Argentinien unplugged

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Argentinien ist für viele gleichbedeutend mit Buenos Aires. Aber da gibt es mehr, in einem Land, das 67 mal so gross wie die Schweiz ist…

Ich gebe es zu. dieser Bericht ist völlig subjektiv, und stammt nicht einmal aus einer Feder eines ausgewiesenen Argentinien-Kenners. Denn: Die zehn Tage ganz in der nordwestlichen Ecke des Landes war meine erste Reise in diesem Land. Und doch waren diese Tage etwas vom Besten, das ich in meinen akkumulierten vier oder fünf Jahren Ausland bisher erlebt habe.

Die Zutaten sind einfach: eine völlig unbekannte, aber vielversprechende Region, ein Miet-Auto, um flexibel zu sein, eine Strecke von 158 km, und – vor allem – die Bereitschaft, einfach anzuhalten und zu bleiben, wenn man Lust hat… So werden aus den 3 Std. und 13 Min. Routenplanerzeit wunderbare acht Tage.

Gestartet sind wir in Cafayate, einem kleinen Städtchen auf 1700 Metern, zwischen den Sechstausendern der Anden und der weiten Pampa im Osten.

c Staffelbach Cafayate 20150313_123539Auf der Hauptstrasse in Cafayate

Unser Ziel war das 158 Kilometer nördlicher gelegene Cachi. Die Strasse dorthin ist meistenorts nicht asphaltiert, aber auch für normale Mietautos einfach zu bewältigen. Wir schafften es nicht weit, die Berglandschaft war einfach zu spektakulär, und entschlossen uns, gleich in einem ausgetrockneten Flussbett wenige Meter neben der Strasse zu campieren.

Auch am nächsten Tag kamen wir nicht weit. Die Quebrada de la Flechas, die „Schlucht der Pfeile“, ist eine Landschaft mit einigen der bizarrsten und schroffsten Felsformationen, denen ich je begegnet bin.

Cafayate Wandern Argentinien

In der Quebrada de la Flechas, die „Schlucht der Pfeile“

Es war nun zwar erst etwa elf am Morgen, aber die Finca el Carmen wenige Kilometer später war dermassen hübsch, und kühl, und mit freundlichem Personal – kurz: so einladend – dass wir gleich ein Zimmer für eine Nacht nahmen. Perdon, es war so schön, es wurden gleich zwei Nächte…

c Staffelbach Cafayate 20150314_113636So sieht eine glückliche Reisende aus, wenn man das kleine Paradies in der Ferne gefunden hat…

c Staffelbach Cafayate _DSC3561Barbara und ich, und die freundlichen Gastgeber

Schon in Cafayate erzählten uns die Leute von „diesem grossen Weingut eines Schweizers, oben in den Bergen“. Nun, von Molinos aus, wo wir uns auch gleich wieder zwei Nächte einquartierten, unternahmen wir einen Ausflug hoch in die Berge, zur Estancia Colomé, wo auf Höhen von 1800 m bis über 3000 m (es soll das höchste Weingut der Welt sein) Malbec und Torontes-Trauben gekeltert werden.

Und als sei man auf einem fremden Planeten, steht hier, am Ende der Welt, zwischen Bodega und Wildnis, das James Turrell-Museum. Es ist ein kühner, hochmoderner Bau, der die Lichtinstallationen des US-amerikanischen Lichtkünstlers James Turrel beherbergt (Im Inneren ist Fotografieren strikte verboten, darum leider keine Bilder).

c Staffelbach Cafayate _DSC3665Im Weingut Colomé des Schweizer Unternehmers Donald Hess

c Staffelbach Cafayate _DSC3655Degustation im Edelrestaurant des Weingutes

Cachi schliesslich liegt am Ende der Strasse durch das Valle Calchaquies. Es liegt bereits auf 2300 Metern und zählt gut 5000 Einwohner. In einer Zeitung erfuhren wir vom Patronatsfest für den Dorfheiligen San José. Es ist dies wieder das Glück des langsam Reisenden, der sich dann sagt: Das sehen wir uns an, da bleiben wir! Am Abend, nach einer Messe auf dem Dorfplatz, werden traditionell „Saguaro“-Kakteenholz auf dem Dorfplatz entfacht, und am folgenden Tag steht eine grosse Prozession der Gauchos (Reiter) auf dem Programm.

c Staffelbach Cafayate _DSC3905Natürlich hat sich die mutige Barbara auch hoch zu Ross versucht

c Staffelbach Cafayate _DSC3974Eine Reiterin an der Prozession der Gauchos

Das Wichtigste für die Entdeckungs-Reise:

Start: Cafayate, ca. 200 km südlich von Salta.
Route: Auf zuerst asphaltierter Strasse, dann in der Regel gut unterhaltener Naturstrasse nach Cachi, 158 km, durch das Valle Calchaquies

Meine Tipps für Stopps:
Finca el Carmen: Bezauberndes Landgasthaus (Rating 8,9 auf booking.com) mit Zimmern und Häuschen. Einige Kilometer nördlich von Angastaco.
Seclantàs: Kleines (300 Einwohner), ruhiges und authentisches Dorf mit wunderbar ruhigem und grünem Dorfplatz, wunderbar für eine Pause.
Weingut Colomé: Das Weingut mit den höchstgelegenen Reben der Welt, etwa eine Stunde Fahrt auf Naturstrassen von Molinos.
James Turrell Museum: Gleich neben der Bodega befindet sich auch das James Turrell-Museum mit fantastischen Lichtinstallationen. Es kann nur in kleinen, geführten Gruppen besucht werden. Anmelden auf Telefon (+54) 03868 494200 oder per email auf reservas@bodegacolome.com
Ende der Entdeckungs-Reise: Cachi, 162 km westlich von Salta
Infos: www.turismosalta.gov.ar

Cafayate, Provinz Salta, Argentinien

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