Warum Fasten glücklich macht und wo es gelingt

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Die Hälfte der Fastenzeit ist geschafft, doch was bringt fasten eigentlich und ist es überhaupt gesund? Wir haben bei Expert:innen nachgefragt und Tipps, wo und wie der Reset garantiert gelingt.
“Fasten löst häufig Glücksgefühle und Zufriedenheit, teils sogar Euphorie aus”, erklärt Gerald Autengruber. Er ist klinischer Psychologe im Park Igls Medical Spa Resort unweit von Innsbruck in Tirol. Das sogenannte “Fasten-High” entsteht dadurch, dass der Körper seinen Stoffwechsel umstellt, wenn die Energiezufuhr von aussen länger ausbleibt. Das stösst auch Prozesse im Gehirn an, die dazu führen, dass die Glückshormone Dopamin und Serotonin ausgeschüttet werden. In der Steinzeit diente das übrigens dazu, unsere Vorfahr:innen zum Jagen und Nahrung suchen zu motivieren.

Was bringt fasten?

Für den Körper bietet das Fasten viele Vorteile. Es beeinflusst wichtige Mechanismen, die mit Alterungsprozessen zusammenhängen. Unser Stoffwechsel ist nicht dafür gemacht, ständig Nahrung aufzunehmen. Pausen ohne Nahrung aktivieren deshalb Reparatur- und Anpassungsprozesse im Körper. Fasten verbessert den Blutzucker, die Insulinsensitivität, den Blutdruck und die Körperzusammensetzung. Ob man durchs Fasten aber gar länger lebt, ist nicht sicher. “Ich sehe Fasten als eine einfache, wirksame Präventionsmassnahme”, sagt Katharina Sepp, ärztliche Leitung des Alpin Resort Sacher in Seefeld, das sich auf Longevity spezialisiert hat. Wichtig dabei sei aber, das Fasten individuell anzupassen und nicht strikt dogmatisch umzusetzen. Fasten kann helfen, metabolische Prozesse zu regulieren und Risikofaktoren zu verbessern, aber es ersetzt keinen gesunden Lebensstil. Die Basis dafür bleiben Bewegung, ausgewogene Ernährung, Schlaf, Stressregulation und soziale Stabilität, erklärt Sepp.

Auch psychologisch wirkt das Fasten, wie der Psychologe Autengruber erklärt. Die bewusste Entscheidung zum Verzicht führt zu einem gewissen Autonomiemoment, wir bezwingen unsere Instinkte. Das Fasten bringt aber nicht nur körperliche Vorteile, sondern auch psychische. Wenn wir uns nicht mehr damit beschäftigen müssen, was wir einkaufen, kochen und essen müssen, werden Zeit und mentale Ressourcen frei, die wir im Idealfall für bewusstes Reflektieren nutzen können. Ausserdem nehmen wir Hunger- und Sättigungsgefühl wieder bewusster wahr und können lernen, zwischen echtem und emotionalem Hunger zu unterscheiden. “Diese Erkenntnis kann zu mehr Zufriedenheit, Selbstvertrauen und damit Glück führen”, sagt Autengruber.

Beim Fasten konfrontieren wir uns ausserdem mit uns selbst. Essen wird oft als einfache Strategie verwendet, um unangenehme Gefühle zu vermeiden. Wenn diese Strategie wegfällt, müssen wir uns mit den zu Grunde liegenden Emotionen beschäftigen und lernen, die Gefühle auszuhalten. Deshalb ist Fasten auch eine Chance für Selbstverwirklichung.

Wie fastet man am sinnvollsten?

