Un jour sans souci – Ausflug nach Potsdam

Un jour sans souci – Ausflug nach Potsdam

Am Sonntag zur kleinen Schwester. Das ist doch ein netter Ausflug. Nun ja, nicht zu meiner leiblichen Schwester, ich habe gar keine, aber zu Berlins kleiner Schwester: Potsdam. Kultur gibt es in der Hauptstadt Brandenburgs reichlich, dazu die wunderschönen Schlösser Sanssouci, Cecilienhof und Babelsberg sowie die herrlichen Parks.

Die deutschen Promis von Joop über Auermann bis Jauch wohnen in den prächtigen Bürgerhäusern und Villen im Norden der Stadt – der sogenannten Berliner Vorstadt. Und alles hier ist überschaubar, läuft gemächlicher als bei der großen Schwester und liegt relativ dicht beieinander.

Allee zum Neuen PalaisAuf dem Weg zum Neuen Palais

Potsdam ist nicht nur Sanssouci

Natürlich ist Sanssouci, das Lustschloss Friedrichs des Großen, das auf einem terrassenartigen Weinberg angelegt wurde, wunderschön und sehenswert.

Sans Souci in ganzer Pracht
Ein intimes Wohnschloss im Stil des Rokoko, das nur den privaten Bedürfnissen des Königs entsprach.

Lustschloss Friedrichs des Großen

Wer aber nicht die übliche Führung machen möchte (obacht: hier rechtzeitig Tickets bestellen und Wartezeit einkalkulieren), dem empfehle ich die Hofplaudereien, Anekdoten und Schlossgeheimnisse aus erster Hand – und zwar bei den Führungen mit Persönlichkeiten (jeweils authentisch gekleidet) aus der damaligen Zeit.

So plaudert beispielsweise Editha von Haacke, die Hofdame der Königin, die Geheimnisse am Hofe aus, Hofkoch Ferdinand Andrea Tamanti zeigt einem Schlossküche, Vorratsräume und Obstquartiere und mit Fürst Pückler kann man durch den Schlosspark wandeln.

Apropos: allein zum Lustwandeln durch den wunderschönen, weitläufigen Schlosspark lohnt es sich nach Potsdam zu fahren. Großartig. Denn den Park Sanssouci kann man als Herzstück des „Preußischen Arkadiens“ bezeichnen.

Frühling im SchlossparkDer farbenfrohe Schlosspark

Der weltberühmte Park krönt eine Kulturlandschaft, die seit 1990 zum UNESCO-Welterbe gehört. Überall findet man kleine Schmuckstücke, wie zum Beispiel das chinesische Teehaus oder das römische Badehaus.

Chinesisches TeehausDas Chinesische Teehaus

Besonders beeindrucken wollte Friedrich II. mit dem Neuen Palais. Einst hatte der Prunkbau repräsentative Zwecke und auch heute noch bleibt einem im Angesicht der Reichtümer der Mund offen stehen. Und wer bald eine Hochzeit plant, kann es Günther Jauch gleichtun, der in der  Friedenskirche  das Ja-Wort gab – wie auch schon Prinz Georg Friedrich von Preußen.

Holland in Brandenburg

Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch den Schlosspark lohnt ein Abstecher ins Holländische Viertel. Holland in Potsdam? Jawohl. 1732 wurden die insgesamt 134 roten Backsteinhäuschen, die auch Klein-Amsterdam genannt werden, in rund zehn Jahren vom Architekten Jan Bouman erbaut. Heute befindet sich in seinem ehemaligen Wohnhaus ein Museum, wo man etwas über die Geschichte der niederländischen Zuwanderer erfahren kann.

Malerisches holländisches Viertel

Die Rekonstruktion der verfallenen Gebäude, die das größte geschlossene holländische Bauensensemble außerhalb der Niederlande darstellen, startete man schon in den 1970er Jahren. Nach dem Mauerfall wurde der Wiederaufbau mit privaten finanziellen Mitteln beschleunigt. Es siedelten sich Cafés, Restaurants, Antiquitätenläden sowie kleine Geschäfte mit lokalem Kunsthandwerk an, die es sich lohnt zu besuchen.

