Klettern in Sardinien: Tipps für deine Reise

Felsen und türkises Meer auf Sardininen mit Sonnenuntergang und rosa Himmel
Sardinien ist mit seiner besonderen Landschaft ein Paradies zum Klettern. Wir haben Tipps, wo du am schönsten klettern kannst und was du an kletterfreien Tagen auf der Insel erleben kannst.

Sardinien besticht durch eine charakteristische Landschaft. Durch die geografische Isolierung konnte sich eine einzigartige Flora- und Fauna bilden. Die Küstenlandschaft reicht von weiten, langen Strandabschnitten mit kristallklarem Meer bis hin zu steilen Klippen, die direkt ins Meer abfallen. Im Landesinneren erstrecken sich Wälder, Berge und Hochplateaus mit Schafen und Kühen.

Die Kombination aus Felsqualität und atemberaubender Kulisse machen Sardinien auch bei Kletter:innen so beliebt. Besonders in den Nebensaisonen im Frühling und Herbst ist Sardinien längst kein Geheimtipp mehr. Cala Gonone ist ein perfekter Ausgangspunkt, um unterschiedliche Klettergebiete, Strände und Buchten zu erkunden.

Blick von oben auf Cala Gonone
Der kleine Ort Cala Gonone von oben.
Blick auf Straße und Meer
Cala Gonone ist der perfekte Ausgangspunkt und gleichzeitig wunderschön gelegen.

Ausgangspunkt Cala Gonone

Cala Gonone liegt an der östlichen Küste und ist sowohl von Olbia, als auch von Cagliari aus gut erreichbar. Nachdem wir um 7 Uhr mit der Fähre von Livorno in Olbia angekommen sind, waren wir schon 1,5 Stunden später im kleinen Ort Cala Gonone. Von dort erreicht man innerhalb von 10 bis 40 Minuten diverse Klettergebiete. Am besten ist es, sich einen Kletterführer für das Gebiet zu organisieren. Entweder kauft man sich ein Exemplar vor Ort (es gibt welche auf Deutsch oder Englisch), oder es gibt auch die Möglichkeit, sich einen beim Alpenverein zu leihen.
Diese Klettergebiete sind gut von Cala Gonone erreichbar und auch sehr empfehlenswert:

Dorgali

Das familienfreundliche Klettergebiet ist nach nur wenigen Minuten mit dem Auto und einem kurzen Zustieg erreichbar. Die Schwierigkeiten reichen von 3a bis 8a.

Millennium

Um zu der Höhle Millennium zu gelangen, folgt man einem Klettersteig. Dort wird man mit einer spektakulären Kulisse belohnt: steile Klippen, kristallklares Meer und das Ziel, die Millennium Höhle.

Vorsicht: In einigen der Felsvorsprünge haben sich Tauben oder Fledermäuse eingenistet. Bei den Routen sollte man die Bohrhacken zuerst bewerten, denn durch die Nähe zum Meer und die feuchte Luft können sie schneller rosten.

Die Schwierigkeiten der Routen liegen zwischen 6a und 8c+.

Millenium: Felsbogen und im Hintergrund das Meer
Spektakuläre Blicke ...
Felsen und Stahlseil in Millenium
... und spektakuläre Kletterrouten.

Cala Fuili

Die Cala Fuili ist rund 4 Kilometer von Cala Gonone entfernt. Die Strecke dorthin ist besonders in der Früh bei Sonnenaufgang atemberaubend und eignet sich auch hervorragend als Lauf-Strecke.

Dort angelangt, geht man die Stufen zur Bucht hinunter, vor einem liegt das Meer und dahinter geht der Weg weiter in die Schlucht. Nach einer Zustiegszeit von 20-30 Minuten erstrecken sich rechts und links hohe Felswände. Dort kann man zwischen verschiedenen Sektoren und Routen auswählen, die Schwierigkeiten reichen von 4a bis 8c.

Blick auf Cala Fuilli: Felsen, Sandstrand und Meer
In der Cala Fuili gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und wunderschöne Ausblicke.

Ulassai

Einer der bekanntesten Kletterorte ist Ulassai, das Kletterdorf hat rund 1’300-Seelen und fast 2’000 Kletterrouten. Diverse Sektoren in und rund um Ulassai bieten auch für alle Jahreszeiten optimale Bedingungen.

Die Sektoren Torri de Venti und Canyon Sa Tappara, um nur einige zu nennen, bieten für alle Könnerstufen schöne Routen. Die Leichtesten sind 3a, die Routen reichen aber bis hin zu schweren 9a Linien. Nach Ulassai kann man auch problemlos alleine fahren, denn im Nannai Climbing Home findet man ganz leicht eine:n neue:n Kletterpartner:in.

