Traumjob auf hoher See?

Traumjob auf hoher See?

Share Button

Sie hat selten festen Boden unter den Füssen, arbeitet monatelang sieben Tage die Woche elf Stunden am Tag und hat doch (fast) immer ein Lächeln auf den Lippen: Doreen Guntau ist Guest Service Operator. Ihr Arbeitsplatz ist an Bord des grössten Kreuzfahrtschiffes, das zurzeit im Mittelmeer unterwegs ist, der Costa Diadema. Ich wollte von ihr wissen, wie es sie aufs Schiff verschlagen hat und was den Reiz ihres Jobs ausmacht.

Du bist Guest Service Operator. Was ist Deine Aufgabe?
Doreen Guntau: Ich arbeite an der Rezeption und kümmere mich um alle Anliegen unserer Gäste. Wenn sie irgendeinen Wunsch haben, kommen sie zuerst zu uns.

Wie sieht Dein Arbeitstag aus?
Wir sind momentan 16 Leute auf drei Schichten verteilt und arbeiten elf Stunden täglich, sieben Tage die Woche.

Und wie lange dauert Dein Vertrag?
Ich arbeite daran, dass es bei fünf Monaten bleibt, weil meine Pause zwischen den Verträgen sehr kurz war. Normalerweise dauern die Verträge für Europäer bis zu sechs Monaten, auf Wunsch bis zu acht Monate.

Doreen mit ihren KolleginnenDoreen (rechts im Bild) mit zwei ihrer Kolleginnen

Und was ist das Positive an diesem Job?
Das Gute ist, man ist hier direkt mit den Kollegen zusammen, mit denen man dann halt auch seine Freizeit verbringt. Man verliert keine Zeit durch lange Arbeitswege, fürs Kochen, Haushalt führen usw.

Und Geld kannst du wahrscheinlich auch kaum ausgeben?
Richtig, ich verdiene ähnlich viel wie vorher im Hotel in Deutschland an der Rezeption – nur hier kann ich eben nichts ausgeben. Bei mir kommt alles Geld auf die hohe Kante und ist dann mein Kapital für den Start in das „richtige“ Leben.

Wie viele deutsche Kollegen hast Du auf diesem Schiff? Die Costa Diadema hat ja 1200 Mitarbeiter.
Wir sind sechs, unser F&B Manager, zwei deutsche Hostessen, eine in der Kinderanimation, ein Koch und eben ich. Die meisten sind Philippinos, Inder auf Platz zwei, dann wohl Italiener.

Hast Du ein Zimmer für Dich?
Nein, wir haben alle Doppelkabinen, bis auf die, die wirklich einen hohen Rang haben. Wir sind alle in Innenkabinen ganz vorne am Schiff, wo es etwas lauter ist – da hört man schon mal Ankerketten oder Steuerruder.

Facility Mitarbeiter - wenigstens ein schöner ArbeitsplatzBei 1200 Mitarbeiter tummeln sich allerlei Berufsbilder an Bord

Versteht Ihr Euch gut untereinander?
Ja, alle, auch Department-übergreifend, das ist wirklich toll. Wir lernen uns schon mal kennen bei Parties…

Parties???
…ja, es gibt tatsächlich so etwas für die Parties fürs Personal. Wir haben unsere eigene Crewbar, da findet dann ab und zu mal etwas statt. Da leidet zwar der Schlaf (lacht…), aber das ist schon schön.

Stimmt es, dass Ihr sogar Whirlpools habt?
Ja, das stimmt, ganz vorne haben wir einen eigenen Crewbeach und zwei Jacuzzis, da können wir hin. Wir haben auch eigene Sonnenliegen, da können wir in unserer Freizeit faulenzen.

Wie kommt man auf ein Kreuzfahrtschiff? War das schon immer Dein Traum?
Ich habe Tourismuswirtschaft studiert in Erfurt. Unser Dozent meinte damals, wenn ihr ganz schnell ganz viel Erfahrung sammeln wollt, dann geht auf ein Kreuzfahrtschiff! Das habe ich mir dann in den Kopf gesetzt. Auf einer Kreuzfahrtjobbörse von „Connect“ habe ich Interviews führen können und so auch gleich das Angebot von Costa bekommen. Connect ist eine deutsche Agentur, die jedes Jahr zwei Messen für Reedereien organisiert.

Auf diesen Jobbörsen werden alle Berufe an Bord angeboten?
Genau, auch Housekeeping oder Bar zum Beispiel, aber das kam für mich nicht in Frage. Ich habe Hotelfachfrau gelernt und dachte, der Rezeptionsbereich wäre gut, um nicht eine allzu grosse Umstellung zu haben.

Die Costa DiademaDas grösste Kreuzfahrtschiff auf dem Mittelmeer: Die Costa Diadema

Würdest Du jungen Leuten einen Job auf einem Kreuzfahrtschiff empfehlen?
Wer weiss, dass er kräftig genug ist, nicht nur physisch sondern auch psychisch – klar, warum nicht?! Aber man muss wissen: Man verlässt seine Familie und seine Freunde für ein halbes Jahr. Internetverbindung ist extrem teuer und langsam, skypen is‘ nicht, telefonieren ab und zu, wenn man mal kurz Zeit findet…

Ist Dir das Schiffsleben noch nicht verleidet?
Nein, es macht Spass! Es ist interessant und sofern man zwischen den Verträgen genug Zeit hat – in der Regel sind das zwei Monate, in denen man Kraft tanken und viel schlafen kann (lacht) – ist das wirklich gut.

Das Interview wurde anlässlich einer Kreuzfahrt für Partner und Journalisten auf der Costa Diadema aufgenommen. Costa Kreuzfahrten ist Kunde von PrimCom.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.