UHU-Wanderwege – mit Schweiz Mobil auf dem Zürichsee-Rundwanderweg

UHU-Wanderwege – mit Schweiz Mobil auf dem Zürichsee-Rundwanderweg

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Habt ihr schon mal den Begriff «UHU-Ferien» gehört? Auf Schweizer-Deutsch ist das der Begriff für Urlaub, den man «ums Huus umme», also in nächster Umgebung des Hauses verbringt. Zugegebenermassen haben wir in der Schweiz den Vorteil, quasi in einem Postkartenmotiv zu leben – egal wo wir sind. Es lohnt sich also, die nächste Umgebung zu erkunden, weit zu reisen ist gar nicht immer nötig.

Eine Freundin brachte mich auf die Idee, doch mal einen dieser regionalen Wanderwege in der nächsten Umgebung zu entdecken: Der Zürichsee-Rundwanderweg (Nr. 84, 120 km, 10 Etappen) führt quasi an meiner Haustür vorbei.

Zürich als flexibler Start- und Endpunkt

An einem milden Frühlingstag schnüren mein Mann und ich also die Wanderstiefel. Start- und Endpunkt der Etappenbeschreibung ist Zürich selbst, grundsätzlich kann der Einstieg aber natürlich an jedem Ort frei gewählt werden.

Wir entscheiden uns für Langnau am Albis. Da wir in Thalwil wohnen und ich praktisch jeden Tag mit dem Fahrrad durchs Sihltal nach Zürich ins Büro fahre, absolviere ich Etappe 1 und einen Teil von Etappe 2 quasi täglich. Check, die können wir also gleich mal auslassen.

Der Zürisee lockt

So marschieren wir also runter nach Langnau, durchs Sihltal bis knapp hinter das Besucherzentrum Sihlwald und wieder rauf auf den Seerücken. Auch der nächste Abschnitt runter nach Oberrieden und weiter nach Thalwil ist uns zu bekannt, und wir laufen lieber weiter über den Hirzel und Horgenberg, queren das wunderschöne Aabachtobel, um auf der anderen Seite wieder runter an den See zu stossen. So viel Freiheit muss sein.

Erste Pause am Horgenberg

Seeufer lädt zum Picknicken

Schwupps, haben wir schon Etappe 3 von Horgen nach Richterswil erreicht, die über die Halbinsel Au komplett dem See entlang verläuft. Wenn nicht gerade Lockdown und Feuerverbot ist, bieten sich verschiedene Gelegenheiten zum Einkehren oder Feuer machen. So bleiben die einladenden Wiesen zum Picknicken und der See für einen erfrischenden Schwumm. Nach etwa 5 Stunden Wander- und Rastzeit nehmen wir glücklich und erschöpft die S-Bahn zurück nach Hause.

Blick vom Zug – erhöht sieht man sogar noch mehr

Via Königsetappe zum Etzel Kulm

Ein paar Tage später nehmen wir Etappe 4 in Angriff, die Königsetappe des Zürichsee-Rundwegs. Von Wädenswil geht’s rauf bis zum Etzel Kulm (1098 m). Die ersten zwei Stunden geht’s durch Wohnviertel, an Sportplätzen vorbei usw. – nothing to write home about. Ab Schindellegi aber wird es von Minute zu Minute schöner. Höhepunkt in jeder Hinsicht ist Etzel Kulm mit seinem herrlichen Ausblick sowie einem fantastischen Spielplatz für Kinder.

Auf der einen Seite liegt die Innerschweiz mit dem Sihlsee und den schneebedeckten Bergen vor einem, auf der anderen Seite kann man fast den kompletten «Zürisee» überschauen. Bergab geht es dann auf der Strecke des Jakobswegs – einfach in umgekehrter Pilgerrichtung.

Auch Etappe 5 ist nicht ohne, auch wenn kaum Höhenmeter überwunden werden. Aber für die 23 km immer am See entlang braucht man dennoch seine sechs Stunden, zumal auch hier immer wieder schöne Stellen für ein Picknick am See locken.