Wissenschaftlich am besten untersucht sind die Intervallfasten-Modelle wie 16:8, bei der man 16 Stunden fastet und innerhalb der restlichen acht Stunden isst, sowie die intermittierende Kalorienrestriktion, etwa das 5:2-Prinzip. Bei letzterem isst man an fünf Tagen ganz normal, während man an zwei nicht aufeinander folgenden Tagen nur ganz wenige Kalorien isst. Bei beiden gibt es in Studien Verbesserungen von Gewicht und Blutzuckerregulation. Längere mehrtägige Fastenphasen sind hingegen wissenschaftlich deutlich weniger gut abgesichert. Sie werden zwar im Zusammenhang mit Zellreparatur diskutiert, sind jedoch beim Menschen noch nicht ausreichend belegt und sollten ärztlich begleitet werden.

Fasten lässt sich auch sinnvoll in den Alltag integrieren denn schon 12 bis 14 Stunden Esspause senken den Insulinspiegel und fördern die Fettverbrennung, verzichtet man für 16 Stunden gibt es noch mehr metabolische Vorteile. “Eine moderate, regelmässig umsetzbare Esspause ist oft wirkungsvoller als extreme Fastenformen.”, sagt Katharina Sepp.

Wo der Reset garantiert gelingt

Essen ist ein sehr sozialer Prozess. Deshalb suchen wir uns auch zum Fasten gerne Partner:innen, mit denen wir den Verzicht gemeinsam durchziehen. Damit das Fasten-Vorhaben garantiert gelingt, hilft es, eine darauf spezialisierte Einrichtung zu besuchen. Die Vorteile dafür liegen auf der Hand: Das Vorhaben fällt deutlich leichter, wenn man nicht alleine ist, sondern sich gegenseitig unterstützen kann und keinen Ablenkungen widerstehen muss. Ausserdem hilft die ärztliche Begleitung, das Fasten in einem für den eigenen Körper und die eigene Psyche sinnvollem Mass durchzuführen.

Park Igls Medical Spa Resort

Das Park Igls zählt zu den führenden Medical Spas weltweit. Es liegt südlich von Innsbruck und ist ein renommiertes und international ausgezeichnetes Gesundheitszentrum. Die Behandlungen im Park Igls kombinieren universitäre Medizin mit den Erkenntnissen der Mayr-Medizin nach dem österreichischen Arzt F. X. Mayr. Dabei geht es vor allem darum, den Körper zu reinigen, den Verdauungstrakt zu schonen, das Kau- und Essverhalten zu schulen, sowie Mängel zu erkennen und auszugleichen. Sport unter sportwissenschaftlicher Anleitung gehört ebenfalls zum Programm.

Auch wenn man es vielleicht nicht erwarten würde: Das Essen im Park Igls ist trotzdem köstlich, der Küchenchef Markus Sorg zaubert abwechslungsreiche, kohlenhydratarme und basenorientierte Gourmet-Küche auf den Tisch. Im Spa kann man in Pool, Sauna und Infrarotkabine entspannen und im Fitnessraum trainieren.

Jeder Aufenthalt im Park Igls ist ärztlich begleitet und beginnt mit einer medizinischen Untersuchung, bei der das Programm für den Aufenthalt individuell bestimmt wird. Dabei wird auch eine der acht Ernährungsstufen gewählt, sie reichen vom strengen Tee-Fasten (Stufe 0) bis zur Mayr-Vitalkost (Stufe 7).

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Der Aufenthalt im Park Igls ist nicht nur für den Darm entschleunigend. © Park Igls
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Der Park direkt vor dem Hotel ist perfekt für einen kleinen Spaziergang. © Park Igls / Fred Einkemmer

Alpin Resort Sacher Seefeld

Wer nicht streng fasten, sondern einfach dem Körper etwas Gutes tun will, wird im Alpin Resort Sacher in Seefeld bestimmt fündig. Das höchstgelegene Sacher-Hotel liegt mitten in den Tiroler Bergen und verbindet Luxus, die legendäre Sacher-Kultur und köstliche Kulinarik mit einem ganzheitlichen und modernen Gesundheitskonzept, das wissenschaftlich fundiert und ärztlich begleitet ist. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Longevity.

