Naturschutzgebiet Ibergeregg: Schneeschuh-Genuss für Einsteiger mit Ausdauer

Naturschutzgebiet Ibergeregg: Schneeschuh-Genuss für Einsteiger mit Ausdauer

Fahren die Lifte nun oder nicht? Für den naturliebenden Schneeschuhwanderer ist die Frage wenig relevant. Denn viele zauberhafte Touren lassen sich – zumindest in diesem schneereichen Winter 2020/21 – auch ohne Aufstiegshilfe bestreiten.

Hübsches Panorama schon nach kurzer Strecke

Zum Beispiel im Naturschutzgebiet Ibergeregg. Hier sind zahlreiche Routen gesteckt und bestens signalisiert, was auch Einsteigern genüssliche Schneeschuherlebnisse ermöglicht. Die genauen Markierungen haben aber auch noch einen anderen Zweck: Dem Wildschutz zuliebe ist das Abweichen von den offiziellen Pfaden streng verboten.

Wirklich steile Anstiege gibt es Richtung Furggelen kaum

Angenehmer Anstieg Richtung Furggelen

Unsere Tour startet ganz gemütlich an einem der zahlreich vorhandenen Parkplätze in Oberiberg/Tschalun (1100m). Die Skilifte von Laucheren/Hoch-Ybrig lassen wir links liegen und machen uns an der gegenüberliegenden Bergseite auf in den knirschenden, glitzernden Schnee. Gemächlich geht es durch wenig steiles Gelände hinauf Richtung Furggelen (Route 22).

Das verschneite Hügelland und das Dörfchen hinter uns bieten bereits einen hübschen Anblick, bevor die Tour in ein kleines Wäldchen führt. Wer das Glück hat, bei frisch gefallenem Schnee unterwegs zu sein, geniesst inmitten der weissen Zweige eine besonders romantische Stimmung. 

Noch schöner wärs im romantischen Wäldchen bei frisch gefallenem Schnee

Herzlicher Hüttenservice auch in Coronazeiten auf der Furggelenhütte

Die Steigung bleibt angenehm bis zur sehr sympathisch von SAC-Ehrenamtlichen geführten Furggelenhütte (1500m). Kurz vor dem Ziel tauchen am Horizont erst der kleine und schliesslich der Grosse Mythen auf und von der kleinen Hüttenterrasse aus lässt sich die berühmte Doppelberg ausgiebig betrachten. Derzeit ist auf der Hütte nur reduzierter Take-away-Service erlaubt. Wir durften bei unserer Tour noch die letzten selbstgemachten Weihnachtsguetsli kosten. Herrlich!

Selbstgebackene Guetsli auf der SAC Hütte

Gemütlich retour oder schweisstreibend zum Furggelenstock

Wer nach knapp 2 Stunden bereits genug hat, kann denselben Weg wieder retourgehen und wird sich dank der bezaubernden Natur auch in der nächsten Stunde nicht langweilen. Für eine «richtige» Tour können ausdauernde Schneeschuhgeher die Route über den Furggelenstock (1655m) und den Brünnelistock (1598m) nach Ibergeregg ausdehnen (Route 25/26) und von dort zurück nach Oberiberg laufen (Route 21).

Gemächliche Tour Richtung Furggelen

Hier sind jedoch ein paar schweisstreibende und steile Passagen zu bewältigen und man sollte nicht zu spät starten. Dafür belohnt der Furggelenstock (1655m) den Winterwanderer mit sensationellen Aussichten zu Druesberg, Tödi und Glärnisch im Osten sowie Mythen, Rigi und Pilatus im Westen. Und der Sonnenuntergang mit seinem sanften Licht im weissen Schnee sorgt nochmals für Hühnerhautmomente unter der durchgeschwitzten Funktionswäsche.

Grosser und Kleiner Mythen sind von der Furggelenhütte aus zu bestaunen

Infos und Alternativen

Oberiberg – Furggelenhütte – Oberiberg (Route 22, gleicher Weg hin und retour): ca. 3 Stunden für Hin- und Rückweg, leichte bis mittlere Schwierigkeit

Innehalten gehört beim Schneeschuhlaufen dazu

Alternativen:

Rundtour Oberiberg – Furggelenhütte – Furggelenstock/Brünnelistock – Ibergeregg ؘ– Oberiberg (Routen 22 + 25/26 + 21): ca. 4,5 Stunden, mittlere Schwierigkeit.

Brunni – Furggelenhütte – Brunni (Route 24, gleicher Weg hin und retour), ca. 2 Stunden, leichte bis mittlere Schwierigkeit.

Rundtour Ibergeregg – Brünnelistock – Ibergeregg (Route 29): ca. 1,5 Stunden, leicht.

Steil hinauf zum Aussichtspunkt Furggelenstock

Schneeschuhkarte zum Herunterladen (PDF)

Buch: SAC-Schneeschuhführer «Zentralschweiz – vom Brienzer- zum Zürichsee» von David Coulin (derzeit leider vergriffen)

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