Sechs Tipps für ein perfektes Wochenende in Grado

Sechs Tipps für ein perfektes Wochenende in Grado

Wilde Pferde, malerische Laguneninseln, das beste Eis und ein Hauch k&k-Nostalgie. Was man in Grado nicht versäumen sollte.

1. In Aquileia Halt machen
Man muss nicht bis Rom oder Pompeij fahren, um grossartige römische Ausgrabungen zu sehen. Schon auf dem Weg nach Grado lohnt sich ein Stopp im nur zehn Kilometer entfernten Aquileia. Von den Römern zum Schutz der Ostgrenze gegründet, entwickelte sich Aquileia rasch zu einer der bedeutendsten Städte und Binnenhäfen des Römischen Reiches. Besonders beeindruckend ist das Domus Tito Macro, an dem sich die Pracht römischer Patrizier-Villen erkennen lässt.

Genauso wie die frühchristlichen Mosaike in der Basilika Santa Maria Assunta. Einmal in Aquileia sollte man auf jeden Fall einen Abstecher zu Cocambo machen, einer kleinen, sehr feinen Schokoladenmanufaktur. Hier kann man im Shop nicht nur handgemachte Schokoladen-Spezialitäten, sondern auch das ausgezeichnete, nach Vorbild antiker Süßigkeiten neu interpretierte «Dolce di Aquileia» verkosten und erstehen.


2. Ausgiebig durch die Altstadt flanieren
Grado hat unzweifelhaft eine der schönsten Stadtkerne an der Oberen Adria, in der sich jede Menge Spuren aus vergangenen Epochen wiederfinden. Von römischen Überresten und frühchristlichen Basiliken über die für ein Fischerdorf typischen kleinen Steinhäuser bis hin zu den großzügigen Jugendstilvillen aus der touristischen Anfangszeit des Ortes.

Das Zentrum ist eine für den Verkehr gesperrte Fußgängerzone und so lässt es sich bestens durch die engen Gassen, über den Damm und an der Strandpromenade entlang schlendern. Besonders malerisch ist die Altstadt in der Abendstimmung. Grado bietet in den Sommermonaten Interessierten auch auf Deutsch zu verschiedenen Themen kostenlose geführte Stadtspaziergänge an, die sehr empfehlenswert sind.  

3. Ein bisschen Jahrhundertwende – Flair schnuppern
Vor exakt 130 Jahren wurde Grado offiziell zum Kur- und Seebad ernannt. Damals noch Teil des Habsburgerreiches wurde es flugs zum Sehnsuchtsort der österreichischen Bourgeoisie. Von der ersten Hoch-Zeit des Fremdenverkehrs von Grado zeugen prachtvolle Villen wie die Ville Bianchi, die Villa Bernt, Villa Erica oder Villa Reale, wo man auch heute noch stilvoll übernachten kann. Wie sich Grado im Laufe der Jahrzehnte verändert hat, kann man aktuell sehr gut in der nostalgischen Ausstellung «Un saluto da Grado» sehen.

Grado by night

Die Kuratoren haben, grossteils aus privaten Archiven, historische Postkarten zusammengetragen und diese in einem grossen Raum an Grados Haupteingang zum Strand, der «Spiaggia Principale GIT» ausgestellt, der Eintritt ist frei. Apropos Strand: Extra fürs Jubliäum wurde ein Strandbereich mit den für damals typischen Strandzelten ausgestattet, und so kann man auch beim Sonnenbad einen Hauch Nostalgie erleben.

4. Nicht vergessen: schlemmen, schlemmen, schlemmen
Was wäre ein Wochenende am italienischen Meer, ohne in ungezählten kulinarischen Köstlichkeiten zu schwelgen. Vorausschicken muss ich: In Grado schlecht zu essen, ist fast unmöglich. Trotzdem hier drei ausgewählte Empfehlungen: Selten habe ich so gute Spaghetti alle vongole gegessen wie bei «Da Ovidio», auch der gemischte Vorspeisenteller ist fantastisch.

Ganz auf die Empfehlungen des Chefs verlassen sollte man sich in der «Tavernetta all’Androna», man wird sicher nicht enttäuscht. Unbedingt versuchen, einen Tisch im Freien auf der Piazetta zu ergattern, ein perfektes Setting für ein perfektes Abendessen. Das beste Eis zu jeder Tageszeit gibt es bei «Antoniazzi», manch einer sagt, es ist das beste Eis der ganzen Adria.

Da Ovidio, Via Marina 36, 34075 Grado, Telefon: +39 0431 80440
Tavernetta all’Androna, Calle Porta Piccola 6, 34073 Grado, Telefon: +39 0431 80950
Antoniazzi, Viale Dante Alighieri 23, 34073 Grado

5. Wilde Pferde beobachten
Radfahren ist einfach in und um Grado. Es gibt ein sehr gut ausgebautes Radwegenetz und nicht erst, seitdem es trendig geworden ist, den ganzen Alpe Adria Radweg bis Grado auf dem Sattel zu bewältigen, hat sich der Ort perfekt auf Radfahrer eingestellt. Auch die beiden Naturschutzgebiete Valle Cavanata und die Isola della Cona lassen sich bequem per Velo erreichen.

Flamingos in Valle Cavanata

Dort allerdings geht es nur zu Fuss weiter, aber eine beschauliche Wanderung lohnt allemal: Mehr als 320 verschiedene Vogelarten sind hier heimisch, bzw. stärken sich für einen Weiterflug gen Norden oder Süden, je nach Jahreszeit. Oder man wechselt den Fahrrad-Sattel mit dem Pferdesattel: Auf der Isola della Cona leben weiße Camargue-Pferde frei in einer großen Herde. An den Menschen sind sie trotzdem gewöhnt, auf geführten Trekking-Touren durch das Areal hat man die Chance, auf ihnen zu reiten.

6. Mit dem Boot durch die Lagune

Jedes Mal wieder bin ich von der Lagunenlandschaft, in die Grado eingebettet ist, begeistert. Schon nach wenigen Minuten Fahrt mit dem Boot ist man in völliger Ruhe auf verschlungenen Wasserwegen unterwegs, umgeben von ein wenig Schilf, vielen verschiedenen Vogelarten und einer Vielzahl an kleinen Inselchen. Auf etlichen von ihnen stehen noch die typischen Fischerhütten, die «Casoni», in denen früher die Fischer der Lagune wohnten.

Der jeweils frische Fang wurde vom Händler direkt abgeholt, die Fischer selbst haben die weniger gut verkäuflichen Fische für sich selbst zum typischen «Boreto» verkocht. Der besteht nur aus frischem Fisch, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Essig, jetzt ein Klassiker und Muss für jeden, der die Gradeser Küche wirklich kennenlernen will.

Die Trattoria «Ai Ciodi» liegt inmitten der Lagune auf einer solchen kleinen Insel, ein noch perfekteres Setting für ein rustikales Boreto-Essen gibt es kaum. Gleich neben der Trattoria gibt es übrigens ein kleines Bed and Breakfast mit ganz wenigen Zimmern. Will man sich einmal weit weg von allem fühlen, ohne wirklich weit weg zu sein – das muss der perfekte Ort dafür sein.

Mit dem Bootstaxi: www.mirkotaxiboat-grado.com/index-de.html

Mit dem Linienboot: www.motorshipcristina.it/deu/escursioni.html

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