Auf Weltreise durch Wien

Auf Weltreise durch Wien

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Manchmal muss man gar nicht weit wegfahren, um in kurzer Zeit viele Länder zu sehen. In Wien beispielsweise lassen sich in einem einzigen Tag zehn Länder «bereisen». Viele davon schon bei einem gemütlichen Spaziergang durch Wiens ersten Bezirk, die «Innere Stadt». Als Ausgangspunkt habe ich das Hotel «Das Tigra» am Tiefen Graben gewählt, an dessen Adresse bereits Wolfgang Amadeus Mozart genächtigt hat. Und der war ja bekanntlich auch ein Vielreisender.

©Hotel Das Tigra

Nur wenige Schritte über den Tiefen Graben und man erreicht die Freyung – und sogleich hat man die Qual der Wahl: Rechter Hand liegen die Schottenkirche und das Schottenstift. Ein wenig verwirrend ist der Name, denn Namensgeber sind eigentlich irische Mönche, die im 12. Jahrhundert nach Wien kamen. Da Irland damals Neu-Schottland genannt wurde, bürgerte sich die Bezeichnung «Schotten» ein.  Im Schottenstift befindet sich auch ein Museum mit Gemälde- und Kunstgalerie, den Wienern sind aber vor allem «die Schotten» ein Begriff, eines der bekanntesten und renommiertesten Gymnasien der Stadt.

Leicht linker Hand hingegen steht man vor dem prächtigen Palais Ferstel, das eine der schönsten Passagen der Stadt birgt. Seine heutige Gestalt erhielt das Palais Ferstel in den Jahren 1856-1860, als der «Ringstrassen-Architekt» Heinrich von Ferstel, inspiriert von einer langen Italienreise, einen prachtvollen Repräsentationsbau erschuf, der eine Mischung aus Elementen der venezianischen florentinischen Trecento-Architektur und des Werksteinbaus darstellt. In der Gründerzeit erregte er dadurch beträchtliches Aufsehen – das Palais galt damals als das modernste Gebäude Wiens. Heute beherbergt es mehrere kleine und sehr feine Läden, prachtvolle Veranstaltungsräume, das berühmte Café Central – und meinen Lieblingsfranzosen in Wien: das Beaulieu, Èpicerie fine & Bistrot mit einer wunderbaren, kleinen Speisekarte und vielen Spezialitäten zum Mitnehmen.

Verlässt man die Galerie des Palais am anderen Ende wieder und geht ein paar Schritte nach links die Herrengasse entlang, trifft man gleich nochmals auf Frankreich, wenn auch auf ein weniger friedliches Stück Geschichte: Die Fahnengasse. Sie erinnert an die Französische Revolution, genauer an den «Fahnentumult» im April 1798. Der französische Botschafter in Wien, Jean Baptiste Bernadotte, hisste an der Botschaft die Fahne der Revolution, die Tricolore. 3.000 Wiener gingen auf die Strasse. Die Botschaft wurde gestürmt und verwüstet. Der Botschafter flüchtete. 1898 wurde als Erinnerung die Gasse, in der sich die Botschaft befand, Fahnengasse benannt.

Geht man die Herrengasse bis an ihr Ende weiter, gelangt man zum Michaelerplatz, von wo aus es nur wenige Schritte über den Kohlmarkt bis zum Café Demel sind. Wieder ein geschichtsträchtiger Ort: Als «Hofzuckerbäckerei» belieferte der Demel das Kaiserhaus, Kaiserin Sisi soll die kandierten Veilchen geliebt haben. Wohl zu kalorienreich für die Kaiserin, aber in jedem Fall eine Sünde wert ist die «Russische Punschtorte», eine der Tortenspezialitäten des Hauses. Der Kreml lässt grüssen.

