Für viele ist eine Safari in Afrika ein Traum, den man sich einmal im Leben erfüllen möchte. Schließlich ist das kein billiges Vergnügen (ab bestenfalls etwa 4.000 Euro ist man dabei) auch ein fünfstelliger Betrag kann durchaus zusammenkommen. Dazu kommen Kosten für teure Impfungen und Ausrüstung wie zum Beispiel ein gelsensicheres Hemd, das besonders für Malariagebiete wirklich nützlich ist.
Ich war ein Dutzend Mal auf dem Kontinent unterwegs und viele Male davon auf Safari. Deshalb kann ich ein paar Hinweise geben, wo es sich am meisten lohnt. Denn zunächst stellt sich einmal die Frage, welche Tiere möchte ich sehen. Ich habe Australier getroffen, die um die halbe Welt gereist sind, um Erdmännchen zu beobachten. Andere möchten unbedingt die Big Five sehen und reisen mit entsprechender Stricherlliste an.
Was du vor der Reise wissen solltest
Das Beste ist, nicht die großen Erwartungen zu haben, sondern sich auf das, was kommt, einzulassen. Eine Safari ist kein Zoo, sondern die freie Wildbahn, und diese richtet sich nicht nach den Besuchs- oder Fütterungszeiten. Zwei Mal konnten wir so viele Tiere in Aktion sehen wie andere in einem Jahr Safari nicht. Ich traf zu Fuß auf zwölf Nashörner, 70 Elefanten und ein Dutzend Gorillas – alle kamen heran auf drei oder vier Meter. Auf der anderen Seite habe ich nie einen Leoparden live gesehen, also keine Big Five. Dennoch würde ich keinen Leoparden gegen alle diese Erlebnisse tauschen wollen.
Zwei wichtige Dinge noch: Das Essen in Afrika kann für europäische Mägen sehr belastend sein, vor allem wenn nicht abgepacktes Wasser verwendet wird. Ich trinke deshalb drei Mal am Tag (Früh, Mittag, Abend) einen kleinen Schluck Whisky zur Desinfektion.
Als zweiter Tipp sei gesagt, dass man die Chance nützen und in der Nacht den Sternenhimmel beobachten sollte. Einerseits ist in Afrikas Steppen und Savannen die Lichtverschmutzung geringer und andererseits ist die südliche Hemisphäre so ausgerichtet, dass man die Milchstraße weit besser sieht als in Europa. Vor allem Namibia ist einer der Hot-Spots für Astronominnen und Astronomen aus aller Welt.
Safari-Ranking
Hier jedenfalls mein Ranking für Safari-Einsteigerinnen und Einsteiger, wobei ich betonen möchte, dass alle Destinationen großartig sind, aber nicht immer für Anfängerinnen und Anfänger geeignet. Deshalb eine ehrliche Aufzählung mit Vor- und Nachteilen:
1. Südafrika
Von allen Destinationen das beste Preis- Leistungsverhältnis. Der Kruger-Nationalpark ist ohnehin top, der Addo-Elefantenpark bietet sogar Malaria-freies Safari-Vergnügen. Doch es gibt auch zahlreiche kleinere Parks, wie etwa den Hluhluwe in Eswatini (früher Swasiland), wo wir bei einem Spaziergang gleich eine Gruppe mit zwölf Nashörnern getroffen haben.
Südafrika ist günstiger als die meisten anderen Destinationen, trotzdem sind auch die Lodges besser. Allerdings ist die Kriminalität sehr hoch, viele Quartiere sind mit Stacheldraht eingezäunt. Natürlich kommt noch Kapstadt als Extra dazu, vielleicht die schönste Stadt Afrikas.
2. Kenia/Tansania
Die Serengeti ist der vermutlich schönste Teil Afrikas. Die Population an Wildtieren ist so dicht, dass man oft nirgends hinschauen kann, ohne zumindest Giraffen, Elefanten oder Zebras zu sehen. Ganz besonders ist auch die „Great Migration“, wenn sich Millionen Gnus vor den Flussübergängen anstellen, um dem Regen zu folgen. Im Wasser warten dann Tausende Krokodile auf eine Mahlzeit. Löwen und Geparden gibt es viele zu bewundern, Nashörner etwas seltener.
Das Ganze ist schon deshalb teurer, da man in die Serengeti vor allem von Nairobi und Mombasa nur mit eher abenteuerlichen Buschfliegern kommt. Flugangst sollte man keine haben, doch schon bei der Landung kann man viele Tiere aus der Luft bewundern.
3. Gorilla-Tracking in Uganda, Ruanda oder den beiden Kongos
Es ist ein unglaubliches Gefühl, plötzlich alleine auf einer Lichtung mit zehn Gorillas zu stehen – und der Silberrücken steht nur zwei Meter entfernt. Allerdings ist das ganze ziemlich teuer.
Uganda ist touristischer, aber dafür günstiger, allerdings unter 6.000 Euro nicht mehr machbar, da die Gorilla-Permits mittlerweile längst im vierstelligen Euro-Bereich sind.
Wirklich hervorragend ist es im Kongobecken, das einst mit dem Amazonas verbunden war und deshalb eine ähnliche Artenvielfalt und ein einzigartiges Urwald-Erlebnis bietet. Dort bekommt man noch mehr das Gefühl wie bei einer echten Expedition, dafür kostet es auch das Doppelte. Im Odzala-Nationalpark, wo zwei Ebola-Ausbrüche gab, wartet Abenteuer pur. Das Gebiet ist so entlegen, dass es im Falle eines Absturzes mit dem eher dubiosen Busch-Flieger nicht einmal eine Suchaktion gibt. Ein einzigartiges Erlebnis, allerdings nicht unbedingt für Safari-Anfängerinnen und Anfänger empfohlen.
4. Madagaskar
Nicht nur für die Fans der animierten Filmreihe „Madagascar“ ein Anziehungspunkt. Lemuren (darunter die Kattas), Fossas und hunderte Chamäleonarten sind aus nächster Nähe zu beobachten. Im Süden und Norden bietet Madagaskar auch als eines der wenigen afrikanischen Länder wirklich schöne Strände. Allerdings ist Madagaskar eines der ärmsten Länder der Welt. 2021 etwa besuchten wir eine Stadt mit 15.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die erstmals überhaupt an das Stromnetz angeschlossen worden ist.
Zum Weiterlesen
Unsere Erfahrungen beim Gorilla-Trekking in Uganda kannst du hier lesen:
Ein weiteres faszinierendes Reiseziel in Afrika ist Namibia. Die Highlights unseres Familien-Roadtrips liest du hier:

