ist einfach pure Entspannung. An unserem zweiten Abend im Auramonte schwimmen wir übrigens im Schneesturm, auch das ist eine besondere Erfahrung.
Die Abende im Auramonte klingen im Spa aus, doch auch der Start in den Tag ist hier etwas Besonderes. Es gibt kein Frühstücksbuffet, sondern vor der Tür des Apartments wartet ein Frühstückskorb. Jeden Tag ist er anders befüllt, es gibt also gleich morgens eine kleine Überraschung. Evelyn erzählt uns die Idee dahinter: Bei Buffets werde immer viel Essen weggeworfen, das wollten sie in ihrem Hotel nicht. Deshalb kreierten sie den Frühstückskorb.
Die Produkte dafür kommen aus der Region, es gibt Marmelade, Joghurt und Müsli, Wurst und Käse, dazu jeden Tag wechselnde Kleinigkeiten und zum Abschluss immer etwas Süsses. Die Eier bereiten wir in der vollständig ausgestatteten Küche selbst zu, genauso den Tee und den Kaffee. Der Frühstückskorb ist reichlich befüllt, deshalb packen wir uns sogar noch eine Kleinigkeit für den geplanten Ausflug ein. So starten wir den Tag mit einem gemütlichen Frühstück im Apartment mit Blick auf die Berge vor dem Fenster und sind gestärkt für einen Tag in der Natur.
Tipps für die Umgebung
Auch eine Empfehlung ganz in der Nähe ist das mittelalterliche Glurns, mit nur 900 Einwohner:innen eine der kleinsten Städte der Alpen mit einer noch vollständig erhaltenen Wehranlage. Nicht weit von St. Valentin liegt ausserdem der Reschenstausee. Hier steht eines der Wahrzeichen des Vinschgaus, den Kirchturm im See. Im Sommer 1950 wurden hier mehrere Dörfer beim nicht unumstrittenen Bau des Staudamms geflutet, die Bewohner:innen wurden enteignet und umgesiedelt. Heute ragt nur noch der Turm des Kirchleins von Alt-Graun aus dem 14. Jahrhundert aus dem See und erinnert an diese Vergangenheit. Darüber schreibt auch Marco Bolzano in seinem Roman „Ich bleibe hier“, er erzählt die Geschichte einer Frau, deren Heimatdorf im Stausee versinkt.
Erreichbarkeit
Das Auramonte ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Mit dem Zug fährt man von Wien oder Zürich bis Landeck in Tirol, von dort steigt man noch für ca. eine Stunde in einen Bus, der über den Reschenpass direkt nach St. Valentin auf der Haide fährt. Der Bus verkehrt im Stundentakt.
Tipp: Das österreichische Klimaticket gilt sogar bis zum Ziel (und weiter bis Mals), die Fahrt ist also sozusagen kostenlos.
Vor Ort bekommen alle Gäste auch den Südtirol Guest Pass, mit dem man kostenlos mit dem öffentlichen Verkehr in der Region fährt.
Auch mit dem Auto ist das Auramonte gut erreichbar und vor Ort gibt es Parkplätze.
Öffnungszeiten
Das Auramonte hat im Sommer von Pfingsten bis Anfang Oktober und im Winter von Dezember bis Ostern geöffnet.
Weitere Tipps
Wer die Ferien in Südtirol verlängern und noch einen Abstecher in die Dolomiten machen möchte, findet hier Infos zu einer besonderen Wanderung:

