Von der Aussteigerin zur Hotelmanagerin

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Vor einiger Zeit habe ich mich auf der philippinischen Insel Camiguin per Zufall ins Action Geckos-Resort verirrt. Die junge Schweizer Gastgeberin Michèle Hess hat während einer „Auszeit“ per Zufall vom maroden Resort erfahren und daraus in kurzer Zeit die Perle der Insel gemacht.

Der Empfang im Hotel auf Camiguin war irgendwie anders als in vergleichbaren Resorts auf den philippinischen Inseln. Die Angestellten behandelten die neuen Gäste schon fast übertrieben freundlich, merkten sich sofort die Namen der Besucher und die ganze Anlage wirkt sehr gepflegt.

Dass das Hotel von einer jungen Schweizerin geführt wird, erfuhr ich beim ersten Nachtessen.

Entspannen ist angesagt

Garten, Strand und Restaurant des Hotels

Die Servicequalität und die Gründlichkeit ist auch den Autoren von Reiseführern nicht verborgen geblieben.  Das Camiguin Action Geckos hat zum 4. Mal in Folge das „Certificate of Excellence“ von Tripadvisor erhalten. Ausserdem wurde das Resort aus allen Hotels auf den Philippinen in die Top 25 der Kategorie „Travellers Choice 2015“ gewählt. Und auch der Lonely Planet, die Bibel der Rucksack-Touristen, würdigte das Resort in der diesjährigen Ausgabe mit dem Quote: „Every Island in the Philippines should have a place like this“.

Ein Hotel zu führen war mein Kindheitstraum, erklärte mir Hotelchefin Michèle Hess während meinem Besuch anno 2011. Dass sie sich diesen so früh erfüllen konnte, war aber eher ein Zufall. Sie absolvierte eine Lehre bei Kuoni, machte die Ausbildung zur Marketingplanerin und arbeitete anschliessend mehrere Jahre für das Schweizer Radio DRS.

Während einer beruflichen Auszeit, die eigentlich auf ein halbes Jahr terminiert war, hörte sie von einer Tauchlehrerin, dass es auf Camiguin eine Resort gebe, welches dringend neue Pächter nötig hätte.

Blick in eines der BungalowsVom Backpacker-Bett zum eigenen Bungalow – die Gäste haben eine breite Auswahl

Die Insel Camiguin liegt im Süden der Philippinen und ihre Silhouette wird von sieben Vulkanen geprägt. Hess kannte Camiguin noch nicht, erkundigte sich im Internet und stellte dabei mit Erstaunen fest, dass die Webseite camiguin.ph noch frei ist. Sie reservierte diese noch bevor sie das Resort als Pächterin übernahm.

Angst vor den Herausforderungen, die ein wenig entwickeltes Land wie die Philippinen stellen, hätten sie und ihr damaliger Partner Ulrich keine gehabt, berichtet Hess. Wie fast überall in Asien seien die Leute freundlich. Dazu komme auch, dass fast alle Englisch sprechen. Zudem sei es gerade das Unberührte gewesen, dass sie an Camiguin gereizt habe.

Vor der Küste Camiguins liegt White IslandWhite Island vor der Küste – eine lange Sandbank imitten des kristallklaren Wassers

Die Insel habe auch heute noch viel Potenzial, schwärmt die Schweizerin. Wer sich mal wie ein echter Pionier fühlen möchte, sei hier genau richtig. Auf Camiguin spüre man die Unberührtheit der Natur über und unter dem Wasser. Auf kleiner Fläche biete die Insel beispielsweise Vulkane, Wasserfälle, heisse und kalte Quellen sowie Traumstrände und ideale Tauchgebiete.

Das Resort hat sich auf Tauchen und Adventure-Touren spezialisiert. Auch Angebote wie Yoga, Life-Coaching und Wellness werden gemäss Michèle Hess immer häufiger gebucht. Zudem werden seit kurzem auch geführte Retreats angeboten.

Auch Trekking und Canyoning sind auf der Insel möglichCanyoning und Trekking sind auf Camiguin ebenfalls möglich

Sextourismus, Korruption und Terrorismus – drei Stichworte die in Zusammenhang mit den Philippinen oft genannt werden – seien auf Camiguin kein Problem, erklärt sie. Man kenne sich auf der kleinen Insel und es gebe auch keine Partymeilen die Sextouristen anziehen. Kriminalität gebe es eigentlich nicht. «Wir haben zudem auch die angenehmen Touristen», schwärmt Hess.

Die meisten hätten sich ausführlich informiert und liessen sich beispielsweise auch nicht durch das EDA abschrecken, das vor Reisen in den Süden der Philippinen warnt. Sie seien sich bewusst, auf was sie sich einlassen und nehmen auch die schwierige Anreise in Kauf.

Camiguin ist sehr beliebt bei Tauchern

Seit kurzem ist klar, dass Michèle Hess und ihr Team das Resort noch mindestens zwei weitere Jahre als Pächter bewirtschaften werden.

Die 33-Jährige ist mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen in die Schweiz zurückgekehrt und hat das operative Geschäft der Finnin Kaisa, dem Holländer Arno sowie ihrem langjährigen philippinischen Mitarbeiter Wing übergeben.

Michèle Hess (Bildmitte) und ihr StaffMichèle Hess (Bildmitte)und ihr Staff

Michèle Hess ist derweil von der Schweiz aus in beratender Funktion für das Team da und kümmert sich um die strategische Ausrichtung des Resorts. Wann sie das nächste Mal nach Camiguin fliegen wird, ist noch offen…

Michèle bei der Buchhaltung

Weitere Infos zu Camiguin und dem Resort: Anreise z.B via Singapur / Cebu, Zwischenübernachtung in Cebu. Anschliessend Direktflug von Cebu nach Camiguin (schöner Sightseeing-Flug über die Chocolate Hills von Bohol), per Multicab dann 10 Minuten vom Flughafen Camiguin ins Resort. Günstigster Bungalow-Preis im Resort: Rund 45 Franken für zwei Personen. Günstigstes Zimmer: 20 Franken für zwei Personen. Ein Tauchgang: 35 Franken.

Wer sich ein Bild von den Vorzügen Camiguins machen möchte, ist mit diesem Video gut bedient.

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