Mein Highlight des Jahres 2021: Die Drei Zinnen ganz für mich allein

Mein Highlight des Jahres 2021: Die Drei Zinnen ganz für mich allein

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Zugegeben: Es war keine besonders schlaue Idee, diesen Sommer im August in die Dolomiten zu fahren. Also ich meine, rein vom Timing her. Denn all die wunderbaren Wanderziele sind in diesem Monat einfach gnadenlos überfüllt. Trotzdem hat mir gerade die Auswahl dieses suboptimalen Datums das wunderbarste Bergerlebnis des Jahres 2021 beschert.

Wie gemalt: Die Dreizinnenhütte vor dem Patternkofel und den Drei Zinnen

Sie ist einer der Klassiker in den Sextener Dolomiten in Südtirol: die Tour vom Fischleinboden durchs Altensteiner Tal zur Dreizinnenhütte. Trotz der zu bewältigenden Distanz von knapp 1000 Höhenmetern und teils strengen und geröllbedeckten Anstiegen ist man dort niemals alleine unterwegs. Gerade im Hochsommer pilgern Familien, Senioren und trotz roten Köpfen angeregt plaudernde Wandergruppen in Richtung des Ziels auf rund 2400 Metern über Meer. Dennoch: Diesen Alpen-Superlativ muss jeder Bergliebhaber einmal erlebt haben!

Rund um die Dreizinnenhütte gibt es zu jeder Tageszeit wunderbare Fotomotive

Dolomitenkulisse wie aus dem Märchenbuch

Der teils aussichtsreiche Aufstieg über die von Latschen und Fichten bestandenen Naturpfade, Felsgassen und Almwiesen lässt sich vor allem in der Vorfreude auf das, was oben wartet, sehr gut bewältigen. Doch am Ziel angekommen, ist schnell klar: alle die Fotostopps unterwegs hätte man sich sparen können. Wenn die Dreizinnenhütte nebst der benachbarten kleinen Kapelle, der kolossale Paternkofel und die legendären Drei Zinnen nahezu gleichzeitig ins Sichtfeld rücken, gehen jedem Menschen, der die Berge und das Fotografieren liebt, die Augen über. Dass diese Kulisse wahrhaftig und nicht etwa das Werk eines übernatürlichen Künstlers ist – es fällt einem schwer zu glauben.     

Legendäres Wanderziel: Die Dreizinnenhütte in den Sextener Dolomiten

In wenigen Wanderminuten weg vom Trubel

Die grösste Schandtat wäre es, ein paar Dutzend Bilder zu schiessen und dann wieder hinabzusteigen. Denn auf dem Plateau rund um die (übrigens nicht besonders liebevoll eingerichtete) Dreizinnenhütte lässt sich mühelos ein ganzer Tag voller Eindrücke verbringen. Wagt man sich nur wenige 100 Meter vom touristischen Hauptgeschehen weg, wird das Picknick auf der Almwiese zum aussichtsreichen Hochgenuss – mit etwas Glück inklusive Murmeltiernachwuchs-Beobachtung.

Sehr zu empfehlen ist auch ein Abstecher zur «naturbelassenen» Gedenkstätte an den Ersten Weltkrieg, der in den Dolomiten so erbarmungslos geführt wurde. Die Schützengräben, steinernen Unterstände und Stacheldrähte sind heute noch sichtbar und muten gerade in dieser zauberhaften Natur an wie Relikte aus einer Realität jenseits aller Vorstellungskraft.

Grausame Vergangenheit vor herrlicher Kulisse: Relikte aus dem Ersten Weltkrieg

Endlich allein

Wenn sich das Plateau langsam von Menschen leert und die Gipfel rundherum im abendlichen Sonnenlicht rot zu leuchten beginnen, erreicht das Bergerlebnis Drei Zinnen eine weitere Dimension, die so nur im Hochsommer möglich ist. Mehrere Stunden lang lässt sich beobachten, wie die Farben immer prachtvoller, die Kontraste schärfer und alles rundherum immer stiller und erhabener wird. Bis schliesslich das Licht verschwindet und die Kälte eines klaren Bergsommerabends die Fotografenfinger steif werden lässt. Dann ist es Zeit für den Aufbruch.

Die Abendsonne beleuchtet die herrschaftlichen Gipfel der Drei Zinnen

Drei Stunden dauert der Abstieg zurück ins Fischleintal – mit guter Stirnlampe auf und dem prächtigen Sternenhimmel über dem Kopf sollte das Ziel unfallfrei zu erreichen sein. Wer sich das nicht antun will, kann versuchen, einen Übernachtungsplatz in der Dreizinnenhütte zu ergattern. Oder er schleppt einen dicken Schlafsack mit nach oben und sucht sich einen geschützten Platz auf der Wiese. Ob Letzteres jedoch offiziell gestattet ist, entzieht sich der Kenntnis der Autorin.

Monument Valley in den Dolomiten

Tour: Fischleinboden (Grossparkplatz, 1454m) – Talschlusshütte – Dreizinnenhütte (2405m) – Fischleinboden.

Literatur: Rother Wanderführer, Dolomiten 5 (Sexten – Toblach – Prags) inkl. GPS-Daten.

Info: www.suedtirol.info

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