Ihre Koffer werden gerade wieder ausgeladen

Ihre Koffer werden gerade wieder ausgeladen

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„Sie fliegen nicht mit. Ihre Koffer werden gerade wieder ausgeladen.“ Mit diesen Worten wollte die Thai Airways Supervisorin unsere Ferien schon am Gate in Zürich beenden. Im Kinderausweis unseres Sohnes Nelio (damals 6) fehle das Passfoto. So sei die Einreise nach Thailand seit zwei Wochen nicht mehr möglich.

„Aber das heisst ja, dass nur er nicht fliegen kann. Wieso laden Sie alles Gepäck wieder aus?“, meinte Tomi, mein Mann. Die Augen von Nelio und der Supervisorin weiteten sich gleichzeitig. Nora (damals 4) fing an zu weinen, wohl in der Vorstellung wie wir ihren grossen, aber immer noch kleinen Bruder mutterseelenallein auf dem Flughafen zurück liessen.

Innerhalb weniger Minuten mussten wir entscheiden: was tun? Alle dableiben und Umbuchungsgebühren für die ganze Familie zahlen? Nicht wissend, wann wir überhaupt alle wieder mitkämen – schliesslich war Ferien- und somit Hauptreisezeit? Getrennt fliegen? Aber wer mit wem? Wir entschieden uns für die Kombi Mami/Tochter-fliegen, Papi/Sohn-bleiben-und-organisieren-Ersatzpass-und-neue-Tickets. Schnell noch ein Kuss und tschüss.

Die folgenden 13 Stunden Flug waren wahrscheinlich die längsten meines Lebens. Wieso hatte uns beim Vorabend-Check-in niemand auf das Passproblem hingewiesen? Würden meine beiden Männer am Wochenende überhaupt einen Notfallausweis bekommen? Und ihre Tickets umbuchen können? Welchen Koffer hatte ich jetzt eigentlich dabei – den mit den Kinder- oder mit den Erwachsenenkleidern? Wie würde ich vom Flughafen zur Insel kommen – was hatte Tomi da organisiert? Nora-sorglos freute sich derweil über den vielen Platz in der Viererreihe, schlief seelenruhig und vergnügte sich mit dem Inflight-Entertainment.

Nora am Flughafen BangkokNora am Flughafen Bangkok

Herrlich - so viel Platz ohne den BruderHerrlich – so viel Platz ohne den Bruder

Tomi und Nelio starteten währenddessen ihre Organisations-Odysee mit einem Besuch bei McDonalds. Erstmal das aufgewühlte Kind sättigen und beruhigen – war immer gut. Dann zum Passbüro. Der Beamte zeigte sich kooperativ. Pass wäre schnell gemacht. Nötig wären lediglich die Geburtsurkunde, das Familienbüchlein und… die Unterschrift beider Beziehungsberechtigter. Oha! Der Beamte musste selber schmunzeln, schliesslich hatte er die Geschichte gehört. Tomi sollte mal den Rest bringen, sie würden das schon hinkriegen, meinte er. Nelio sähe wirklich nicht so aus, als ob er gerade entführt werden sollte. McDonalds sei Dank!

Auch die Thai Airways zeigte sich kulant und so konnten die beiden Jungs schon am nächsten Tag nachfliegen. Währenddessen genossen Nora und ich bereits die wunderbare Atmosphäre im Relaxed Bay Resort auf Koh Lanta. Nora in wechselnden Outfits, ich vorwiegend im Strickpulli bei 38 Grad, da wir eben wirklich nur den Koffer mit den Kinderkleidern mithatten…

Und die Moral von der Geschicht?

  • Immer schön alle nationalen Einreisebestimmungen checken und mit den eigenen Passdokumenten vergleichen
  • Koffer am besten gemischt packen, nicht nach Personen getrennt
  • Immer schön freundlich bleiben – dann reagieren die Leute wohlwollender
  • Immer schön gelassen bleiben – es gibt für alles eine Lösung
  • Und am wichtigsten: Bikinis immer ins Handgepäck!

Familie Biedermann glücklich vereintFamilie Biedermann wieder glücklich vereint

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