„Wat kiekstn so Fatzke?“

„Wat kiekstn so Fatzke?“

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Wer die Hauptstadt Deutschlands besucht, sollte sich von der schroffen Art der Berliner nicht abschrecken lassen. Wir sind eigentlich ganz handzahm. Und es gibt viel zu entdecken – auch in 48 Stunden. Wer kann, sollte sich selbstverständlich mehr Zeit für die schönste Stadt der Welt nehmen …

Samstag:

Morgens
Bücherregale, Plüschsofas, Kronleuchter: Den Tag beginnt man am besten in Berlins größtem Wohnzimmer, dem Cafe Bilderbuch in Schöneberg. Ich empfehle das Frühstück „Tausendundeine Nacht“. Danach kann man die vielen kleinen Läden und Boutiquen in der Akazienstraße, wie z.B. das ZwoVier, die in die Goltzstraße übergeht, durchstöbern und gelangt an den Winterfeldtplatz.

Mittags
Hier findet man jeden Samstag ein buntes Markttreiben und kulinarische Köstlichkeiten an über 250 Ständen. Die Straßen rund um den Winterfeldtplatz lohnen sich ebenfalls: Antike Bücherläden, Boutiquen und kleine Cafés. Ansonsten ist man auch gleich auf der Maaßenstraße, wo Restaurants für jeden Geschmack aufwarten. Wer richtig türkisch essen will, geht zu Hasir oder lecker arabisch bei Habibi, für mich das beste Falafel der Stadt. Von dort aus ist es nur einen Katzensprung zum Nollendorfplatz, von wo es mit der U2 bis Wittenbergplatz geht. Und schon ist man am KaDeWe. Einen Blick ins Innere des größten Kaufhauses Europas sollte man sich in keinem Fall entgehen lassen. Vor allem in der Feinschmeckerabteilung ganz oben könnte ich ewig verweilen – und natürlich im The Loft, der Luxusetage mit Schuhen und Taschen auf 6000qm. Da finde ich leider immer etwas …

Nachmittags
Shopping am Ku’damm lohnt nicht wirklich, außer man steht auf das Geschäfte-Einerlei von Zara, Mango & Co. Wer Zeit hat, macht noch einen Abstecher an den nicht allzu weit entfernten Savignyplatz. Das ist Charlottenburg, wie ich es mag. Insbesondere wenn man nach Architektur-, Design- oder Fotoliteratur stöbern möchte, ist der Bücherbogen toll. Und von dort gelangt man auch fußläufig zur Galerie Camera Work, die immer spannende Fotoausstellungen zeigt.

Ansonsten nimmt man vom KaDeWe den Bus M19 zum Mehringdamm nach Kreuzberg. Muss ist eine Currywurst bei Curry36. Gestärkt geht es in die Bergmannstraße. Wer auf der Suche nach besonderen Sachen ist, wird hier fündig: alte Platten, Trödel, Vintage, aber auch junges, originelles Design. Einer meiner liebsten 2ndHand-Laden ist das Colours in dem man auf über 1000qm einen riesigen Vintagefundus findet – und das sowohl zum Kilopreis von 17,99€ als auch zu Festpreisen. Typisch für Berlin ist die traditionsreiche Markthalle am Marheinekeplatz von 1862, in der heute frische regionale Bioprodukte angeboten werden. Als Zwischenstärkung dann einen Kaffee (und einen köstlichen Carrot Cake) im Cafe Barcomi’s in der Bergmannstraße. Wer lieber ein bißchen entspannen und in nostalgischen Zeiten schwelgen will, fährt zur Tempelhofer Freiheit, dem ehemaligen Gelände des historischen Flughafens Tempelhof, von dem ich anno dazumal sogar einmal nach Hannover geflogen bin. Dort gibt es auch interessante Führungen im Gebäude und Park.

Curry 36 DIE Berliner Currywurst schlechthin

Galerie Camera Work

Tempelhofer Freiheit_ Sport, Spiel, Erholung mitten in Berlin

Abends:
Essen im The Grand Berlin ist zwar nicht gerade günstig, aber wer auf Fine Dining steht, ist hier richtig. In der ehemaligen Kommunal-Armenschule in Mitte findet man Restaurant, Bar und Club zugleich und fast jeden Abend treten Live-DJ’s auf. Nach dem Essen also gleich noch ab zum „Schwoofen“. Wer auf asiatisches Essen steht, versucht sein Glück im Transit (reservieren ist ein Muss und selbst dann wartet man!). Dort kann man sich aus einer Vielzahl leckerer Gerichte aussuchen, soviel wie der Magen oder das Portemonnaie verträgt. Serviert wird alles in kleinen Schalen zu 3 Euro. Ich empfehle „Duck in Pyjamas“. Drinks und Nachtisch sind auch originell, wie zum Beispiel der „Gorgeaus Ginger“ oder der Green Tea Cake. Fußläufig entfernt ist das Dean, eine stylische, kleine Bar, in der man noch rauchen darf und wo jeweils wechselnde DJ’s Funk, Soul, House und Disco auflegen. Hier hat selbst der Garderobenmann sein eigenes Mischpult!

Sonntag:

Morgens
Für den zweiten Tag stärkt man sich in der Zuckerfee oder aber im Cafe des Literaturhauses, wo man im historischen Ambiente einer Gründerzeitvilla lecker frühstücken kann. Um einen guten Eindruck der Stadt zu erhalten würde ich die Berliner Highlights Tour machen, die ca. drei Stunden dauert. Den Preis für die Stadtführung entscheidet man selbst. Ansonsten ist auch der 100er Bus eine günstige Alternative für eine Stadtrundfahrt (2,40 Euro).

Mittags
Rund um die Auguststraße in Mitte befinden sich zahlreiche Galerien und Ausstellungsorte. Super zum Schlendern und Inspirieren lassen. Ganz nett ist das Haus der Kunst und Esskultur in der ehemaligen jüdischen Mädchenschule, in dem auch das Museum The Kennedys untergebracht ist. Im Haus kann man dann auch gleich im Mogg & Melzer etwas Kleines wie Pastrami oder Barbecued Brisket essen. Und wer sich gerne etwas mehr Zeit nimmt, reserviert vorab im Pauly Saal. Fine Dining in der alten Turnhalle der Mädchenschule im Ambiente der 20er Jahre – hat was. Die Mittagskarte hat, im Gegensatz zu abends, auch noch halbwegs vertretbare Preise.

Nachmittags
Window-Shopping und Leute gucken auf der „Casting Allee“ (Kastanienallee) und für einen kleinen Snack ab ins Cafe Napoljonska, wo es leckere belgische Waffeln gibt.

Abends
Eines meiner Lieblingsrestaurants ist das Chez Maurice. Ein kleiner uriger Feinkostladen im Bötzow-Viertel mit traditioneller französischer Küche sowie wechselnder Abendkarte – unbedingt reservieren. Dort kann man das Wochenende dann entspannt ausklingen lassen.

Chez Maurice Lecker französisch Tafeln

Übernachten:
Das Stue
Hüttenpalast
Casa Camper
Hotel Mani
Michelberger Hotel
QHotel

In diesem Sinne, bis bald in Berlin, wa!

 

 

 

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