Wie zum Beispiel Tante Paulas Mini-Conceptstore, wo es Mode- und Wohnaccessoires aus eigener Manufaktur sowie spezielle Labels gibt.

Französisches Flair im La Maison du Chocolat PotsdamDas La Maison du Chocolat

Oder La Maison du Chocolat, wo man Kaffee, Wein und französische Kuchen kosten kann, oder das Café Cecilie, wo es hausgebackene ebenfalls tolle Kuchen und Torten gibt.

Torten im Café CecilieTorten im Café Cecilie

Das alte Potsdam

Auch die Innenstadt von Potsdam lohnt. Am besten startet man vom Luisenplatz auf der Brandenburger Strasse, der traditionellen Einkaufsstraße der Stadt, und durchstreift von dort aus die kleinen Seitenstraßen.

Die Brandenburger StraßeEin Spaziergang in der Brandenburger Strasse…

Denn leider sind auf der Haupteinkaufsstraße fast nur noch große Ketten vertreten. Wer schon immer ein Stück aus der Königlichen Porzellanmanufaktur sein Eigen nennen wollte, kann sich im Shop, der gleich das erste Ladengeschäft ist, austoben. Abseits davon verbergen sich viele kleine und vor allem originelle Geschäfte.

Pittoreske Altstadt

Deutsche HausmannskostDeutsche Hausmannskost

Wie zum Beispiel in der Gutenbergstraße Nr. 98. Dort gibt es das exklusive Teegeschäft „Götz & Götz“, 180 verschiedene Teesorten sind im Angebot. Friedrich dem Großen ist beispielsweise „Le Grand 1712 Nr. 24“ gewidmet. Im kleinen, gemütlichen Tee-Salon kann man verschiedene Sorten mit feinem Gebäck und edler Confiserie ausprobieren.

Wer auf besondere Kopfbedeckungen steht, sollte einen Blick in das Hutatelier maliné werfen. Neben wagenradgroßen blumengeschmückten Hüten gibt es auch ganz einfache Kappen. Die Expertin bringt auch alte Stücke wieder in ihre Originalform.

Ja, auch vor Potsdam macht der Trend Kaffeerösterei nicht Halt: Der Buena Vida Coffee Club ist eine junge Spezialitäten-Kaffeerösterei und Kaffeebar im Herzen Potsdams. Sie haben sich auf die Fahne geschrieben, Spezialitätenkaffee für Jedermann zu einem erlebbaren Genuss zu machen. Trotz Hipster-Alarm – der Besuch lohnt.

Der Buena Vida Coffee ClubDer Buena Vida Coffee Club

Wer das Kontrastprogramm sucht, dürfte sich im Café Franz Schubert wohlfühlen, wo es nebst Kaffee und Kuchen auch klassische Musik gibt. Und wer noch ein Mitbringsel sucht – hier findet man hochwertige Andenken, Ölbilder, Radierungen oder Kupferstiche von Potsdam und seinen königlichen Regenten.

Ein Stück Bayern im Havelland

Last but not least lohnt ein Abstecher zum Gasthaus Alte Försterei. Es gehört zum Hotel Bayerisches Haus und ist am Rande des Wildparks gelegen. Da kann es durchaus passieren, dass einem – in annehmbaren Abstand – ein Reh vor das Auto springt (so geschehen).

Die alte FörstereiDie alte Försterei…

Im Auftrag Friedrich Wilhelms IV wurde das Haus 1842 von dem berühmten Architekten Ludwig Persius erbaut und man muss zweimal schauen und sich fragen, ob man sich immer noch in Brandenburg befindet. Am besten den Platz im kleinen Erker besetzen und dann unbedingt den Kaiserschmarrn probieren – selten so einen guten gegessen!

Ebenfalls eher selten in Potsdam ist eine freundliche und zuvorkommende Bedienung, hier allerdings muss man sich darüber keine Sorgen machen – im Gegenteil, wir wurden äußerst zuvorkommend bedient.

 

 

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