London calling

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Mein Mann muss am Wochenende beruflich nach London – na, da klinke ich mich doch glatt ein. In der britischen Metropole werde ich mich ja wohl 48 Stunden gut alleine beschäftigen können. Der Plan: Eine besondere Führung, Shopping, coole Restaurants und Cafés. Sollte machbar sein oder? Und wie …

Samstag

Morgens
Aus dem Flieger, rein ins Minicab und fluchs zum Hotel Doubletree, das ganz in der Nähe der Station Tower Hill gelegen ist, den Koffer abstellen und frisch machen. Ich wusste nicht, dass Hilton auch eine junge Marke hat und bin überrascht vom frischen, trendigen Design des Hotels. Von dort aus geht mit der U-Bahn zur United Grand Lodge of England nach Covent Garden. Sie ist der Hauptsitz und Dachverband der Freimaurer in England, Wales und den Kanalinseln. Da mich die Hintergründe der Freimaurerei schon immer interessiert haben, habe ich mich vorab für eine Führung durch das Gebäude angemeldet, dessen Architektur sowohl von innen als auch von außen äußerst imposant ist. Das Interieur, das vornehmlich aus den 1930er Jahren stammt, hat schon als Kulisse für Filme wie The Green Zone oder die britische Serie Spooks gedient. Ein klassisches Beispiel für tolle Art déco Architektur – allein deshalb lohnt sich der Besuch, auch für jene, die sich kein Fünkchen für Freimaurerei interessieren.

United Grand Lodge of England
United Grand Lodge

Mittags
Schnell noch ein heißes Karotten-Koriander-Süppchen bei Caffe Nero um die Ecke als Stärkung und dann mache ich mich von der Station Holborn auf den Weg zum Oxford Circus. Erster Punkt meines Shopping-Marathons: Topshop. Ja, ich weiß, gibt es mittlerweile auch online, aber den kostenlosen Personal Shopper nicht. Einen Termin mit solch einem sollte man aber unbedingt lange vorab vereinbaren (personalshopping@topshop.com). Muss das sein? Ja! Ich behaupte zwar von mir, auch alleine ganz gut das Geld auf den Kopf hauen zu können, aber in dem riesigen, unüberschaubaren Einkaufstempel ist so ein Personal Shopper ein echter Glücksgriff. Man hat eine eigene Umkleidekabine mit großem Spiegel, Getränke, keine Wartezeit und natürlich den Personal Shopper, der entweder mit einem mitläuft, die „Beute“ hält, passende Größen besorgt oder gar eine Auswahl an Stücken präsentiert – vorausgesetzt man hat im Vorfeld Größe und Stil angegeben.

Von da aus geht es zu Fuß weiter zu Liberty, meinem Lieblingskaufhaus mit der tollen Tudor-Fachwerkfassade. Von exklusiven Parfums und Kosmetik über britische Designer bis hin zu besonderer Schokolade – lauter tolle Dinge, die man nicht überall bekommt. Super auch für spezielle Mitbringsel!

Meinen nächsten Stopp lege ich bei Other Shop ein. Die Inhaber sind echte Fashion-Talent-Scouts, bei denen man auf zwei Etagen (noch) unbekannte Designer und kleine Labels findet und außerdem wahnsinnig nette Verkäufer! Einen kleinen Fußmarsch weiter lande ich dann bei Beyond Retro in der Oxford Street. Ein Muss für Vintage-Fans. Von Persianerjacken über schrullige 70er-Jahre-Musterblusen oder Norwegerpullis bis hin zu ausgefallenen Hüten – hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Ich kann mich kaum sattsehen.

