Zum Wandern nach Capri – zum Essen und Schlafen nach Sorrent

Zum Wandern nach Capri – zum Essen und Schlafen nach Sorrent

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Als Kind hasste ich wandern, umso erstaunlicher ist, dass ich heutzutage sogar ganze Wanderferien buche. So haben wir letztes Jahr z. B. mit Freunden Elba zu Fuss überquert und das so genossen, dass wir dieses Jahr gleich nochmal loszogen: Wieder nach Italien – des Essens wegen –, allerdings diesmal aufs Festland südlich von Neapel nach Sorrent und Amalfi.

Und diesmal halb-organisiert, mit einer sogenannten Selfguided Tour von Hauser Exkursionen, bei der man zu seinem eigenen Wunschtermin reisen kann und der Veranstalter einem die Hotels, Transfers, den Gepäcktransport und Ausflüge bereits vorreserviert. Für die Wanderungen wird man mit einem detailliertem Roadbook ausgerüstet, das mir zwar ehrlich gesagt etwas zu old-school war, aber super für alle ist, die Digital Detox suchen.  

La dolce vita über den Klippen von Sorrento

Wir hatten uns die vielversprechend klingende Tour «Italien – La Dolce Vita an der Traumküste» ausgesucht und schlugen unser Lager zunächst in Sorrent auf. Ehrlich gesagt hatte ich so lange gequengelt, bis wir unseren Aufenthalt in der Stadt an der Steilklippe um zwei  Nächte in meinem absoluten Lieblingshotel La Minervetta (siehe Bilder), über das ich hier schon geschrieben habe, vorverlängerten. Hach, war das herrlich. Dieses Design, diese Lage und diese Gastfreundschaft des Teams. Unschlagbar, immer noch…

So hatten wir Zeit, Sorrento ausführlich zu entdecken und die besten Restaurants auszutesten. Meine Favoriten siehe unten. Aber wir waren ja nicht zum Essen, sondern eben zum Wandern gekommen und setzten so nach Capri über, um die Insel zu Fuss zu erkunden.

Sorrent im Abendlicht

Capri zu Fuss – abseits der Menschenströme

Von Capri aus gelangt man mit dem Bus ab dem Hauptplatz über enge Strassen mit traumhaften Ausblicken zur Piazza Vittoria in Anacapri.

Blick auf Anacapri

Von hier aus führt eine – wie in Italien ja oft – eher aussergewöhnliche Seilbahn mit Einzelsesseln auf den Monte Solaro, mit 589 Metern der höchste Berg der Insel. Wer mag, schnappt sich einen solchen Sessel; echte Wandervögel erklimmen den Gipfel auf dem gut ausgebauten Wanderweg in ca. 50 Minuten zu Fuss. Oben angekommen, bietet sich eine fantastische Aussicht von den malerischen Faraglioni über ganz Capri, den Golf von Neapel und die eindrucksvollen Felsen zwischen dem Berg und Punta Carena.

Was für ein fantastisches Panorama mit den Faraglioni im Hintergrund

Richtung Osten lässt sich der Weg nach Punta Carena entlang der Steilküste schon erkennen, immer schön entlang des Grats.

Steilküste zwischen dem Monte Solaro und Punta Carena

Was vom Gipfel des Monte Solaro recht krass aussieht, entpuppt sich als durchaus machbar: Der Weg verläuft immer gerade so weit vom Abgrund entfernt, dass selbst die nicht Schwindelfreien unter uns ihn gut begehen können. Und wie wir belohnt wurden! Die Menschenmengen und Selfie-Touristen vom Monte Solaro nahmen alle die Sesselbahn runter, und so waren wir auf der ganzen Strecke komplett alleine unterwegs.

Der Weg schlängelt sich ca. 20 Minuten auf der Höhe entlang und man kann sich kaum sattsehen an den spektakulären Aussichten. Es folgt ein recht steiler Abstieg durch den Wald, bis man wieder entlang eines Grates läuft. Immer schön Richtung Punta Carena hinab – man kann den Weg mangels Alternativen nicht verfehlen.

Wandern auf dem Gratweg vom Monte Solaro nach Punta Carena

Nach etwa eineinhalb Stunden Wanderung vom Gipfel kommt man langsam wieder in die Zivilisation. Eine Madonnenstatue im Wald, ein Aussichtspunkt, ein alter Turm, dann noch ein paar Stufen, über die Strasse, durch einen schönen Föhrenwald und schon ist man fast am Leuchtturm.

Unser Wanderziel – Der Leuchtturm von Punta Carena

Wir mussten hier leider bereits wieder den kleinen Bus nehmen, der uns zurück nach Anacapri, Capri und runter an die Marina Grande brachte, wo unsere Fähre auf uns wartete. Alles in allem müsst ihr für die Fahrt im öffentlichen Verkehr mit Umsteigen und ev. Warten auf Anschlüsse doch mit 40 Minuten rechnen, und solltet genug Zeit einplanen.

