Das Thurgauer ‚Bluescht‘-Telefon

Das Thurgauer ‚Bluescht‘-Telefon

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Als Thurgauer wird man ja in der Stadt (z.B. in Zürich) oftmals ein bisschen belächelt… ‚Landei‘ oder ‚Moschtinder‘ nennen einem die so horizontgeweiteten Städter und wissen sich sonst noch allerlei Nettigkeiten zu erzählen über die Bewohner der wohl schönsten Region der Schweiz. Meine Chefin – eine waschechte Bernerin – verwechselt den Thurgau dauernd mit den Kantonen Appenzell. Als ob es im Appenzell so grosse Menschen gäbe…

Aber uns Thurgauern macht das nichts aus. Uns ummantelt eben eine harte Schale. Und der Kern, der darunter liegt, ist dafür umso weicher…

Unzählige Obstbäume in herrlicher Blütenpracht

Es gibt aber Zeiten, da schaut die ganze Welt gen Osten in das Paradies der Apfel- und Birnenbäume, der saftig grünen Wiesen und Felder und der glasklar sprudelnden Bäche und Flüsse. Momentan ist gerade so eine Zeit. Dies aus zwei Gründen. Erstens wohnen gemäss einer kürzlich veröffentlichten Studie von Nextsuisse die zufriedensten Schweizerinnen und Schweizer – wen wundert’s – im Kanton Thurgau (Migros Magazin vom 13.04.15) und zweitens ist die jährliche ‚Bluescht‘-Zeit angebrochen. Dies ist die Zeit, in der die unzähligen Obstbäume in ihrer herrlichen Blütenpracht erblühen. Für die einen ein Naturspektakel, für Heuschnupfen-Geplagte die Hölle.

Thurgau Bodensee: Velofahrerin geniesst den Fruehling

Thurgau Tourismus hat das Potenzial dieser Jahreszeit erkannt und ein ‚Bluescht-Telefon‘ eingerichtet. Unter der Nummer +41 71 414 11 44 erhält man eine persönliche Beratung, wo zurzeit welche Bäume am schönsten blühen.

Des Weiteren gibt es Routenvorschläge für Velofahrten und Wanderungen durch die herrliche Blütenpracht. Generell gilt, dass bei den Obstbäumen zuerst die Kirsch-, dann die Birnen- und zum krönenden Abschluss die Apfelbäume blühen.

Thurgau, Blueschtzeit

Gemäss aktueller Auskunft ist die Kirsch-, Zwetschgen- und Aprikosenblüte an den meisten Orten bereits vorbei. Hingegen blühen die Birnenbäume grösstenteils noch wunderschön. Das Highlight – die Apfelblüte – kommt jedoch erst noch. Momentan blühen erst vereinzelte Sorten. Bis zum Wochenende sollten dann alle Blüten geöffnet sein.

Wer also den 1. Mai-Krawallen in der Stadt aus dem Weg gehen möchte, findet Ruhe und Erholung inmitten des herrlichen Blütenzaubers am wunderschönen Bodensee!

Mein persönlicher Ausflugs-Tipp: Der Thurgauer Apfelweg

Die Anreise mit dem Intercity nach Romanshorn. Anschliessend mit dem Schiff nach Altnau, wo der Thurgauer Apfelweg bewandert und der Blütenzauber der Apfelbäume bestaunt werden kann. Am Hafen von Altnau laden diverse Restaurants zu einem feinen Mittagessen ein. Anschliessend per Schiff oder Zug weiter nach Kreuzlingen Hafen und von dort wieder nach Hause.

PS: Auch heute noch stammen jeder zweite Liter Most und jeder dritte Apfel in der Schweiz aus dem Thurgau. Der Begriff „Mostindien“ entstand jedoch im Jahre 1853. Die satirische Wochenzeitschrift „Postheiri“ (1845-1875) machte sich zu dieser Zeit einen Spass daraus, Kantone und Ortschaften mit Spitznamen zu versehen. „Mostindien“ ist einer der einzigen Namen, der von diesen Postheiri-Namen übriggeblieben ist.

Mehr Informationen zur Bluescht im Thurgau

Copyright Bilder: © Thurgau Tourismus, swiss-image.ch

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