Aha-Erlebnis am Glarner Obersee

Die Aussicht auf ein sonnig-warmes Mai-Wochenende (ja, es gab genau eines) hat uns mal wieder einen Ausflug mit etwas Luftveränderung planen lassen. Die Idee war: etwas in die Höhe, keine zu lange Anreise (ab Zürich) und kein riesiger Touristen-Hotspot. Wir haben uns letztlich für den Obersee im Glarnerland entschieden. Aha, in Glarus gibt es auch einen Obersee.

Nach einem kurzen Abstecher nach Glarus ging’s zurück nach Näfels und von dort aus hoch in Richtung Obersee. Die Strasse ist zwar schmal, aber es gibt ausreichend Ausweichplätze, um aneinander vorbeizukommen. Wer mag, kann die gut 7km aber auch zu Fuss zurücklegen. Es lohnt sich übrigens, früh anzureisen, denn bei grossem Besucheraufkommen wird die Bergstrasse gesperrt, um eine Überlastung zu vermeiden. Beim Parkplatz angekommen, eröffnet einem gleich das wunderbare Bergsee-Panorama – es war Liebe auf den ersten Blick. Der blau glitzernde Bergsee zwischen Wald und Felsen, grüne Wiesen mit einigen wenigen Schneeflecken und im Hintergrund die Glarner Alpen. Das Check-in im Berghotel Obersee musste definitiv warten.

Start zum Spaziergang um den See

Also machten wir uns gleich auf den Weg, um die Gegend zu erkunden. Erst mal runter zum See. Hier wurden wir von unzähligen, quakenden Zeitgenossen begrüsst. Wir haben uns erklären lassen, dass es sich nicht etwa um Frösche, sondern um Kröten handelt. Aha! Weiter gings auf den Waldlehrpfad entlang des Seeufers. Auf dem idyllischen Waldweg gab es Infotafelnd mit allerlei Wissenswertem über Waldameisen, Spechte, den Nährstoffkreislauf usw. Aha! Einmal abgesehen von den vielen Zwischenstopps bei den Kröten, Infotafeln, Pilzen etc. dauert der Rundweg um den See ca. eine Stunde. Also haben wir noch einen Abstecher entlang des Sulzbachs eingelegt.

Entlang des Sulzbachs

Im Sommer gibt es hier einen Campingplatz, davon war aber im Mai noch nicht viel zu sehen. Zu sehen war allerdings das bereits beim Parkplatz ausgeschilderte Schwimmbad. Ein Schwimmbad inkl. Umkleidekabine und Dusche in dieser Gegend? Aha!

Das Schwimmbad Obersee ist das höchstgelegene Freibad im Kanton Glarus

Das Schwimmbad Obersee liegt auf rund 1000 Höhenmetern und ist damit das höchstgelegene Freibad im Kanton Glarus. Man kann hier sogar eine Jahreskarte lösen. Das Schwimmbad wurde Anfang der 1960er-Jahre erbaut und galt lange als kältestes Schwimmbad der Schweiz. Wegen des fehlenden Stroms gab es keine Filteranlage und das Wasser musste regelmässig ausgetauscht und durch frisches Bergquellwasser ersetzt werden. Erst mit dem Einsatz einer Solaranlage konnte ein Filter eingesetzt und das Kälteproblem so gelöst werden. «Leider» hatten wir keine Gelegenheit, dies zu testen, denn Mitte Mai war das Schwimmbad noch leer.

Entschleunigung pur: mit ca. 1 km/h zurück Hotel

Auf dem Rückweg entlang des anderen Seeufers zeigte das wunderbare Panorama aus einer anderen Perspektive: Der See und das direkt am Ufer gelegene Hotel und im Hintergrund die Churfirsten – diesmal ein «Aha-Erlebnis» der etwas anderen Art.

Was für ein Anblick: Der Obersee mit den Churfirsten

Zurück beim Ausgangsort, war nun das Check-in im Berghotel Obersee* an der Reihe. So viel vorweg: wer sich über fehlende Freundlichkeit in den Schweizer Tourismusgebieten zu beklagen gedenkt, sollte vielleicht einmal einen Abstecher hierhin machen. Die Herzlichkeit, mit der die Gäste im Hotel empfangen und bedient werden, hat absoluten Vorzeigecharakter. Teamgeist wird im Hotel laut Wirtin Monica Bigler grossgeschrieben – es herrscht eine Zufriedenheit, die man als Gast definitiv spürt. Die Küche ist währschaft und macht trotz üppiger Portionen Lust auf mehr.

Einen Besuch wert: das Berghotel Obersee auf 932 https://www.berghotel-obersee.ch/

Die Luftveränderung hat gutgetan und obwohl wir nur eine Nacht auswärts geschlafen haben, hatten wir das Gefühl, deutlich länger weggewesen zu sein. Wir haben uns jedenfalls in den Obersee verliebt und verbringen im Juni gleich nochmals eine Nacht da.

Info:

*Das Berghotel Obersee inklusiv Restaurant hat geschlossen. Unbedingt eigene Verpflegung mitnehmen! (Stand Juni 2022)

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