Von da kamen wir herunter…

Bei einem nächsten Mal würde ich den Sessellift auf den Monte Solaro nehmen und stattdessen lieber noch die zwei Stunden von Punta Carena bis zur berühmten Blauen Grotte wandern – einer der malerischsten Wanderwege der Insel heisst es. Und überhaupt würde ich mehr Zeit einplanen. Aufgrund des Herbstfahrplans hatten wir netto nur etwa fünf Stunden auf der Insel – viel zu wenig! Die Hauptstädtchen, v.a. Capri selbst ist zwar sehr touristisch, aber Zeit für einen Blick in die hübschen Boutiquen und einen Teller köstlicher Spaghetti mit Meeresfrüchten hätte ich doch sehr gerne gehabt.

Womit wir wieder beim Essen wären, und ich meine Tipps loswerden kann:

Restauranttipps Sorrento

Die traditionsreiche Trattoria da Emilia, wo 1954 bereits Sofia Loren und Vittorio De Sica während der Dreharbeiten für den Film «Pane amore e…» hausgemachte Pasta von Donna Emilia assen. Total unkompliziert und unprätentios, dafür umso herzlicher und leckerer. Das Restaurant direkt am Hafen scheint immer brechend voll und nimmt keine Reservierungen – dennoch scheinen die Nachfahren von Donna Emilia immer ein Plätzchen zu finden.

Und sollte es doch mal nicht klappen, wäre da noch das Parrucchiano, das bereits seit 1868 authentische Sorrentiner Spezialitäten serviert – eine absolute Überraschung: Mitten in der Fussgängerzone findet sich diese riesige Stätte, die eher einer Gärtnerei als einem Restaurant gleicht. 900 Sitzplätze, davon 450 draussen und 450 drinnen, verteilen sich in verschiedenen Orangerien, zwischen Zitronenbäumen, Palmen, Kräutergärten und lauschigen Plätzchen, so dass die schiere Masse an Menschen gar nicht auffällt. 70 Festangestellte und weitere freie Mitarbeiter sorgen dafür, dass das authentisch schmeckende und köstliche Essen innert kürzester Zeit heiss auf dem Tisch steht.

Fast schon eine Gärtnerei Restaurant La Parruchiano

Unterkunftstipps Sorrent

The one and only for me: Maison La Minervetta, am Ortsausgang hoch über dem Meer mit unverbaubarem Blick auf den Vesuv und die Bucht von Neapel. Leider teuer…

Die Traumküche des Minervetta – La Minervetta – Schickes Design in den Zimmern – Hotelpool mit Blick über den Golf von Neapel zum Vesuv

Einen kurzen Besuch statteten wir auch dem historischen Hotel Bellevue Syrene ab, das zu Relais & Châteaux gehört. Ebenfalls herrlich gelegen, wurde hier Tradition mit coolem und gleichzeitig verspieltem Design gemixt. Auch das jedoch – leider teuer.

Wir waren noch im Dreisternhaus Hotel del Corso untergebracht, sauber und günstig mit super Lage direkt in der Fussgängerzone. Allerdings schien uns hier die Luft nach der Covid-Periode und in der Nachsaison etwas raus…

Weitere Ausflüge von Sorrent und Restauranttipps

Plant einen Tagesausflug nach Pompeji ein und besucht die weltberühmten archäologischen Ausgrabungsstätten, die seit 1997 zum Weltkulturerbe der Unesco gehören. Um 79 n. Chr. brach der Vesuv aus und begrub hier alles unter Asche und Bims, ca. 3000 Menschen kamen ums Leben. Die Stadt wurde unter der Bimsschicht perfekt konserviert und ermöglicht heute einen lebendigen Blick in die Vergangenheit. Nehmt Euch einen Guide – es lohnt sich!

79 n. Chr. blieb in Pompeji die Zeit stehen

Von Sorrento fährt der Zug in einer halben Stunde bis «Pompeji S. Villa Misteri», und von da sind es nur 50 Meter bis zum Eingang der Ausgrabungen. Tickets und Guide haben wir dort am Bahnhof organisiert – im Hochsommer lohnt es sich sicher, besonders einen Führer schon vorab zu buchen.

Wer einen Strandtag einlegen möchte, fährt von Sorrent aus circa eine halbe Stunde auf die südliche Seite der Halbinsel über Massa Lubrense und Nerano nach Lo Scoglio und mietet sich einen der bunten Strandschirme am türkisfarbenen Wasser. Auch hier lässt es sich hervorragend schlemmen: Das Restaurant Lo Scoglio ist weithin berühmt für seine frischen Fisch- und Meeresfrüchtespeisen ebenso wie für seine «Spaghetti con le zucchine» aus dem hauseigenen, biologischem Anbau. Für die regionalen Speisen in tollem Ambiente fahren einige Gäste meilenweit – seemeilenweit sozusagen, denn viele kommen direkt mit dem Boot vorgefahren und über die rückwärtige Holztreppe direkt auf die Terrasse über dem Meer.

Der Strand von Lo Scoglio

Mehr Infos zu den Selfguided Tours von Hauser Exkursionen, findet ihr unter diesem Link.

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