Ibiza ist mehr als eine Party-Insel

Ibiza ist mehr als eine Party-Insel

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Ibiza gilt als luxuriöse Party-Hochburg und Mekka der House- und Elektroszene mit zahlreichen Clubs. Doch „die weisse Schöne“ ist weitaus mehr als nur Exzess und Freizügigkeit. Sie hat auch eine kunstvolle, stille Seite, und sich als Eldorado für Künstler, Denker und Freigeister etabliert.

Bereits in den 30-er Jahren kamen viele Intellektuelle und Künstler auf die Insel, wie der Philosoph Walter Benjamin, der dadaistische Künstler Raoul Hausmann oder die Architekten Walter Gropius und Le Corbusier.

Sie alle haben sich auf Ibiza ein Zuhause geschaffen und so wurde die Insel zum Zufluchtsort für Schaffende und Kreative aus der ganzen Welt. Die Vielzahl von Museen und Galerien zeugen von der Lebendigkeit der Szene.

Die wilde und ungezügelte Schönheit der Insel, gepaart mit dem Image der Unangepasstheit, macht Ibiza auch heute noch reizvoll für all jene, die nach Freiheit, Inspiration und einem Leben in Einklang mit der Natur streben. Und das sind nicht wenige. Rund ein Viertel der Bevölkerung sind Ausländer, die dauerhaft hier leben.

Die Internationale Community auf Ibiza ist bunt gemischt – von Kunstschaffenden über Interior- und Mode-Designer bis hin zu Heilpraktikern, Yoginis und Gurus.

Wir haben zwei von ihnen getroffen und uns über ihre Beweggründe, ihre Motivation und ihre Liebe zur Natur unterhalten.

Renu Kashyap kam vor sechs Jahren mit ihrem Mann Bas und ihrer heute achtjährigen Tochter Skye Avalon nach Ibiza. Renu arbeitete zuvor als Stylistin und Herausgeberin für verschiedene Modezeitschriften und tauschte das hektische Stadtleben in Amsterdam gegen eine idyllische Finca im Landesinneren von Ibiza.

Renu und ihre Tochter vor ihrer Finca

Dort führt die Familie ihr eindrückliches B & B Casa Amore. Daneben hat Renu eine Produktionsfirma für Shootings gegründet.

Im Casa Amore werden auch Retreats abgehalten

Liza Bot arbeitete in einer renommierten Kindertagesstätte in Amsterdam als Organisationsleiterin. Per Zufall stiess sie auf ein Family Retreat in Ibiza und erhielt die Möglichkeit, dort ein Volontariat zu absolvieren.

Inspiriert durch die achtsame und entschleunigte Lebensweise, die sie auf Ibiza kennen gelernt hatte, entschloss sie sich gemeinsam mit ihrem Partner Bart auf die Insel auszuwandern.

Seither arbeitet sie bei verschiedenen Family-Retreats mit – bei der Erstellung des Programms, als Kinder-Yoga-Lehrerin und Kinderbetreuer. Vor 6 Wochen brachte sie ihre erste Tochter zur Welt.

Liza bei der Arbeit auf einem Family Retreat

Renu und Liza teilen ihre Liebe zum Yoga, einen gesunden Lebensstil und ein Stück Spiritualität. Das sind auch die Zutaten für ihr gemeinsames Projekt – das Retreat my daughter and me.

Was war ausschlaggebend, dass Ihr nach Ibiza ausgewandert seid?

Liza: Ich vermisste etwas in der hektischen Stadt – und das fand ich auf Ibiza. Wenn ich in den Niederlanden bin, dann sehe ich die Müdigkeit und den Stress der städtischen Mütter in ihren Augen. Oft bleibt einfach nicht genug Zeit, weder für sich selbst, noch für die Familie. Das war auch die Idee unseres Retreats: Sich wieder sehen und spüren – das ist ein wunderbares Geschenk.

Renu: Ich war inspiriert vom entspannten Lebensstil auf der Insel, und dem Freiheits-Gefühl das ich hier empfinde. Auf Ibiza habe ich gelernt, das Leben in einem viel entspannteren Tempo zu leben. Und meine Tochter kann viel freier und näher an der Natur aufwachsen, als es in der Grossstadt möglich wäre.

Ibiza hat eine grosse Expat-Community. Warum, glaubt Ihr, zieht Ibiza so viele Menschen an?

Liza: Ibiza ist ein magischer Ort, hier findet man eine starke kreative Energie. Viele Menschen fühlen das und möchten dauerhaft hier leben. Wir sind unter den Glücklichen, die das tatsächlich umsetzen konnten. Ich bin jeden Tag sehr dankbar dafür.

Was ist das verborgene Geheimnis der Insel?

Liza: Wenn ich das Geheimnis der Insel kennen würde, würde ich es nicht verraten … sonst wäre es ja kein Geheimnis 🙂  Ich denke aber, durch die enorme Vielfalt der Menschen, die hier leben, ist das Ying & Yang auf Ibiza besonders gut im Gleichgewicht.

Ibiza ist irgendwie auch ein Widerspruch in sich. Es gibt diese ganze Partyszene mit Drogen und Alkohol. Und dann gibt es diesen heiligen, mystischen, spirituellen Teil. Wie passt das zusammen?

Renu: Das Motto auf Ibiza ist „leben und leben lassen“ – hier kann sich jeder neu erfinden. Ich denke der gemeinsame Nenner ist der freie Geist. 

Eure Lieblingsorte auf Ibiza?

Strand Cala dHort bei Sonnenuntergang

Liza: Es gibt so viel … ich liebe den Strand von Benirrás bei Sonnenuntergang. Besonders im Winter machen wir gerne lange Strandspaziergänge am Strand von Las Salinas.

Meine Lieblingsmärkte sind der San Jordi Markt am Samstagmorgen und der Sonntagsmarkt in San Juan.

Guten Kaffee und (auch) vegane Köstlichkeiten gibt es bei Croissant Show  in Ibiza-Stadt, ein toller Platz zum Mittagessen ist das La Paloma.

Renu: Ich liebe die Strände. Cala Vadella erinnert mich immer noch an die 70er Jahre mit all den Booten. Zum Schwimmen gehen wir auch gerne zum Strand Cala Xuclar und nicht zu vergessen Aguas Blancas – der Sand, die Felsen… alles ist immer noch so authentisch. Was immer wieder magisch ist: Eine Kristallwanderung in Portinatx.

Das Schöne an Ibiza ist, dass man nie alles kennt. Ich habe kürzlich ein Shooting in einem Grundstück mit 5000 Palmen gemacht und es war wie in den Tropen. Die Insel ist einfach so vielfältig.

Ihre Liebe zur Insel war auch die Inspiration für den Bildband Ibiza Bohemia, der im Juli 2017 veröffentlicht wurde. Das Buch enthält eine Sammlung der authentischsten Persönlichkeiten, Charaktere und Gestalter der Insel.

„Es geht aber nicht nur um den Stil der Menschen oder den Stil der Insel“, erklärt Renu. „Es geht darum, Emotionen einzufangen. Authentizität. Die Bilder sollten dich berühren. „

Strand bei Sant Joan
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