Fanø: Hygge am dänischen Wattenmeer

Fanø: Hygge am dänischen Wattenmeer

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„Es muss nicht immer das Mittelmeer sein“, dachte ich mir als wärmeliebende Zeitgenossin diesen Sommer und fuhr für knapp zwei Wochen nach Dänemark. Nach 4 Tagen im unglaublich coolen und inspirierenden Kopenhagen (mehr dazu im Blogbeitrag von Nina) war uns dann aber doch noch nach etwas Natur und Meer zumute. Und so stiegen wir in den Zug nach Westjütland und fuhren auf die Insel Fanø, die im Naturschutzgebiet Vadehavet im dänischen Wattenmeer liegt. Schon das Umsteigen in der Industriehafenstadt Esbjerg auf die Fähre nach Fanø machte deutlich, dass es auch noch ein bodenständigeres, einfacheres Dänemark gibt als das hippe, urbane und weltoffene Kopenhagen.

Fanø ist eine 16 km langgezogene, flache Insel, die vor allem aus mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Dünen, drei Dörfchen und einem grösseren Waldstück in der Inselmitte besteht. Am besten erkundet man sie (wie eigentlich ganz Dänemark) mit dem Fahrrad. Wenn auch der Wind, der meistens unbarmherzig quer über die Insel vom einen Ufer zum anderen bläst, die Fahrt teilweise etwas erschweren kann.

Bei Ankunft mit Gepäck am Hafen von Norby hält man ausserdem besser gleich nach dem Bus Ausschau und informiert sich vorab genau über den Schlüsselabgabeort und die genaue Location des Feriendomizils, denn die Busse fahren nur stündlich. Wir haben uns ein gemütliches Ferienhäuschen inmitten der Dünen in der Nähe von Rindby reserviert, das nur über ungeteerte Strassen zugänglich ist. Mit Rollkoffer unterwegs und an der falschen Haltestelle ausgestiegen, gestaltet sich die Anreise somit etwas umständlich.

Heimelig: Das abgelegene Häuschen „Juliette“

Endlich in unserem Häuschen „Juliette“ angekommen (benannt nach der grossen Liebe des Erbauers), setzt auch gleich der Regen sein. Es soll nicht das letzte Mal sein, während unseres Aufenthalts auf Fanø. Das Wetter ist hier sehr rau und unberechenbar. Umso kostbarer sind die sonnigen Stunden, in denen wir die Insel mit unseren Mieträdern (in Rindby im Fri BikeShop für rund 10 CHF pro Tag erhältlich) auskundschaften. Eine wind- und regendichte Jacke hat sich als ständiger Begleiter jedoch mehr als bewährt.

Nachdem es die ganze Nacht durchgeregnet hat (keine Sorge, der Wind bläst innerhalb einer halben Stunde alles wieder trocken) geht es an unserem ersten Tag mit den Fahrrädern Richtung Süden in das idyllische Dörfchen Sønderho, das dank seinen kleinen, alten Häuschen mit reetgedeckten Dächern etwas an ein Hobbitdorf erinnert. An der Südspitze geniesst man einen schönen Ausblick auf das Wattenmeer und kann sich im Anschluss im Sønderho Kro, einem gemütlichem, antiken Gasthaus, zwischenverpflegen. Sehr teuer, aber unglaublich gut!

IMG_1825 Fanø_Sønderho_Wattenmeer

Mit einem lokalen Fanøer Bier gestärkt, radeln wir dann bei schönster, goldener Abendsonne durch die wilde Dünen- und Waldlandschaft zurück zu unserem Ferienhäuschen. Ich konnte bei diesem magischen Licht (wie es wohl nur im spätsommerlichen Skandinavien vorkommt) nicht anders, als alle paar Minuten vom Sattel zu steigen um Fotos zu schiessen. Dass bei unserer Ankunft vor dem Ferienhäuschen sogar noch ein wildes Kaninchen vorbeihoppelte, war dann aber sogar für meinen Geschmack etwas gar kitschig. 😉

Ein Traum: Der Spätsommer im Dänemark

„Hygge“ ist ein unübersetzbarer dänischer Begriff, der ein Gefühl der Behaglichkeit und Zufriedenheit ausdrückt, wo die Sorgen der Welt aussen vorgelassen werden. Diese Stimmung nimmt einen wichtigen Teil in der dänischen Alltagskultur ein und hat auch mich im ganzen Land und insbesondere auf Fanø am meisten begeistert. Unsere Unterkunft passte perfekt zu diesem hyggeligen Ferienmotto: „Juliette“ war so gemütlich, da hätte man auch drei Tage Dauerregen glücklich überstanden. Nach unserem kostspieligen Gourmet-Marathon in Kopenhagen (ja, Dänemark ist ein teures Pflaster, aber die neue nordische Küche wahnsinnig gut!) kamen uns die paar Tage Selbstverpflegung in unserem Ferienhäuschen sowieso mehr als gelegen.

Ein Bad im Meer hat das kühle und windige Wetter leider nicht zugelassen, aber schöne Strände kann man ja auch nur bestaunen… Und um sie herum unzählige Wasservögel und mit etwas Glück sogar Robben (die Robben-Safari-Tour, die täglich in Norby loslegt, wird ihrem Namen hingegen nicht wirklich gerecht).

Fanø_Stran_RindbySchöne Strände, aber eiskaltes Wasser

 

Weitere Infos:

Hinkommen: Mit der Dänischen Bahn fährt man von Kopenhagen zuerst nach Esbjerg (ca. 3 Stunden Fahrzeit), steigt auf einen Bus zum Hafen um und nimmt dann die Fähre nach Fanø (10 Minuten Fahrzeit).

Unterkunft: Novasol bietet viele typische Ferienhäuschen auf Fanø an, die meisten können jedoch nur wochenweise gemietet werden.

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