Wandern für alle: Procap und SchweizMobil erweitern das Angebot von hindernisfreien Wanderwegen

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Von Markus Fässler

Procap und SchweizMobil treiben den Ausbau von barrierefreien Wanderwegen weiter voran. Seit 2025 finden sich im Netz von Schweiz Mobil gleich vier neue Routen, die auch für Menschen mit Handicap zu meistern sind.

Der Weg ab Brig entlang der Rhone bis nach Lalden bietet herrliche Panoramablicke auf das Rhonetal und die umliegenden Alpen. Das macht ihn zu einer beliebten Wanderstrecke. Das Spezielle daran: Seit diesem Jahr ist sie neu als Route 253 im Netz von SchweizMobil und damit eine von 87 Touren, die für Personen im Rollstuhl befahrbar und mit einer speziellen App für Blinde und Sehbehinderte Menschen selbständig zu meistern ist. Möglich macht das die Kooperation von SchweizMobil und Procap, der grössten Schweizer Selbsthilfe- und Mitgliederorganisation für Personen mit Handicap.

 

 

Jede Menge Kriterien

Damit es eine Route auf die Liste von Procap und SchweizMobil schafft, muss sie zuerst einige Kriterien erfüllen. Dazu gehören etwa durchgängige Passierbarkeit ohne Drehkreuze oder Schranken, keine Treppen ohne Treppenlifte, eine Wegbreite von mindestens 0,8m, maximal 50mm breite Spalten bei Rinnen, rollstuhlgeeignete Beläge ohne tiefes Kies, grosse Wurzeln und Steine sowie kein Gefälle von über 20%. «Eine wichtige Rolle spielen auch der Anschluss an den öffentlichen Verkehr, rollstuhlgängige Toiletten und zugängliche Gastronomie. Und nicht zuletzt zählt der Charakter der Route: Sie soll eine attraktive Landschaft erschliessen und mindestens drei Kilometer lang sein. Denn das Ziel ist Qualität, nicht Quantität», sagt David Perren, Sachbearbeiter Tourismus inklusiv bei Procap Reisen & Sport. Die Suche nach neuen Routen ist ein Zusammenspiel vieler Beteiligter: «Früher haben wir die Destinationen aktiv angesprochen. In den vergangenen zwei, drei Jahren melden sich immer häufiger Gemeinden und Tourismusregionen direkt bei uns, das ist toll», so Perren.  

 

 

Drei Schwierigkeitsstufen 

Unterteilt sind die 87 Touren in drei Schwierigkeitsstufen: leicht (blau), mittel (rot) und schwer (schwarz). Sobald eines der Kriterien nicht erfüllt ist, erfolgt die Höherstufung. Blinde und sehbehinderte Menschen erhalten während der Wanderung zusätzliche Unterstützung durch die App «MyWay Pro». Diese wird von Procap Schweiz, dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband und SchweizMobil getragen. Sie liefert GPS-gestützte Weganweisungen und gesprochene Informationen und ermöglicht so, die Wege selbständig zu gehen. Bisher war die App nur für iOS verfügbar. «Auf diesen Herbst hin ist ganz neu auch eine Android-Version verfügbar», so Perren.

Erweitert wurde das Angebot zudem durch das Projekt «Wandern für alle». Mit den Audioguides schafft Procap Schweiz einen Erlebnismehrwert sowohl für Blinde und Sehbehinderte Menschen wie auch für alle Wanderinnen und Wanderer allgemein. Sie erhalten neben einer Wegerklärung auch einen Mehrwert in Form von Erlebniserzählungen über Natur, Kultur, und vieles mehr. Davon profitieren auch alle anderen Wanderinnen und Wanderer und sie werden gleichzeitig zum Thema Behinderungen sensibilisiert – ein Beitrag zur gelebten Inklusion. Über einen QR-Code auf Infotafeln können alle diese Informationen abrufen.

 

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Über einen QR-Code können unkompliziert alle wichtigen Infos und Erlebniserzählungen erreicht werden. © Procap

 

Das sind die vier neuen Routen:

Route 253

Die Route 253 führt auf der beliebten Roten Meile von Bitsch bis Naters, dann der Rhone entlang nach Lalden. Sie punktet mit herrlichen Panoramablicken auf das Rhonetal und die umliegenden Alpen.

Route 907

Die Route 907, auch bekannt als Romanshorn-Rundweg, verläuft inmitten der herrlichen Bodenseelandschaft durch schattige Wälder und entlang des Seeufers.

Route 917

Die Route 917 befindet sich ebenfalls in der Ostschweiz. Der Bommerweier-Weg startet in Siegershausen und führt bis Bernrain. Der Weiher ist Lebensraum verschiedener Wasservögel und Amphibien.

Route 444

Die Route 444 startet in Lenk im Berner Oberland. Die Rundwanderung führt am idyllischen Lenkerseeli vorbei.

 

Weitere Tipps

Procap veranstaltet auch Gruppenreisen für Menschen mit Behinderungen. Helena Bigler (Ressortleiterin Procap Reisen & Sport) erzählt im Interview von Herausforderungen. Weitere Artikel zum Thema Barrierefreies Reisen gibt es hier.

 

 

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Barrierefreiheit wird zum Trend. Jedes Jahr wächst das Urlaubsangebot in Österreich. Das hat mehrere Gründe: 14 Prozent der Bevölkerung sind bereits über 70 Jahre alt, dazu kommen rund 50.000 Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer und zigtausende Familien mit Kinderwägen. Insgesamt geht es also auch für Regionen und Vermietende um rund ein Viertel des Marktes. Noch dazu geht es um ein interessantes Publikum – denn barrierefreie Gäste essen meist in der Unterkunft und kommen häufiger wieder. Sind also ein potenzielles Stammpublikum.

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