Next Level im Winter Wonderland: Ischgl kann auch Tennis

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Wenn hochalpine Schneelandschaften, Unterhaltung und Tennis-Stars aufeinandertreffen, entsteht ein Winterwochenende auf Premium-Level: Bei der Ischgl Trophy trifft Spitzensport auf grenzenlosen Pisten-, Loipen- und Wanderspass – und zwischendurch wartet Entschleunigung in der Silvretta Therme. Kann das bitte nie wieder aufhören?

Gastbeitrag von Robert Penz

Du startest mit einem ausgiebigen Frühstück, stürzt dich auf die Pisten, geniesst ein herzhaftes Hüttenessen, verfolgst Tennis-Promis live von der Tribüne, gleitest im Tal noch eine Runde über die Loipe, lässt eineinhalb Stunden in der Therme die Seele baumeln und legst nach einem formidablen Abendessen noch einen Endspurt in einer Bar hin. Alles, was es dafür braucht, wie ich jetzt weiss? Rund 14 Stunden und den österreichischen Wintersportort Ischgl. Anfang Dezember bietet dieser neuerdings Möglichkeiten, die puncto Vielfalt und Erlebnisreichtum ihresgleichen suchen.

Das winterliche Ischgl hat viel zu bieten. (c) Bild Mitte: TVB Paznaun-Ischgl

Tennis im Winter Wonderland

Ischgl vereint seit jeher mehrere Rollen: internationales Wintersportzentrum mit breitem Angebot, kulinarischer Hotspot und natürlich Winter Wonderland für spektakuläre Events. Wie spektakulär? Nun ja, bei den längst legendären „Top of the Mountain“-Konzerten haben dort bereits Elton John, Bob Dylan, Kings of Leon und Tina Turner die Frisuren von rund 20’000 musikbegeisterten Fans – sagen wir mal so – ein wenig durcheinandergebracht. Nun hat sich das Dezember-Angebot im Tiroler Paznaun nochmals erweitert: Mit der Ischgl Trophy, die vom 11. bis 14. Dezember 2025 Premiere feierte, zog ein kompaktes Tennisturnier mit ernstzunehmendem sportlichem Anspruch ein – und brachte Spitzensport in die Topdestination.

Schon am Eröffnungstag der VIP-Exhibition zeigte der eigens errichtete Tennis-Dome, der Platz für weit über 1’000 Tennisfans bot, eine lebendige Mischung aus Kanonenaufschlägen, Passierbällen, Smashes, Lobs, Serve-and-Volley sowie purer Euphorie und gelegentlicher Verzweiflung am Court – etwa bei den Matches der ehemaligen Top-Profis Dominic Thiem, Tommy Haas, Jo-Wilfried Tsonga und Feliciano López. Die einstigen ATP-Spieler bewiesen im Rahmen dieses Kurzturniers mit Wettkampfcharakter in der Tennis-Off-Season eindrucksvoll, dass Topspin und Tiefschnee sowie Beinarbeit und Bergabfahrten absolut perfekt korrespondieren.

Feliciano López, Jo-Wilfried Tsonga, Stefan Koubek, Mischa Zverev, Dominic Thiem und Tommy Haas bei der Ischgl Trophy. (c) Ischgl Trophy

Nordischer Gleitspass im Nachbarort 

Da meine Knie derzeit ziemlich herumzicken, war ich an diesem Wochenende im Dezember 2025 vermutlich der einzige in der gesamten Silvretta Arena – dem Skigebiet, das Ischgl mit dem zollfreien Schweizer Samnaun verbindet und grenzenlosen Pistenfun bietet –, der nicht in die Skischuhe gesprungen ist. Ich war aber zwischen zwei Tennispartien ein Ründchen langlaufen. Und zwar im Nachbarort Galtür, der ans Loipennetz angeschlossen ist und wegen seines Lawinenunglücks im Februar 1999 vielen Schweizerinnen und Schweizern wohl ein Begriff sein dürfte.

Für die Loipe in Galtür entschied ich mich auch, weil ich dort vor dem nordischen Gleitspass noch einen Abstecher ins Alpinarium machen wollte. Das architektonisch spannende, museumspädagogische Haus und Erlebniszentrum richtet sich an Einheimische wie Touristinnen und Touristen gleichermassen, vermittelt anschaulich Themen wie Berggeschichte, alpines Leben und Naturgefahren und ist zugleich ein Ort der Prävention und des Erinnerns. Es ist beeindruckend.

Abtauchten & Aufheizen

Richtig beeindruckend ist aber auch die Silvretta Therme in Ischgl, in die ich an diesem Tag unbedingt noch einen Sprung machen wollte. Nur etwa zwei Gehminuten vom Tennis-Dome entfernt, versteht es diese gigantische Anlage ziemlich gut, die vom Langlaufen angespannten Muskeln und die vom Passivsport müden Augen wieder in Schuss zu bringen. Notabene: Wer die Therme quasi durchspielen möchte, sollte besser zwei Wochen Urlaub einplanen: Allein die Anzahl der Becken ist beeindruckend – vom Sportbecken über ein grosszügiges Erlebnisbecken mit Whirl-Turm und eine Solegrotte bis hin zu Panorama-Pools mit Blick auf die Silvretta-Gipfel. In der Therme grinsen auch alle.