Das Ziel der “Sacher Academy for better Aging” ist, das Leben aktiv und gesund zu gestalten, um das Wohlbefinden zu fördern. Jeder Retreat im Alpin Resort Sacher beginnt mit einem Anamnesegespräch, danach bekommt jeder Gast ein personalisiertes Konzept. Die Behandlungen sind vielfältig und reichen von verschiedenen Diagnosemethoden über Naturheilkunde und energetische Therapien bis hin zu einem bunt gestalteten Aktivprogramm.

Im Alpin Resort Sacher steht nicht der Verzicht im Vordergrund. Mit 2 Hauben von Gault&Millau gibt es individuell abgestimmte Gesundheitsküche bei der der Genuss im Mittelpunkt steht. Das Besondere: Im Sacher fühlt man sich nicht wie in einem Kurhotel, sondern man erlebt einen Luxusurlaub und hat gleichzeitig langanhaltende gesundheitliche Vorteile. Noch ein Bonus im Alpin Resort Sacher: Auch Hunde sind herzlich willkommen, mit dem Longevity Deluxe für vier Pfoten gibt es sogar ein eigenes Programm für die Vierbeiner und ihre Besitzer:innen.

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Schon alleine diese Kulisse fördert das Wohlbefinden. © Alpin Resort Sacher / David Johansson

Fasten am Fusse der Rigi

Auch in der Schweiz kann man fasten, zum Beispiel am Vierwaldstättersee. Rund um die Rigi gibt es dafür gleich mehrere Angebote. Im Kurhaus St. Otmar in Weggis werden Gäste beim “Trinkfasten” individuell begleitet. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Kurse oder Massagen dazuzubuchen. Sauna, Pool und Fitnessraum, sowie ein Gemeinschaftsraum mit Bibliothek machen den Aufenthalt dann zu einer erholsamen Auszeit für den ganzen Körper.

Wer beim Fasten gerne aktiv bleiben möchte, kann ebenfalls in Weggis Intervall-Basenfasten mit Golfen kombinieren. Durch nährstoffreiche, basische Mahlzeiten bekommt der Körper genügend Energie für die Bewegung. Zusätzlich zum Golfen kann man das Fasten auch mit Wanderungen verbinden.

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Mit Blick auf die Berge fällt das Fasten leichter. © Rigi Bahnen

Ganzheitliche Gesundheit in Pontresina

Es muss nicht immer strenges Fasten sein, um den Körper zu entspannen. Pontresina entwickelt sich gerade zu einem Zentrum der Achtsamkeit, die Natur des Engadins ist dabei die ideale Kulisse, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Im Hotel Maistra 160 wird das Konzept der Mind Body Medicine gelebt. Dabei wendet man Yoga, Meditation und Mindfulness-basierte Stressreduktion an, die Verbindung zu Körper und Geist wird so gestärkt. Das Hotel bietet dafür Kurse für alle an, die ein gesünderes Leben starten wollen. 

Ein niederschwelligeres Angebot, um mehr zu sich selbst zu finden, ist der Mind Body Nature Experience Trail. Dabei führt man Audio-Übungen selbstständig in der Natur durch, bei denen man die Natur bewusst erlebt und so eine tiefere Verbindung zu sich selbst herstellt und Stress reduziert.

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Die Natur rund um Pontresina hilft dabei, Stress abzubauen. © Pontresina Tourismus
Mind Body Medicine Kurs im Maistra 160 in Pontresina (c) Andrea Klainguti
Ein Mind Body Medicine Kurs im Hotel Maistra in Pontresina © Andrea Klainguti

Weitere Tipps

Sabines Deep-Health Erfahrungen in Pontresina gibt’s in diesem Artikel:

Mehr zum Mind Body Nature Experience Trail liest du in diesem Beitrag:

Wer in der Gegend der Rigi lieber aktiv unterwegs ist, findet hier Tipps für ein Tagesprogramm:

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