Die ganze Magie des Oberengadins – und dazu still und ruhig

Die ganze Magie des Oberengadins – und dazu still und ruhig

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Das Oberengadin – das weite, lichtdurchflutete Hochtal mit seinen Wäldern, funkelnden Seen und eisgepanzerten Bergen ist schlicht einmalig in der Schweiz. Gibt es in dieser geschäftigen Top-Destination noch einsame und stille Bergnatur? Ja! Und wie!

c Staffelbach BLOG Val Champagna _DSC4358Im Val Champagna

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich das Val Champagna zum ersten Mal erblickte. Ich war losgezogen von Muottas Muragl, hoch über Pontresina, in Richtung Fuorcla Muragl, und entschloss mich kurzerhand, den ausgetretenen Weg zu verlassen und stattdessen ganz oben auf dem langgezogenen Rücken meinen Weg zu suchen.

Nun ist dieses Muottas Muragl ja selbst schon ein Phänomen. Hoch über der perfekten Bilderbuchlandschaft des Oberengadins, mit seinen himmelblauen Seen und den eisgeschmückten Bergen und einer fast magisch wirkenden Bergaussicht, ist es einer der aussergewöhnlichsten Aussichtspunkte der Region.

c Staffelbach BLOG Val Champagna _DSC4346Kurz nach dem Start bei Samedan

Ich war nun also auf diesem einsamen Bergrücken unterwegs, in Gedanken ganz auf mein Ziel und meine Fotomotive bei der Fuorcla Muragl ausgerichtet, als mein Blick zu ersten Mal in das Val Champagna fiel. Ich weiss noch genau, wie ich einfach stehen geblieben bin. Dieses unberührte Tal! Diese Natur! Diese Ruhe, die dieses Tal ausstrahlt! Keine Strasse, keine Bahnen, nichts. Nur hie und da die Spuren eines Weges und in der Mitte des Tales eine kleine Alphütte. Das alles im Herzen des touristisch doch sehr geschäftigen Oberengadins. Den Namen Val Champagna prägte ich mir sehr gut ein.

c Staffelbach BLOG Val Champagna _DSC4350Bergfrühling oberhalb Samedan

Einige Jahre sollte es dauern, bis es sich ergab, dass ich das Tal mit meiner Nichte besuchen konnte, an einem Juli-Tag wie aus dem Kalender. Eine Weile dauerte es, bis wir vom Startpunkt in Samedan das Flugfeld passierten und den Taleingang erreichten. Hier wechselte der „Geschmack“ der Landschaft jedoch unvermittelt. Durch viel Natur, viel kernige Natur, führte jetzt der Wanderweg – über den rauschenden Bergbach, durch den Wald hoch, über einige Lawinenzüge, und schliesslich zuhinterst im Tal, unter dem Piz Vadret, auf einen unbedeutenden Pass, die Fuorcla Val Champagna.

c Staffelbach BLOG Val Champagna _DSC4391Trinkpause bei der Chamanna Val Champagna

Ich weiss nicht, wie Ihr es habt, aber ich liebe karge Berglandschaften über alles, diese wilden und ungehobelten Orte, wo sich Fels und Schnee und Rasen und die letzten Blumen treffen. Ich schlug meiner Nichte vor, unsere Mittagspause an einem solchen Ort zu machen, ganz hinten im Tal. So setzten wir uns an einen Felsen, ruhten uns aus und liessen die schroffe und doch eigenartig beruhigende Landschaft auf uns wirken.

c Staffelbach BLOG Val Champagna _DSC4407Gletscher-Hahnenfuss bei unserem Pausenplätzchen

Der Aufstieg zur Fuorcla Val Champagna ist nicht all zu steil, führt aber durch etwas Geröll, und im Frühsommer kann hier noch viel Schnee liegen. Auf dem Pass kommt man quasi wieder „zurück in die Zivilisation“ und zu den beliebten Wanderwegen.

c Staffelbach BLOG Val Champagna _DSC4447Auf dem Pass

Tolle Plätzchen für eine lange Pause gibt es auf der Fuorcla und auch auf dem Bergrücken daneben. Auf einem allmählich breiter werdenden Wanderweg geht es dann nach Muottas Muragl, und hier je nach Lust und Zeit zu einem leckeren Dessert im Berghaus oder direkt in die Standseilbahn.

Interessant: das Berghaus Muottas Muragl  ist das erste Plusenergie-Hotel des Alpenraums. Dank Sonnenkollektoren, Erdsonden und Photovoltaikanlagen produziert das Gebäude in der Jahresbilanz mehr Energie, als es benötigt. Das finde ich nicht nur echt cool, sondern zukunftsweisend!

c Staffelbach BLOG Val Champagna _DSC4481Eines der Zimmer im neu umgebauten Berghaus Muottas Muragl

Das Wichtigste, damit Ihr gleich loslegen könnt:

Ausgangspunkt: Mit dem Zug nach Samedan.

Route: Vom Bahnhofvorplatz nordöstlich und am Ende des Bahnhofgeländes östlich zum Inn. Über die Brücke und dem Flugfeld entlang zum Campingplatz. Hier nun hoch ins Val Champagna. Über die Fuorcla Val Champagna (2805 m) und schliesslich nach Muottas Muragl. Mit der Standseilbahn hinab zur Bahnstation Punt Muragl.

Kennzahlen: Länge 12.3 km, 1110 m Aufstieg, 370 m Abstieg, ca. 5 Stunden, Schwierigkeit: T2

Einkehren und Übernachten: Berghaus Muottas Muragl, 7503 Samedan, Zimmer, Telefon 081 842 82 32, www.muottasmuragl.ch

Infos: Landeskarte der Schweiz 1:25’000, Blatt 1257 (St. Moritz), 1:50’000 Blatt 268 / T (Julierpass). Engadin St. Moritz, 7500 St. Moritz
, Telefon 081 830 00 01
, www.engadin.stmoritz.ch

Ein Tipp: Nicht missen sollte man einen Besuch beim Lej Muragl, er liegt nur einige Wanderminuten vom Weg oben bei der Fuorcla Val Champagna.

 c Staffelbach BLOG Val Champagna _DSC4462Das ist er, der Lej Muragl

Detaillierte Karte auf schweizmobil.ch (Bild anklicken um zu vergrössern)

Val Champagna_Karte

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