Acht gute Gründe für das Wintercamping

Acht gute Gründe für das Wintercamping

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Regelmässige Leserinnen und Leser meiner Blogbeiträge dürften inzwischen wissen, dass ich Campieren für die entspannendste Form des Ferienmachens halte.

Bisher war Camping für mich mit Sommer und Sonne verbunden. Am Meer oder an einem See, mit blühenden Blumen im Frühling oder den warmen Farben des Herbstes. Jetzt habe ich – rein temperaturmässig – eine faszinierende Steigerungsform ausprobiert: Wintercamping in den Bergen. So zum Beispiel auf dem Camping Morteratsch, Europas höchstgelegenem Campingplatz, bei Kathrin und Peter Käch.

Bei minus fünfzehn Grad auf dem Campingplatz zu nächtigen, klingt auf den ersten Blick wie eine sehr frostige Angelegenheit. In Wirklichkeit kann das sehr gemütlich, geradezu heimelig und vor allem warm sein.

Natürlich nicht in meinem VW Bus, der keine adäquate Heizung hat und dem ich das Winter-Wetter auf seine alten Tage nicht mehr zumuten möchte. Und auch nicht in einem Zelt, wo man sich die Füsse abfrieren würde. Aber zum Beispiel in einem modernen Wohnwagen oder Camper, oder aber in den Schlaffässern und Holzhäuschen, die in den letzten Jahren auf vielen Campingplätzen gebaut worden sind.

Wintercamping ist aus vielen Gründen attraktiv. Hier sind acht von ihnen:

Absolute Ruhe

Im Sommer kann es auf Campingplätzen hoch zu und her gehen, vor allem, wenn Familien mit Kindern Ferien machen. Im Winter hingegen legt sich nach Einbruch der Dunkelheit absolute Stille über den Platz. Die letzten Geräusche werden vom Schnee gedämpft. Winterwunderland wie aus dem Bilderbuch.

Wohltuende Einsamkeit

Wer der Hektik der Städte entfliehen will, ist im Winter auf dem Campingplatz am richtigen Ort. Während die Plätze im Sommer stark bevölkert sind, so ist Wintercamping bislang keine Massenveranstaltung: «Das Wintercamping steckt noch in den Kinderschuhen», sagt Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim Touring Club Schweiz (TCS), dem grössten Betreiber von Campingplätzen an 23 Standorten (von denen fünf im Winter geöffnet sind).

Bei einem Aufenthalt auf dem Campingplatz Morteratsch in Pontresina (der nicht dem TCS gehört) bestätigt sich die Aussage: Nur aus wenigen Wohnwagenfenstern dringt gedämpftes Licht. Draussen in der nächtlichen Kälte ist niemand anzutreffen.

Pionierrolle

Wer Wintercamping betreibt, darf sich als Pionier fühlen, aber vielleicht nicht mehr lange: Momentan seien die Wintermonate im Vergleich zum Sommer noch ein Nischengeschäft, sagt Thomas Jenzer, der mit Citypeak Campers, dem Schweizer Start-up, das sich auf die Vermietung von kompakten Luxuscampern spezialisiert hat.

Grosses Potenzial sieht man beim TCS, weshalb man in der Wintersaison 2018/19 einen Testlauf mit Winterpackages für den Platz in Scuol im Engadin lanciert hat. Und auch Peter Käch vom Campingplatz Morteratsch in Pontresina, stellt eine rasch zunehmende Nachfrage fest: «Über Weihnachten und Neujahr war unser Platz sehr gut gebucht.»

Eigener Wohnwagen unnötig

Man braucht kein eigenes Fahrzeug für das Wintercamping. Auf dem Campingplatz Morteratsch zum Beispiel werden Wohnwagen, Holzhäuschen mit bis zu vier und Schlaffässer, so genannte Pods, mit zwei Schlafplätzen vermietet. Peter Käch heizt ein, wenn man ihm die Ankunft rechtzeitig mitteilt, so dass man «in einer geheizten Stube ankommt», wie er sagt. Auch in Scuol finden sich Pods mit zwei bis vier Schlafplätzen.

Wintertaugliche Camper

Alternativ kann man einen wintertauglichen Camper mieten. Die Fahrzeuge von Citypeak – zur Flotte gehören Modelle von VW und Mercedes – sind für den Winter ausgerüstet, mit Allradantrieb, hochwertigen Winterreifen, Isoliermatten, Standheizung und auf Wunsch einem zusätzlichen elektrischen Heizofen. Auch das Raclette-„Öfeli“ gehört zur Ausstattung.

Freiheit

Im Hotel ist der Tagesrhythmus vorgegeben: Frühstücks- und Essenszeiten, frühestes Check-in und spätestes Check-Out. Auf dem Campingplatz lebt jede und jeder nach seinem eigenen Rhythmus; Vorschriften darüber, wann was getan werden muss, gibt es nicht.

Camping ist nicht umständlich, sondern ungezwungen. Und wer in einem Camper wohnt, kann auch jederzeit weiterziehen oder die Region bequem in den eigenen vier Wänden erkunden.

Nahe an der Natur dank Wintercamping

So nahe wie beim Camping kommt man der winterlichen Natur nie. Wenn frühmorgens ein Blick aus dem Schlaffass oder Wohnmobil verschneite Tannen und Berge freigibt, einen tiefblauen Himmel und die ersten Strahlen der Morgensonne, ist ein Spaziergang, gut vermummt, durch den unberührten Neuschnee ein Erlebnis von atemberaubender Schönheit.

Wer Glück hat bekommt das eine oder andere Wildtier zu Gesicht. Durchfroren in sein Chalet zurückzukommen oder in den topmodernen Aufenthaltsraum des Campingplatzes und sich dort einen Kaffee zu brauen oder eine Suppe zu kochen, an der man sich wärmen kann, ist ein herrliches Gefühl. Der abrupte Wechsel von klirrender Kälte und behaglicher Wärme macht einen der Reize des Wintercampings aus.

Sport vor Ort

Auch wer Wintersport betreibt, ist auf einem der alpinen Campingplätze bestens aufgehoben. Vom TCS-Camping Scuol einen Kilometer entfernt sind Langlaufloipe und Eisfeld. Auf dem Campingplatz Morteratsch können besonders Sportliche schon vor dem Frühstück die Langlaufskis anschnallen: Die Loipe führt mitten durch den Platz. Die Installationen des Skigebiets findet man in drei Kilometer Entfernung; man fährt mit dem Gratis-Skibus hin. Zudem besitzt der Campingplatz einen Ski- und Snowboardraum mit Stiefelwärmern.

Einen besonderen sportlichen Leckerbissen bieten Peter Käch, ein leidenschaftlicher Paraglider, und «Paragliding Engadin» an: Tandem-Gleitflüge im Winter. Man packt sich warm ein, startet hoch oben am Berg und kann dann das Wintercamping aus der Adlerperspektive betrachten. Auch Snowkiten auf einem der zugefrorenen See lässt viele Sportlerherzen höher schlagen.

Die Reise wurde unterstützt durch den Camping Morteratsch, Citypeak Campers und Pontresina Tourismus.

Citypeak, TCS Camping und Pontresina Tourismus sind Kunden von PrimCom-Schweiz.

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