Uferlandschaften und Wasservögel

Etappe 6 ist dafür in unter drei Stunden ruckzuck erledigt. Der Strandweg führt durch die intaktesten Uferlandschaften der Ostschweiz. Auch Hobby-Ornithologen kommen auf ihre Kosten: In den Naturschutzgebieten bei Wurmsbach und Busskirch lassen sich wunderbar Wasservögel beobachten.

Etappen 7 und 8 von Rapperswil nach Stäfa (14 km, 3h40) und weiter nach Meilen (12 km, 3h10) verlassen wir das Ufer und wandern durch die Hügel. Der Blick geht weit über den See bis in die schneebedeckten Glarner- und Innerschweizer Alpen – eine spektakuläre Kulisse.

Weiter Richtung Zürich säumen Wälder, Viehweiden und Rebberge den Weg – wer mich kennt, weiss, dass ich Rebberge nicht mag – zu «man made», zu sehr in Reih und Glied für meinen Geschmack – aber ja nu, da muss ich durch. Schon winken die verschiedenen Tobel rund um Zürich, die liebe ich wiederum. Los geht’s mit dem Meilemer Tobel.

Meilemer Tobel

Auf Etappe 9 von Meilen nach Küsnacht (8 km, 2h10) wechseln sich Getreideäcker und Viehweiden der Bauern mit den spektakulären Villen der Millionäre ab. Wir befinden uns im Herzen der sogenannten Goldküste. Hier scheint die Sonne länger, was die Reichen schon immer an die Hänge dieser Seite des Zürichsees lockte. Genau gegenüber sehen wir unser Häuschen an der sogenannten Schnupfenküste, auf Schweizerdeutsch «Pfnüselküste» genannt, stehen. Einmal winken, dann geht’s weiter, ab ins Küsnachter-Tobel mit seinen Wasserfällen und Findlingen im kühlen Wald.

660 Forch - Küsnachter Tobel - Küsnacht

Wanderschuhe auf dem Bürkliplatz

Wer mag, hängt Etappe 10 (11km, 2h55) gleich noch an, und läuft bis in die Stadt Zürich. Vom Küsnachter Tobel führt der Weg vorbei am Schübelweiher und am Rumensee oberhalb des Sees entlang. Zürich selbst betreten wir durch das Werenbach Tobel, noch gänzlich fern von jeglicher Hektik, obwohl das Tobel eigentlich schon mitten in der Stadt ausläuft. Hier kennen wir uns wieder aus wie in unserer Westentasche. Wobei – mit Wanderschuhen bin ich jetzt doch auch noch nie über den Bürkliplatz gelaufen…

Als ich meiner Freundin übrigens ganz stolz mitteile, dass wir jetzt auf ihren Spuren um den Zürichsee wandern, meint sie nur: «Ich habe schon einen neuen Tipp für Dich! Ich bin gerade auf Nr. 98 unterwegs – rund um den Vierwaldstättersee.» Die Ziele gehen uns also nicht aus…

Weitere Infos

Eine Vielzahl von Routenvorschlägen mit Karten und Informationen über das Wanderwegnetz der Schweiz finden sich auf Schweiz Mobil: Unter den sieben nationalen Wanderwegen findet sich z.B. die Via Alpina (Nr. 1, 390 km/20 Etappen) von Vaduz in Liechtenstein bis Montreux am Genfersee. Der Wanderweg Nr. 1 überquert 14 der schönsten Alpenpässe und führt durch sechs Kantone der Schweiz.

63 regionale Vorschläge beschreiben ausgebauten Wanderwege mit mehreren Etappen wie z.B. die Senda Segantini (Nr. 25, 79 km/4 Etappen) auf den Spuren des italienischen Malers Giovanni Segantini (1858 -1899) durch die einmaligen Engadiner und Sursetter Gebirgslandschaften. Und insgesamt 316 lokale Routen informieren über kurze Touren in jedem Winkel der Schweiz, die gut in einem Tag zu schaffen sind.

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