Meine drei Lieblingsausflüge rund um Marrakesch
Gerade während den hierzulande kühleren Temperaturen ist Marrakesch ideal für einen Abstecher in die Wärme. Wir haben im Oktober eine ganze Woche in der Stadt am Fusse des Atlas verbracht. Dass wir nicht die ganze Zeit mit Streifzügen durch die Medina verbringen möchten, war klar. Darum haben wir uns immer wieder mal einen Ausflug in die Umgebung gegönnt. Die Auflagen: Das Programm muss für drei Generationen zwischen 10 und 80 Jahren passend sein. Zudem muss die Aktivität innerhalb eines Tages machbar sein und wir wollen nicht unzählige Stunden im Auto verbringen. Und wenn wir uns dafür nicht extra einen Mietwagen besorgen müssen, sind wir auch nicht böse. Diese drei Ausflüge haben es mir dabei besonders angetan.
Ausflugstipp 1: Im Anima Garten von André Heller trifft Kunst auf Natur
Im im Ourika-Tal, knapp 30km von Marrakesch entfernt, befindet sich der Jardin Anima – eine Kombination aus Freiluft-Kunstmuseum und botanischem Garten. Von der Koutoubia aus bringt uns der kostenlose Shuttle direkt vor das Anima-Gartentor.
Auf der Webseite des Gartens steht: „Die drei Hektar grosse, opulente, botanische Inszenierung des Universalkünstlers André Heller ist ein magischer Ort der Sinnlichkeit, des Staunens, der Kontemplation, der Freude, der Heilung und der Inspiration. Für Menschen jeden Alters, die Unvergessliches erleben wollen.“ Nun, die Heilung ist mir zwar schuldig geblieben, aber der restlichen Aussage kann ich absolut zustimmen.


Die Kunstwerke sind eingebettet in die üppige Natur des Anima Gartens.
Die Inszenierungen von Grössen wie Pablo Picasso, Keith Haring und zahlreicher weiterer Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt betten sich ein in das üppige Grün des Gartens. Hinter jeder Verzweigung wartet ein neues Highlight, eine andere Stimmung, ein neues Wow-Erlebnis. Und überall gibt es fantasievolle Sitzgelegenheiten, um in aller Ruhe in die aufregende Gelassenheit des Gartens einzutauchen. Für mich war der Besuch des Jardin Anima definitiv einer der Höhepunkte unserer Marrakesch-Reise.



Spazieren, verweilen, staunen: der Jardin Anima ist eine Oase der Kunst.
Ausflugstipp 2: Abstecher in die Agafay-Wüste
Da wir gerne etwas Wüstenluft geschnuppert hätten, die Sahara aber zu weit von Marrakesch entfernt ist, haben wir uns für einen Ausflug in die Agafay-Wüste entschieden. Es gibt zahlreiche Anbieter für Kamelreiten und Quad-Touren. Beides ist so gar nicht unser Fall. Wir hatten eher einen entspannten Nachmittag und ein Abendessen unter dem marokkanischen Sternenhimmel im Kopf. Fündig geworden sind wir im kleinen Guesthouse/Restaurant Agafay Hills. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Olivenplantage – heute eine kleine Oase mit Pool, Liegebetten und verschiedenen Aufenthaltsbereichen für einen tollen, authentischen Aufenthalt.


Der Besuch in Agafay Hills ist ein absoluter Geheimtipp und entspannte Abwechslung zum bunten Treiben auf den Souks in der Medina von Marrakesch.
Wir haben uns für einen „Day Pass“ entschieden, damit wir vor dem Abendessen auch den Pool nutzen können. Den Transfer ab/bis zum Hotel in Marrakesch wurde auch durch das Agafay Hills organisiert. Begrüsst wurden wir mit einer Zitronenlimonade und Oliven aus heimischem Anbau und selbstgemachtem Gebäck. Die Ruhe und der Blick über die Wüstenhügel ist ein willkommener Kontrast zum hektischen Trubel in der Medina von Marrakesch.
Wir waren die einzigen sechs Gäste – ob es keine weiteren Buchungen gab oder die Anlage – so wie uns gesagt wurde – exklusiv für uns reserviert war, steht in den marokkanischen Sternen. Das Abendessen bestand aus verschiedenen Tajine-Gerichten mit und ohne Fleisch – alle waren hervorragend zubereitet und ein echter Genuss. In Zukunft wird es im Agafay Hills auch Gästezimmer geben, diese sind allerdings noch im Bau. Es ist wirklich eine Oase der Entspannung, die in Sachen Herzlichkeit kaum zu überbieten ist – marokkanische Gastfreundschaft „at its best“!


Tipp: Es lohnt sich bis in die Abendstunden in Agafay Hills zu bleiben – gerade in der Dämmerung ist die Stimmung einmalig.
Ausflugstipp 3: Hoch hinaus mit dem Heissluftballon
Zugegeben, eine Heissluftballonfahrt in Marrakesch wäre in meinen Top10-Reisewünschen wahrscheinlich nie aufgetaucht, hätte ich nicht kurz vor unserer Marokko-Reise zum ersten Mal mit einem ebensolchen abheben dürfen. Vom Heissluftballon-Virus infiziert habe ich meinen Eltern und meiner Frau eine solche Ballonfahrt geschenkt, bin selber aber nicht mitgeflogen. Ein grosser Fehler, wie sich herausgestellt hat.



Zusammen mit der Sonne erwachen auch die Heissluftballons.
Um 6 Uhr wartete der inkludierte Transfer – wiederum vor der Koutoubia – und brachte die Gruppe zum Startplatz in der Palmeraie, wo es erst einmal einen Kaffee und ein Gipfeli gab.
Unser Organisator war Balloning Marrakech (gebucht über GetYourGuide). Die Ballons wurden kurz vor Sonnenaufgang aufgeblasen, alleine das war ein Schauspiel sondergleichen, zumal rund 30 Heissluftballons fast gleichzeitig zum Leben erwachten. Dann, kurz vor den ersten Sonnenstrahlen, steigen die Ballons in der ganzen Ebene empor und bewegen sich wie bunte Glühwürmchen durch den sich aufhellenden Himmel. Die Fahrt geht dorthin, wo der Wind hin weht und nach knapp einer Stunde und einer sanften Landung hat man wieder festen Boden unter den Füssen. Für mich ist klar, das nächste Mal steige ich auch in den Korb ein und ich freue mich schon sehr darauf.


Vom Start bis zur Landung ist eine Ballonfahrt ein einziges grossartiges Erlebnis.
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