Die Auswahl in der Silvretta Therme in Ischgl ist ziemlich beeindruckend. (c) Silvretta Therme / Stefan Kürzi

Kein Wunder, denn auch die Saunalandschaft ist ein Erlebnis für alle Sinne und absolut meisterlich. Buchstäblich! Saunameister Bernie Becht konnte 2024 nämlich bei den österreichischen „Aufguss Masters“ reüssieren, bei denen Disziplinen wie „Show“, „Handtuchtechnik“ und „Düfte“ von einer Jury bewertet werden. Herzstück der Therme ist die Panoramasauna, eine der grössten Österreichs, doch auch die Bergkräuter-, Erlebnis-, Zollhütten- und Zirbensauna heizen einem gewaltig ein und lassen Düfte fröhlich über die Nasen tanzen. Zwei Dampfbäder und eine Schneegrotte runden den 1’500 Quadratmeter grossen Saunabereich ab. Und im Massage- und Spa-Bereich gehen sowieso unentwegt Glücksgefühle in Serie. Mein Masterplan für 2026: Ich gönne mir hundertprozentig ein „Renew you!“-Paket und das „Muskelkater“-Repair, sollte ich davor wieder so extrem passivsporteln. Klingen fantastisch, hatte ich noch nie.

Hier kann man sich mit Aufgüssen von Saunameistern verwöhnen lassen! (c) Silvretta Therme / Stefan Kürzi

Schneeschuhspass & Gaumenschmaus

Obwohl man an den insgesamt knapp 240 Pistenkilometern der Silvretta-Arena im Grunde nicht vorbei will, greife ich an meinem Wochenende im spektakulären Ischgl gar nicht zu den Carving-Brettern, sondern am Tag nach dem Langlaufen noch zu Schneeschuhen. Das Fimbatal, das die Berge der Samnaun- und der Silvretta-Gruppe trennt, ist eine stille, hochalpine Oase und bietet sich ideal für eine Wanderung an – eingebettet zwischen schroffen Gipfeln und sanften Almwiesen. Einmal mehr wähne ich mich in Ischgl in einer bombastischen Schneekugel, in der Postkartenidylle auf Spass und mächtig gute Laune trifft. Letztere feiern wir auf der Bodenalpe mit einem Bierchen noch einmal gebührend.

Beim Schneeschuhwandern durch das Winterwunderland im Fimbatal zeigt sich Ischgl noch einmal von einer anderen Seite.

Was man schlicht konstatieren muss: Die Erlebnisdichte ist hier im Paznaun einfach enorm. Nicht minder beeindruckend: die Dichte an Sternen und Hauben vor Ort. Ischgls Spitzenkulinarik verbindet alpine Tradition und internationale Gourmetkunst, lässt feine regionale Zutaten mit innovativen Kochtechniken zu kunstvollen Kreationen verschmelzen und macht das Gros der Gänge zu lukullischen Expeditionen. Und dann spielt die frische Bergluft der Gastronomie auch noch in die Karten. Aber keine Sorge: Auf Gäste und Einheimische jedweder kulinarischer Interessenslagen und Geldbörsen-Größen wartet hier ein facettenreiches Genussangebot.

Game, Set and Match

Tommy Haas als Sieger der Ischgl Trophy

Tobias Bosch (Turnierdirektor), Günther Zangerl (Vorstand Silvrettaseilbahn AG), Tommy Hass, Dominik Thiem, Alexander von der Thannen (Präsident TVB Paznaun-Ischgl), Edwin Weindorfer (CEO e|motion Group) (c) Ischgl Trophy

Dass Dominic Thiem im Finale der Ischgl Trophy nicht all seine Qualitäten abrufen konnte, sorgte bei den Fans des Lokalmatadors natürlich für ein paar enttäuschte Gesichter. Dennoch war der Auftakt der VIP-Exhibition-Trophy, die letztlich der Deutsche Tommy Haas für sich entscheiden konnte, überaus gelungen. In den kommenden beiden Jahren wird die Ischgl Trophy, veranstaltet von der Silvrettaseilbahn AG gemeinsam mit der Eventagentur e|motion group, erneut ausgetragen. Und wer weiss – vielleicht taucht ja auch mal Roger Federer dort auf? Man wird ja noch träumen dürfen!

Auch ein anderes Tiroler Tal, das Ötztal, ist sicherlich eine Reise wert. Warum liest du hier. Wer sich für langlaufen und Kulinarik interessiert, sollte auch die Genussloipe im Engadin nicht verpassen. Mehr dazu im Blogbeitrag von Dennis Jeitziner.

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