Das sollten Sie in Enns gesehen haben

Das sollten Sie in Enns gesehen haben

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Groß ist Enns, Österreichs älteste Stadt nicht. Malerisch auf einem kleinen Hügel gelegen hat sie gerade einmal 11.000 Einwohner, allein dieser Umstand ist schon ein gewisser Garant für Beschaulichkeit.

Passend dazu ist Enns auch eine von drei österreichischen „città slow“, was bedeutet, dass man hier die Verbesserung der Lebensqualität und den Erhalt der Kultur und Geschichte besonders ernst nimmt.

Ennser Stadtansichten

Das Museum Lauriacum

Und so findet man mitten am Hauptplatz, der vom beeindruckenden und alles überragenden Stadtturm dominiert wird, auch gleich das Museum Lauriacum, in dem Enns‘ Geschichte zur Römerzeit, damals eben „Lauriacum“ genannt, beleuchtet wird.

Das Museum Lauriacum erzählt die römische Geschichte von Enns

Die alten Römer in Enns

Ende des 2. Jahrhunderts nach Christus errichtete die 2. Italische Legion hier das einzige Legionslager mit dazugehöriger Zivilstadt in der römischen Provinz Noricum. Bis zu 25.000 Bewohner hatte Lauriacum damals, mehr als doppelt so viel wie heute.

Das Museum zeigt vor allem auch das Leben der Zivilisten in der Römerstadt und lässt Besucher interaktiv und mit allen Sinnen am römischen Alltag teilhaben.

Der Stadtturm von Enns

Nur wenige Schritte weiter über den Platz und man steht vor dem imposanten Stadtturm, dem Wahrzeichen von Enns, den man auch erklimmen kann.

Gegen Einwurf einer 2-Euro-Münze öffnet sich die Tür zu den 156 Stufen bis zur grandiosen Panorama-Aussicht weit ins Land hinein. 

Vom Stadtturm aus hat man einen fantastischen Blick auf Enns und ins Land hinein

Am Weg nach oben passiert man nicht nur die Turmuhr mit ihrem Schlagwerk, sondern auch das Turmzimmer, das seit wenigen Jahren Gästen als Hotelzimmer zur Verfügung steht.

Übernachtung im Turmhotel

Bis 2005 wurde diese Turmstube übrigens noch von der Türmerin Klara Höllmüller bewohnt. Die Website des Turmhotels verspricht ein komfortables und modern eingerichtetes Zimmer. Bleibt zu hoffen, dass die Turmuhr in der Nacht schweigt….

Die Gastronomie, die der Hauptplatz zu bieten hat, überzeugt nicht unbedingt. Die klassische Pizzeria reiht sich ans Café im 80er-Jahre Stil mit Burgern und Pommes auf der in der Vitrine ausgestellten Speisekarte.

Noch dazu dürfen Autos am Platz parken und verstellen so in den Schanigärten den Blick auf die schönen Fassaden, wirklich schade!

Autenthisch essen im „Platzhirsch“

Dafür werden wir in einer Seitengasse fündig und essen wunderbare und typisch oberösterreichische Hascheeknödel mit Sauerkraut im „Platzhirsch“, dem Ennser Stadtheurigen, der letzten Sommer neu gestaltet wurde und einige nette Details, wie Schaukeln statt Barhockern an der Bar zu bieten hat.

Der Stadtheurige Platzhirsch kocht regional oberösterreichisch

Der Ennser Hofladen

Ein Shopping-Paradies ist Enns nicht, dazu ist die Einkaufsstadt Linz zu nahe. Nette und vor allem regionale kulinarische Mitbringsel findet man aber zum Beispiel im Hofladen gleich um die Ecke vom Hauptplatz. Auch die Ennser selber scheinen hier gerne einzukaufen, wie uns der rege Betrieb im Geschäft zeigt.

Regionale Schmankerl und köstliches „Buburuza“-Eis gibt es im Hofladen Enns

Die Auswahl ist vielfältig und vor allem die frischen Lebensmittel sehen wunderbar aus. Eis-Fans sei das großartige Eis von „Buburuza“ aus Steyr ans Herz gelegt, das im Laden in kleiner Auswahl angeboten wird.

Woher die Produkte bezogen werden, wird auf der sehr professionellen Homepage genau angegeben – der Hofladen macht damit auch dem „cittá slow“- Attribut alle Ehre.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof, gleich neben der Basilika St. Laurenz, in der der heilige Florian den Märtyrertod gefunden haben soll, stoßen wir schließlich noch einmal auf die cittá slow: Der Hof Maleninsky mit 600 Jahre alter Bausubstanz ist schon alleine wegen des Gebäudes, das sehr stil- und gefühlvoll modernisiert wurde, einen Besuch wert.

Und auch Mitbringsel-technisch kann man hier aus dem Vollen schöpfen: Säfte, Marmeladen, Honig, Liköre, Schnaps und Prosecco in den verschiedensten Variationen, alle in edlem Design präsentiert.

Die alte Stube und der Garten können für Feste gemietet werden. Schade eigentlich, dass der Hof nicht auch Zimmer anbietet. Denn ein kleines, individuelles Boutique-Hotel mit spannendem Konzept könnte Enns durchaus brauchen, das ist vielleicht das Einzige, was zu einem rundum gelungenen Wochenend-Ausflug in Österreichs älteste Stadt noch fehlt.

Moderne Kunst im Hof des Schlosses Ennsegg, das heute eine beliebte Hochzeits-Location ist

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One response to Das sollten Sie in Enns gesehen haben

  • Wir wollen diesen Sommern ach Österreich und ein bisschen wander. Mein Mann kommt aus Micheldorf und die Familie gehen wir dort einmal im Jahr besuchen. Ich war aber noch nie in Enns, aber der Artikel hat mir Laune gemacht in diesem Jahr dort vorbeizuschauen.

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