Von Russland geht es weiter nach Holland, quer durch die Wiener Hofburg bis zum Kunsthistorischen Museum, das einen Ausflug nach Holland (auf Leinwand) ermöglicht, ist es doch  mit zwölf Werken Heimat der weltweit grössten und bedeutendsten Sammlung von Werken Pieter Brueghel des Älteren; darunter die berühmten Gemälde Bauernhochzeit, Kinderspiele, Die Jäger im Schnee und natürlich der Turmbau zu Babel. Nicht versäumen sollte man auch den «Grossen Blumenstrauss» von Jan Brueghel- eines der berühmtesten Blumenstücke überhaupt.

Am Rückweg vom Museum quert man den Volksgarten und ist dort sozusagen mitten in Griechenland – und vor dem strahlend weissen Theseustempel. Er ist die Nachbildung des antiken Theseion Tempels in Athen und wird von 28 dorischen Säulen umgeben. Sein Erbauer, der schweiz-österreichische Architekt Peter von Nobile war Schüler von Canova und daher Anhänger des Klassizismus, einer Ära, in der die Antike das architektonische Vorbild war.

Und wieder wechselt man innerhalb weniger Minuten das Land: Am nahe gelegenen Minoritenplatz  warten in der Minoritenkirche nochmals Italien auf den Reisenden – hier hängt eine 1:1-Kopie des «Letzten Abendmahls» von Leonardo da Vinci. Das Mosaik mit den Ausmassen von 9,18 x 4,47 Metern ist wesentlich besser erhalten und viel farbenfroher als das Original in Mailand. Die Wiener Version besitzt noch einen weiteren gravierenden Vorzug zum Original: Nur auf diesem Bild sind die Füsse von Jesus zu sehen!

Am Rückweg Richtung Tiefer Graben steht in der Bankgasse das Stadtpalais der Liechtensteins. Vor wenigen Jahren wurde es aufwändig restauriert und kann jetzt im Rahmen von Führungen besichtigt werden, gemeinsam mit auswählten Werken der grossen privaten Kunstsammlung des Fürsten. Ebenfalls in der Bankgasse grüsst Ungarn den Stadtspazierer mit der frisch renovierten Fassade der ehemaligen Ungarischen Hofkanzlei. Seit 1945 amtiert hier wieder die diplomatische Vertretung der Republik Ungarn.

Lässt man am Tiefen Graben das Hotel Das Tigra rechterhand liegen und marschiert weiter, erreicht man in Kürze den Rudolfsplatz und dort eine der besten Adressen für Wiener Küche, die Gastwirtschaft Stopfer. Hier kann man von so viel Internationalität kurz auf Wienerisch verschnaufen. Legendär das Wiener Backhendl und die Marmeladepalatschinken mit hausgemachter Marillenmarmelade!

Wesentlich gestärkt kann man so die Herausforderung der Länder neun und zehn in Angriff nehmen und von der Innenstadt nach Döbling fahren: Denn dort weht ein Hauch von Orient durch die Nusswaldgasse. Die «Zacherlfabrik“ aus dem 19. Jahrhundert beeindruckt mit seiner Fassade wie aus Tausendundeiner Nacht und entsprach damit ganz dem Zeitgeist des damaligen Bürgertums. Das hier produzierte «persische Pulver» zur Insektenvernichtung war lange ein Verkaufsschlager. Heute gilt die Zacherlfabrik als herausragendes Beispiel orientalistischer Architektur und als Unikat innerhalb der Industriebaukunst Österreichs. Urenkel Peter Zacherl, selbst Architekt, führt auf Anfrage auch durch das Innere des spannenden Gebäudes.

Ein wunderbarer Abschluss der kleinen „Weltreise“ durch Wien ist der «Setagaya-Park», der nur wenige Gehminuten von der Zacherl-Fabrik entfernt ist. Entstanden dank eines Freundschafts- und Kulturabkommens zwischen dem Tokyoter Stadtteil Setagaya und dem Wiener Bezirk Döbling ist er ein kleines Paradies und eine Oase der Ruhe. Schon am Eingang wird dem Besucher verdeutlicht, was ihn erwartet: Dort steht in Stein gemeisselt «Furomon» – das japanische Wort für Paradies.

Das Hotel «Das Tigra» ist ein Kunde von PrimCom Wien.

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