Es geschehen noch Wunder, auch in Bangkok!

Es geschehen noch Wunder, auch in Bangkok!

Share Button

Nach einem stimmungsvollen Nachtessen in Bangkok habe ich meine Freunde in ihr Hotel begleitet, das sich im verrufenen Quartier Nana befindet. Da mein Hotel im benachbarten Asok-Quartier lag, trat ich den Heimweg zu Fuss an.

Auch nach Mitternacht ist die gewählte Sukhumvit Road pulsierend, laut, lärmig und voll erlebnishungriger Touristen und Einheimischer, die an Strassenständen alles Mögliche und Unmögliche kaufen und verkaufen.

Es gibt nichts, was man hier nicht kaufen kannEs gibt nichts, was man hier nicht kaufen kann

An einem relativ ruhigen Abschnitt wurde ich – und das ist fast unvermeidlich – von einer attraktiven jungen Frau angegangen. Mit eindeutigen Gesten und einer ungewollten Nähe versuchte sie, mein Interesse auf ein Abenteuer zu wecken. Dabei wurde sie – und das ist auch in Bangkok ungewöhnlich – sehr handgreiflich.

Als erfahrener Reisender hielt ich mein Portemonnaie und mein Handy in den Hosentaschen ständig unter Kontrolle. Die junge Frau war ungewöhnlich hartnäckig und ich brauchte einige Zeit, bis ich mich endlich aus der ungewollten Umklammerung lösen konnte.

Das berüchtigte Nana-Quartier in BangkokDas berüchtigte Nana-Quartier in Bangkok

Als ich meinen weg durch die stark frequentierten Strassen fortsetzte, fielen mir all die armen Menschen auf, die auf dem Trottoir sassen und bettelten. Bereits am Vormittag war mir ein junger Mann begegnet, der – so nahm ich an – an Kinderlähmung litt. Ich hatte es verpasst, ihm etwas zu geben. Das tat mir im Nachhinein leid und ich hatte mir fest vorgenommen, es nachzuholen, falls ich wieder auf ihn treffen sollte. Wie es der Zufall so will, traf ich den Mann auch zu dieser späten Stunde noch auf der Strasse an. Jetzt konnte ich ihm also meine Spende geben.

Genau in diesem Moment merkte ich, dass mein Handy weg war! Die zudringliche Dame hatte es also doch geschafft, es in einem Moment der Unaufmerksamkeit zu entwenden. Wie immer in solchen Momenten schossen tausende Gedanken auf einmal durch meinen Kopf. Da ich ja noch nicht sehr weit gekommen war schaute ich zurück, obwohl ich keine Hoffnung hatte, sie noch zu sehen.

Doch sie stand da, mit meinem Handy in der Hand. Sie gab mir das Telefon mit einem kleinlauten „sorry“ zurück und eilte davon. Perplex schaute ich ihr nach und konnte mein Glück nicht fassen. Was hatte sie bewogen, ein schlechtes Gewissen zu kriegen? Meine Geste gegenüber dem Bettler? Gut möglich, mir fällt immer wieder auf, dass sich benachteiligte Menschen untereinander sehr solidarisch verhalten. So oder so: Das war mein Weihnachtsgeschenk in Bangkok!

Share Button

13 responses to Es geschehen noch Wunder, auch in Bangkok!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.