Blütenpracht im Oberengadin

Blütenpracht im Oberengadin

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Wenn in den tieferen Lagen der Hochsommer beginnt, spriessen die Bergblumen im Oberengadin nur so aus dem Boden. Die Vielfalt ist gross und meine Begeisterung dafür noch grösser. Auf den nächsten Zeilen teile ich gerne ein paar Routen, auf denen Blumenbegeisterte in den Genuss kommen.

Der Bergfrühling im Oberengadin hat seinen ganz besonderen Reiz: kristallklare Seen, umgeben von tiefgrünem Wald und saftigen Wiesen.

Sils – Isola – Fextal – Sils

Die Seen wollen nicht unentdeckt bleiben und so lohnt sich eine Fahrt auf der höchstgelegenen Kursschifflinie Europas auf dem Silsersee. Die «MS Segl Maria» von Kapitän Franco Giani bietet für 30 Personen Platz und legt an den Stegen Chastè, Plaun da Lej, Isola und Maloja an.

Vom Boot aus schweift der Blick vom tiefblauen See über die blühenden Weiden hinauf zu den weissen Gipfeln der umliegenden Berge. Von Isola geht es bergauf durch den kühlen Wald ins Val Fex. An den lichten Schattenplätzen gedeiht der blaue Eisenhut und ab und an entdecken wir ein Knabenkraut. Das Val Fex begrüsst uns mit plätschernden Bächen und dem Geklapper der Pferdehufe der örtlichen Kutschfahrten.

Gelbe Schlüsselblumen, Enziane, Trollblumen und Hornveilchen sind nur ein kleiner Teil der grossen Blumenvielfalt.

Das Tal wird von rund 100 Personen bewohnt und die eindrückliche Landschaft wird seit 1954 geschützt – dass heisst es dürfen keine Parkplätze, Skilifte, Sesselbahnen, Freileitungen und neuen Ferienhäuser gebaut werden.

Ein malerisches Dorfbild und duftende Blumenwiesen sind das Resultat. Für den Transport der Touristen werden zweispännige Pferdekutschen sommers wie winters eingesetzt. Für den kulinarischen Genuss kümmern sich mehrere Restaurants und Alpen, die Köstlichkeiten aus der Region servieren.

La Punt-Chamues-ch – Val Chamuera – Val Lavirun – La Punt-Chamues-ch

Das Val Chamuera befindet sich neben dem Dorf La Punt Chamues-Ch. Durch das Tal führt einzig ein Flurweg und der Gebirgsfluss Ova Chamuera. Die Landschaft scheint unberührt und wild, wie im Nationalpark Zernez.

In der Nebensaison ist man praktisch alleine unterwegs. Bereits neben dem Flurweg kommt man in den Genuss schönster Alpenflora: duftender Seidelbast, Kalk-Polsternelke und Frauenschuh. Der Weg führt vorbei an der Alp Serlas, die ein überraschend grosses Maiensäss ist.

Hier auf 2016 Meter über Meer sind die Weiden voll mit Hornveilchen, Enziane und an schattigen Stellen vereinzelte Alpenglöckchen (Soldanella). Höhepunkt der Wanderung sind die Südhänge des Seitentals Val Lavirun.

Auf den zukünftigen Weiden finden sich riesige Parzellen mit gelben Pelzanemonen, Enzianen, Vergissmeinnicht, Seidenbast, Polsternelken und Schwefelanemonen.

Abgerundet wird die Blütenpracht durch unzählige Murmeltiere, die immer wieder unseren Weg kreuzen und mit laute Pfiffen in ihren Bauten verschwinden.

Punt Muragl – Unterer Schafberg – Alp Languard – Pontresina

Die Wanderwege rund um Muottas Muragl und der Alp Languard sind ebenfalls Zeugen grossartiger Alpenflora. Duftender Lerchen- und Arvenwald, diverse Polsternelken sowie Knabenkraut in Hülle und Fülle.

Die Aussicht zum St. Moritzer- und Silvaplanersee sind fantastisch und mit etwas Glück entdeckt man sogar den König der Berge – den Steinbock.

Tipp: Fehlt das nötige Blumen-Know-how? Christine Salis bietet geführte Blumenwanderungen im Engadin an, mehr Infos unter diesem Link.

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