Vintage Shop Beyond Retro
Vintage Shop Beyond Retro

Nachmittags
Bei der ganzen Shopperei habe ich irgendwie meinen Magen vergessen, der sich jetzt zu Wort meldet. Eine Freundin hat mir das Mildreds in der Lexington Street empfohlen. Cooles, aber gleichzeitig gemütliches Interieur und alles veggie und organic. Ich bestelle Gemüse mit Couscous und Minzjoghurt, dazu einen „fruit juice of the day“ – nebst dem Effekt, dass ich mich wahnsinnig gesund genährt fühle, schmeckt es auch noch. Und ich bin eigentlich bekennender „Fleischfresser“ :-). Hier verweile ich ein bisschen und amüsiere mich am Platzanweiser; eine echte Diva, aber herrlich! Nächster Stopp: Anthropologie. Hier findet man coole Home Deco Artikel, Geschirr, Kerzen und auch Modeschmuck. Ich stöbere und stöbere … werde fündig: die weiße Teekanne und die Tasse mit dem nostalgischen N kommen in die Tüte. Langsam lässt mein Akku nach und ich brauche eine süße Auszeit. Die nehme ich mir im nicht allzu weit entfernten Gail’s. Die Törtchen und Kuchenstücke sehen nicht nur aus als wären sie mit Liebe gemacht, sie sind es auch. Da ich mich nicht entscheiden kann, lasse ich mir einfach etwas von der netten Dame hinterm Tresen empfehlen und werde nicht enttäuscht. Dazu noch einen leckeren Chai Latte und mir geht es schon wieder viel besser.

Lunch bei Mildreds
Restaurant Mildreds

Abends
Schaffe ich es noch weiter? Ja, einmal auf nach Knightsbridge in das Kronjuwel unter den Luxustempeln zu Harrods rein mit seiner Meat Hall im Jugendstil – und sich verlieren. Das geht auf einer Fläche von etwa 14 Fußballfeldern ja auch recht schnell. Leichte Reizüberflutung macht sich breit, um mich schwirren verschleierte gutbetuchte Damen, wuselnde Asiatinnen und unzählige Brands. Schnell den typischen Mitbringsel-Bären für das Kind meiner Freundin gekauft und wieder raus. Die Prunkfassade namens Terracotta Palace, bestaune ich dann von außen. Nun noch ins nahegelegene Harvey Nichols. Muss man gesehen haben, habe ich gehört. Diese Meinung teile ich allerdings nicht. Wenn man vorher bei Harrods war, reicht das vollends für Überkonsum an einem Tag. Völlig geschafft reicht es nur noch für einen Cucumber Cooler in der SkyLounge Bar des Hotels und einen Check der E-Mails – kostenlosem Wi-Fi sei Dank.

Harvey Nichols
Harvey Nichols

Sonntag

Morgens
Der Mann ist wieder an Bord und wir lassen es gemütlich angehen und zwar mit einem ausgiebigen Frühstück im Dean Street Townhouse in Soho, einem Restaurant, das zu einem Boutique-Hotel gehört, welches in einem georgianischen Stadthaus untergebracht ist. Eher unscheinbar von außen, umso schöner von innen. Das Ambiente und die Speisen: Very british, but very smashing! Und es füllt sich zusehends.

Dean Street Townhouse gut gefüllt
Dean Street Townhouse gut gefüllt

Mittags und nachmittags
Von dort aus machen wir uns auf den Weg nach Camden Town, dem umtriebigen Studenten-und Künstlerviertel. Ich war zwar bereits bei meinem letzten Besuch hier, aber der Camden Stables Market ist immer wieder ein Muss für mich: In den ehemaligen Stallungen findet man von tollen Vintage-Läden über Trash bis hin zu unzähligen Food-Cornern alles. Ich liebe es hier nach einzigartigen Teilen zu stöbern und werde auch immer fündig. Dieses Mal hat es mir ein Mantel angetan. Eine ausgedehnte Pause machen wir dann im gemütlichen The Basement Tea Rooms, ein cooler Mix aus Café und Second-Hand-Shop mit ausgewählten Teilen für Männer und Frauen. Im Hintergrund läuft Musik aus den 20er Jahren und ich lasse mir Scones mit Clotted Cream, Marmelade und Tee schmecken. Das Ganze ist auch noch recht günstig dazu: Cream Tea for two für 12, 50 Pfund ist ein Schnäppchen. Die Zeit vergisst man hier recht schnell … und so langsam heißt es dann leider auch wieder Zürich Calling.

Vintage Fundstücke
Vintage Fundstücke

 

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