In Ulassai gibt es bei Da Battista auch eine der besten Pizzen: ein luftig, knuspriger Teig mit reichlich Belag. Einfach traumhaft und zu echten italienischen Preisen.

Blick auf Ulassai und Raphaela beim Essen
Kurze Jausenpause im Kletterort Ulassai.

Tipps für Tage ohne Klettern

Wenn es auch verlockend ist jeden Tag ein neues Gebiet zu erklettern, sind auch in den Ferien die Rest-Days besonders wichtig. Zum Glück bietet Sardinien viele Alternativen. Auch hier ist Cala Gonone ein idealer Ausgangspunkt, um Strände, Höhlen und Buchten zu erkunden. Denn ein Faulenz-Tag am Strand darf natürlich nicht fehlen. Mit einem guten Buch, Sudoku oder Würfel lässt es sich ganz bequem verweilen. Auch im Oktober und November ist die Wassertemperatur zwischen 22 und 19 Grad Celsius noch angenehm. Mit einer gut sitzenden Schwimmbrille kann man auch schon im knietiefen Meer kleine und grössere Fische beobachten und Wellenhüpfen.

Beim Spiaggia di Cartoe, nur ein paar Autominuten von Cala Gonone entfernt, kann man auch zu den Nahen Felsen im Meer schwimmen und die Unterwasserwelt schnorchelnd entdecken. Auch für Kinder ist der Spiaggia di Cartoe ideal, da man mehrere Meter ins Meer gehen kann, und zuerst Hüfthoch und dann wieder Knietief im Wasser steht.

roter Sonnenschirm und Mann auf dem Sandstrand Cala Gonone
Der Strand in Cala Gonone ...
Campingstuhl mit Handtuch und Bikini auf dem Sanststrand Cala Gonone in Sardinien.
... perfekt für Rest-Days.

Travelistas Tipp: Jause und Getränke selbst mitbringen!

In der Nebensaison sind Strandbars in der Regel schon geschlossen. Ausserdem ist die Sonne schon früher weg, das heisst je nach Monat wird es schon ab 18 Uhr dunkel.

Nicht vergessen: Den eigenen Müll entsorgen!

Jause von oben
Egal wo: Eine gute Jause darf nie fehlen.

Wer einen Strandtag für die absolute Horrorvorstellung hält, kann zwischen Bootausflügen, Wanderungen zu Höhlen, Schluchten oder Buchten wählen.

Die Wanderung von der Cala Fuili zur Cala Luna erfüllt alle Punkte. Mit dem Auto kann man direkt bis zur Cala Fuili fahren, aber Vorsicht: die Parkplätze sind begrenzt. Es ist also empfehlenswert, wenn man schon sehr zeitig vor Ort ist. Erstens, aufgrund der Parkplatzsituation und zweitens, hat man in der Cala Fuili einen unglaublichen Blick auf den Sonnenaufgang. Plus: Ganz früh am Morgen ist der Strand noch menschenleer. Je später es wird, desto voller wird es.

Von dort geht man zuerst die Stufen zur Cala Fuili hinunter, bis man am Ende von der Bucht in den Wald eintaucht und dem Weg entlang zur Cala Luna geht. Man sollte ca. 2 – 2,5 Stunden einplanen, und vor allem genügend Wasser mitnehmen. In den Morgenstunden ist die Temperatur zum Wandern noch angenehm, aber auch in der Nebensaison wird es zu Mittag sehr warm. Dort angekommen wird man mit einem spektakulären Blick aufs Meer belohnt.

Wer möchte, kann am Strand Kanus mieten oder sich ein Bootticket zurück nach Cala Gonone inkl. Shuttle zur Cala Fuili kaufen. Natürlich kann man auch direkt mit dem Boot von und nach Cala Gonone fahren.

Tipp: Man sollte auf jeden Fall die Uhrzeit des letzten Boots beachten. Ansonsten kann es passieren, dass das Boot weg ist man wieder selbst zurück gehen muss.

türkises Meer und zwei Menschen am Strand Cala Gonone
Der Strand in Cala Gonone.

Zum Weiterlesen

Wenn du nicht klettern, sondern lieber wandern und ein bisschen kraxeln willst, könnte der Tiroler Adlerweg ein spannendes Ziel sein:

Und wenn es nicht klettern, sondern mountainbiken und nicht Sardinien, sondern Elba sein soll:

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