Frische Thai-Luft und Reisschnaps im Doi Inthanon National Park

In der offenen Kochstelle lodert das Feuer. Die Luft in der kleinen Bambushütte ist rauchgeschwängert. Am Boden sitzen Charlie, seine Frau und die beiden Jungs auf einer Bastmatte und geniessen das Frühstück – Sticky Rice mit scharfer Beilage. Meinem Magen ist das Ganze noch nicht so geheuer und ich beschliesse stattdessen, den Tag mit ein paar Atemzügen frischer Thai-Bergluft zu starten. Vielleicht waren es am Vorabend eben doch ein paar Reisschnäpse zu viel…

Doi Inthanon, NojNoj ist immer für einen Spass zu haben

Am Tag zuvor sind wir von Chiang Mai zum zweieinhalb Stunden entfernten Doi Inthanon National Park aufgebrochen. Unseren Guide Noj und ihre Geschäftspartnerin Tik haben wir per Zufall kennengelernt. Sie sind die Inhaberinnen von ‚Coffee time‘ – einem gemütlichen Kaffee in Borsang, etwas ausserhalb von Chiang Mai, wo es leckeren Cappuccino gibt.

Während unserer nachmittäglichen Kaffeepause sprechen sie uns spontan an. Ob wir per Zufall ein paar Tage in der Gegend seien und Lust hätten, bei einer kleinen Privattour in den Nationalpark mitzumachen. Na klar, warum eigentlich nicht? Neben den beiden Frohnaturen und unserer Wenigkeit, sind die beiden deutschen Weltreisenden Josef und Konstanze sowie die beiden in Thailand lebenden Holländer Marianne und Bart mit von Partie. Eine bunt gemischte Truppe!

Doi Inthanon, Noj am KochenNoj und Tik beim Kochen

Auf dem Weg in den Park steigt Charlie zu. Ein im Nationalpark lebender Bergbauer. Er fungiert als unser „local guide“. Die Region um den Doi Inthanon, welcher mit seinen 2565 Metern die höchste Erhebung Thailands darstellt, wurde im Jahre 1954 zu einem der ersten 14 Nationalparks des Landes ausgewiesen und umfasst heute rund 482 km2.

Doi Inthanon, Charlie und NojNoj und Charlie als Guides im Doi Inthanon National Park

Kurz vor Mittag starten wir zu einer ersten Wanderung im Park. Bedingt durch die Höhenlage ist das Klima in dieser Region eher kühl, jedoch nicht weniger feucht als in den restlichen Landesteilen. Die dadurch gedeihende Flora ist beeindruckend und einzigartig zugleich. Neben dem typisch feuchten Regenwald wachsen hier auch Eichen, Kiefern und andere eher in kühleren Regionen beheimatete Arten. Zudem liegt im Doi Inthanon der höchste Nebelwald Thailands. Vom Gipfel geniesst man einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Täler und Landschaften.

Am späten Nachmittag erreichen wir Charlie’s Dorf. Charlie führt uns durch einen biologischen Bauernbetrieb, wo wir hie und da frische Zutaten ernten, woraus seine Frau am Abend – der thailändischen Küche entsprechend – ein scharfes Mahl zubereitet. Echt lecker!

Am Abend sitzen wir alle gemeinsam vor dem Lagerfeuer, singen, lachen und trinken von eben diesem Reisschnaps-ähnlichen Destillat. Na zumindest bekommen wir so keine Würmer…

Doi Inthanon, LagerfeuerReisschnaps ist nicht jederman(n)s Sache…

Im Park entspringen viele Flüsse, welche sich ab hier ihren Weg bahnen. Teilweise über steile Gesteinsformationen, wodurch herrliche Wasserfälle entstehen. Am nächsten Tag wandern wir einem dieser Flüsse entlang und können unterwegs zahlreiche Wasserfälle bestaunen. Nach einem eiskalten Bad in einem Pool, stärken wir uns mit feinem Thai-Food aus Bananenblättern und dösen anschliessend in der Sonne. Am Nachmittag schlendern wir entlang weitläufiger Reisfelder und durch kleine Dörfer, wo vorzüglicher Kaffee angebaut wird. Zum Schluss noch einen starken Americano, bevor wir das letzte Stück in Angriff nehmen.

Doi Inthanon, Wasserfall mit CharlieCharlie beim Wasserfall

Doi Inthanon, BaristaThai-Barista am Zubereiten von Americano

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Link: Doi Inthanon National Park

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